Technik – aber verständlich!

Technik – aber verständlich!

Die Geschichte mit der Katze, die in der Mikrowelle ein trauriges Ende fand, weil deren Besitzerin sie trocknen wollte und in der Bedienungsanleitung keine Warnung stand, ist wahrscheinlich ein Mythos. Wahr ist aber, dass fehlerhafte Dokumentationen die Existenz von Unternehmen gefährden können. Deshalb gibt es an der FH JOANNEUM den Master-Lehrgang “Technische Dokumentation”.

Technische Redakteure arbeiten im Spannungsbereich von Sprachgefühl und technischem Verständnis. Jeder von uns hat in Form einer Bedienungsanleitung schon mit ihrer Arbeit zu tun gehabt. Die Tätigkeit dieser oft unbedankten Helden der Kommunikation geht aber weit darüber hinaus. Neben der externen Dokumentation an die KundInnen gibt es die umfangreiche interne technische Dokumentation. Kommunikation zwischen Abteilungen im Unternehmen, Anleitungen für Montagetechniker oder auch die Dokumentation ganzer Entwicklungsprozesse, all das sind Aufgaben des Technischen Redakteurs. Produkte werden komplexer, Märkte internationaler, gesetzliche Regelungen strenger. Riesige Herausforderungen – und Jobchancen – für die Menschen in diesem Beruf.

Hier setzt die FH JOANNEUM mit dem Master-Lehrgang “Technische Dokumentation” an. In drei Semestern werden berufsbegleitend am Wochenende alle theoretischen und praktischen multimedialen Werkzeuge vermittelt, die ein Technischer Redakteur heute einfach braucht. “Es gibt zwar das Berufsbild, aber bei uns bisher keine wirkliche Ausbildung dazu”, erklärt Lehrgangsleiterin Martina Windisch-König. Sie sieht vor allem wegen der immer strenger werdenden Produkthaftungsbestimmungen großen Bedarf für gut ausgebildete Technische Redakteure. “Fehlerhafte Bedienungsanleitungen können Unternehmen heute wirklich in den Ruin treiben.” Der Lehrgang richtet sich an Mitarbeiter im gestalterischen und technischen Bereich, die mit Dokumentationen betraut sind, aber auch an Sprachwissenschaftler, die eine fundierte Ausbildung für diesen Beruf machen wollen.

Wie Marlene Gugimaier. Die Germanistin ist als Bibliothekarin an der TU Graz täglich mit Sprache und Technik konfrontiert. Die Berührungspunkte zum Beruf des Technischen Redakteurs gab es aber schon viel früher. “Kurz nach dem Studium bewarb ich mich als Technische Redakteurin. Daraus ist zwar nichts geworden, trotzdem blieb das immer im Hinterkopf”, erklärt sie ihre Motivation für die Teilnahme am Lehrgang. Wie schwierig ist eigentlich die Verbindung von Sprache und Technik? Gugimaier: “Prinzipiell finde ich es leichter, das Technische zu lernen, wenn man Sprachgefühl hat, als umgekehrt. Aber das werden Technikerinnen und Techniker vielleicht anders sehen.”

Johanna Herzig ist Technikerin. Die Konstrukteurin am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt setzt sich jedes Wochenende am Freitag in den Zug und fährt sechs Stunden von Germering bei München nach Graz, um den Lehrgang zu besuchen. “Ich bin mit den CE-Kennzeichnungen im Unternehmen betraut, und es gibt in Deutschland keine für mich passende vergleichbare Ausbildung”, erzählt sie. Für sie ist beides essenziell: “Sprachliches Gefühl und technische Vorbildung oder zumindest Interesse – ohne beides geht es nicht”. Sprach- und Methodenmanagement, professionelles Schreiben, juristische Grundlagen, Multimedia-Produktion – das Angebot des Master-Lehrgangs “Technische Dokumentation” umfasst alles, was ein Technischer Redakteur heute und in Zukunft können muss. Damit auch weiterhin keine Katze in die Mikrowelle muss.

Informationen und Anmeldung Master-Lehrgang “Technische Dokumentation”: www.fh-joanneum.at/ted

Tipp:

Die Steirische Wirtschaftsförderung SFG fördert heimischen Klein- und Mittelbetrieben den Besuch dieses Lehrgangs durch ihre Mitarbeiter! Infos: www.sfg.at

Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

Niki Ernst

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