Area 47: Ötztaler Abenteuer-Urlaubswelt wird international

Area 47: Ötztaler Abenteuer-Urlaubswelt wird international

Outdoor-Abenteuerspielplatz für Erlebnishungrige und jung Gebliebene: Area 47 im Ötztal

Mit der Area 47 haben die Söldener Bergbahn-Betreiber am Fuße des Ötztals eine bislang einzigartige alpine Abenteuer-Urlaubswelt ins Leben gerufen. Jetzt steht das Projekt am Sprung in die weite Welt.

Eine Abenteuer-Erlebniswelt für die Berge und alles, was man hier tun und erleben kann. So ungefähr kann man mit einem Satz die Area 47 am Fuße des Ötztales beschreiben.

Rund 20 Jahre ist es her, dass die Skiliftbetreiber Söldens und Hochsöldens - die Familien Falkner, Gurschler und Riml - überlegten, wie sie den Sommertourismus im Ötztal und ihr Geschäft in der schneelosen Zeit ankurbeln könnten und dabei die Idee für einen Outdoor-Adventure-Parks hatten, der alle Stückeln spielen sollte. Ein Ort, an dem sich Erlebnishungrige so richtig austoben und alles dabei ausprobieren können sollten wozu sie gerade Lust hätten: Rafting, Canyoning, Caving, Climbing, Klettern, Mountainbiken, Wakeboarden - kein Abenteuer sollte zu krass sein. Und mitten in der actionreichen Adventure-Welt sollte man auch noch richtig chillig Urlaub machen können.

Es dauerte fast acht Jahre, bis das Projekt durch und von den Behörden genehmigt war. Und danach noch zwei weitere Jahre, bis das 9,5 Hektar große Adventure-Land mit dem 20.000 Quadratmeter großen Wasserpark für Besucher geöffnet werden konnte.

Kopfüber ins Abenteuer: Area 47 im Ötztal

Kopfüber ins Abenteuer: Area 47 im Ötztal

14 Millionen Euro wurden investiert, und die erste Saison war ein glatter Reinfall. "Wir hatten zwar rund 180.000 Besucher, aber die meisten kamen nur, um sich anzuschauen, was es hier gibt. Es gab viele Schauer und wenig Zahler. Keine Buchungen", erinnert sich Christian Schnöller, der seit September 2017 Geschäftsführer der Area 47 ist. Ein Job, der dem Mittvierziger quasi auf den Leib geschneidert ist und der für ihn eine Once-in-a-Life-Chance war. "Wenn ich selbst einen Job erfinden hätte können, dann wäre es der gewesen", sagt er.

Sommertourismus einmal anders

Wenn sich Ötztaler aber etwas in den Kopf gesetzt haben, dann geben sie so schnell nicht auf. Es hieß, durchzubeißen und im zweiten Jahr lief das Geschäft schon etwas besser. Gemeinsam mit Partnern wie den Sportartikel-Ausstattern Adidas und GoPro oder der Salzburger Stiegl-Brauerei wurde das Konzept und das Angebot der Abenteuer-Welt weiter verbessert und ab der dritten Saison lief das Geschäft wie man es sich erhofft hatte. In der vergangenen Saison (Anfang Mai bis Anfang Oktober) zählte man in der Abenteuer-Urlaubsenklave 45.000 übernachtende Gäste, die insgesamt 74.000 Aktivitäten buchten und dabei durchschnittlich 145 Euro ausgaben. Der Umsatz kletterte damit Richtung zehn Millionen Euro (9,8 Mio. €).

Area 47 Geschäftsführer Christian Schnöller

Area 47 Geschäftsführer Schnöller: "Sommertourismus anders inszenieren."

Damit beginnen sich die von der Skiliftgesellschaft Sölden - Hochsölden geleisteten Investitionen - nach dem Erstinvestment wurden weitere neun Millionen zugeschossen - zu rentieren. Mittlerweile liegt die Area 47 weit über ihren Businessplänen, wie Schnöller betont. Die Besucher kommen aus 34 Ländern und machen die Adventure-Welt zu einem Aushängeschild im alpinen Sommertourismus.

Und nicht nur Besucher kommen, sondern auch Scouts aus anderen Erdteilen und Regionen, die das Konzept ebenfalls interessant finden. "Es ist eine andre Art, Sommertourismus zu inszenieren", weiß Schnöller um die Attraktivität der Area 47, die mit Local Guides, Bergfexen und der Bike Republic Sölden laufend neue Aktivitäten entwickelt, Special Camps und Events veranstaltet und die sich auch schon als Austragungsort für verschiedene Sportveranstaltungen einen Namen gemacht hat.

Einen Namen, den man in Zukunft auch in einem Franchise-Konzept oder mit Joint Ventures in die Welt hinaustragen will. "Das ist unsere Vision", sagt Schnöller, der simple Kopien des Ötztaler Erlebnisparks nicht fürchtet. "Nachbauen könnte man das natürlich, aber man braucht das Wissen, die Guides, eine Community die einen solchen Betrieb führen, weiterentwickeln und am Leben erhalten kann", sagt er. Österreichisches Know-How, das bald auch an anderen Orten den Puls der Gäste höher schlagen lassen soll.

Organisator Gery Keszler wird den Life Ball 2019 zum letzten Mal veranstalten.

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