Angst vor Terror: Buchungs-Minus bei Reisebüros

Angst vor Terror: Buchungs-Minus bei Reisebüros

Der Silbersee in Deutschland: Urlaub daheim ist wieder en vogue.

Die Welle an Terroranschlägen sorgt unter Urlaubern für Unsicherheit. Viele setzen nun auf Individualreisen im eigenen Land - doch dieser Trend geht an den Reisebüros gänzlich vorüber. Die Nachfrage nach sicheren Ländern wie Spanien kann den Einbruch des Geschäfts mit Ägypten und der Türkei nicht kompensieren.

Die Sorge vor Terroranschlägen in beliebten Urlaubsgebieten verändert Marktforschern zufolge das Reiseverhalten der Deutschen. "Wir stellen einen Trend zu Individualreisen fest, der an Reisebüros und Veranstaltern vorbeigeht", sagte GfK-Tourismus-Experte Roland Gaßner. Das zeige sich auch an den Buchungszahlen in Reisebüros für den Sommer bis Ende Juni.

Nach Auswertung der GfK-Marktforscher lagen die Buchungen für die schönsten Wochen des Jahres bis einschließlich Juni acht Prozent unter dem Vorjahr. Selbst wenn die Nachfrage angesichts der beendeten Fußball-EM und des bisher verregneten Sommer kurzfristig stark anziehen sollte, werde es immer unwahrscheinlicher, das Vorjahresergebnis noch zu erreichen, erklärte die GfK.

Minus kann nicht kompensiert werden

"Das Minus bei den Buchungen für die Türkei, Ägypten und Tunesien kann bisher nicht durch die stärkere Nachfrage nach Zielen im westlichen Mittelmeer wie Spanien kompensiert werden", sagte Gaßner. Mit dem Putsch-Versuch dürfte das Türkei-Reisegeschäft für diesen Sommer kaum mehr eine positive Wendung erfahren. Das Land am Bosporus gilt als klassisches Pauschalreiseziel. Beliebte Individualreiseziele sind Deutschland und die Nachbarländer.

Der Deutschland-Tourismus steht nach einer jüngst veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) vor einem weiteren Rekordsommer. Wegen der angespannten Sicherheitslage in einigen Reiseländern wollten mehr Bundesbürger den Urlaub im eigenen Land verbringen. Das Gastgewerbe blicke optimistisch auf das Sommergeschäft 2016. Bei Reisebüros und Veranstaltern trübten sich hingegen die Geschäftserwartungen den Angaben zufolge ein.

Recht

Bestpreisklauseln: Buchungsplattformen blitzen bei VfGH ab

Wirtschaft

Airbnb: Millionen-Business und Wohnraum-Killer

Wirtschaft

Air Berlin checkt aus: Time to Say Goodbye