Was die Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen für Betriebe bedeutet

Was die Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen für Betriebe bedeutet

Die Steuern auf Nächtigungen werden ab dem 1. November 2018 gesenkt. Auch komplizierte Berechnungen fallen nun weg.

Die Umsatzsteuer für Beherbergung wird ab 1. November 2018 wieder auf zehn Prozent gesenkt. Welche Nächtigungen genau davon betroffen sind, was für die Betriebe aus steuerlicher Sicht nun einfacher wird, Welche Möglichkeiten es gibt, durch die Steuersenkung mit An- und Vorauszahlungen umzugehen.

Die Umsatzsteuer für Beherbergung wird ab 1. November 2018 wieder auf zehn Prozent gesenkt. Welche Nächtigungen genau davon betroffen sind, was für die Betriebe aus steuerlicher Sicht nun einfacher wird, -welche Möglichkeiten es gibt, durch die Steuersenkung mit An- und Vorauszahlungen umzugehen.

Der Frust der Hoteliers und aller anderen, die Zimmern vermieten, war groß, als mit der Steuerreform vor rund drei Jahren die Umsatzsteuer für Beherbergung von 10 Prozent auf 13 Prozent erhöht wurde. Das brachte nicht nur höhere Abgaben, sondern auch komplexe Berechnungen, hohe Verwaltungskosten und auch einiges an Unsicherheit mit sich. Nach anhaltendem Widerstand kommt es nun ab dem 1. November 2018 wieder zur Senkung des Umsatzsteuersatzes auf zehn Prozent. Veronika Seitweger und Stefan Kalt, Steuerexperten der TPA informieren über die steuerlichen Auswirkungen der Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen.

Welche Leistungen betroffen sind

Für folgende Leistungen wird der Umsatzsteuersatz wieder von dreizehn auf zehn Prozent gesenkt:
Zimmervermietung mit und ohne Frühstück. Die Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung) . Als Nebenleistung gilt beispielsweise auch ein ortsübliches Frühstücks, wenn der Preis dafür im Beherbergungsentgelt enthalten ist.
Camping-Aufenthalte. Die Vermietung von Grundstücken für das Campen von Gästen und die regelmäßig damit verbundenen Nebenleistungen, soweit dafür ein einheitliches Benützungsentgelt entrichtet wird.


Durch die Senkung der Umsatzsteuer entfällt die teilweise recht komplexe Aufteilung eines pauschal erhaltenen Entgelts für Beherbergung und Verköstigung, etwa wenn eine Halbpension gebucht wird, auf diese waren seit der letzten Steuerreform unterschiedliche Steuersätze anzuwenden.

Mit der Senkung nähert sich Österreich zudem an die reduzierten Steuersätze der Nachbarländer wie Deutschland an, wo die Steuern für Beherbergung gar nur sieben Prozent beträgt. „So wird die Wettbewerbsfähigkeit der Branche im internationalen Vergleich verbessert“, sagen die Steuerexperten.

Wie nach der Steuersenkung mit An- und Vorauszahlungen umgehen

Eine spezielle Herausforderung stellt durch die Änderungen des Umsatzsteuersatzes die Behandlung von An- und Vorauszahlungen für eine spätere Leistung dar. Aus steuerrechtlicher Sicht ist die erhaltene Anzahlung mit dem Steuersatz zum Zeitpunkt der Einnahme zu besteuern. Ab Inkrafttreten der Änderung erfolgt dann eine Nachversteuerung bzw. eine Berichtigung.

Allerdings sehen die Umsatzsteuerrichtlinien eine Vereinfachung vor: So kann die Anzahlungsrechnung auch bereits nach der künftigen Rechtslage ausgestellt werden kann.

Beispiele für Besteuerungsmöglichkeiten bei An- und Vorauszahlungen vor dem 1. November 2018
Ein Hotelier vergibt ein Zimmer für Jänner 2019 bereits im Oktober 2018. Dafür wird eine Anzahlung in Höhe von 113 Euro inklusive Umsatzsteuer verlangt.

Variante 1: Besteuerung der Anzahlung nach aktueller Rechtslage

Der Hotelier verrechnet dem Kunden 13 Prozent USt und stellt eine Anzahlungsrechnung über 113 Euro inklusive 13 Prozent Umsatzsteuer aus. Die Bezahlung erfolgt noch imOktober. Der Hotelier muss 13 Euro (113 dividiert durch 1,13 mal 0,13) abführen und dem Kunden steht, sofern alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, ein Vorsteuerabzug in derselben Höhe zu. Die Berichtigung hat im ersten Voranmeldungszeitraum nach Änderung der Rechtslage, somit im November 2018, zu erfolgen. In der Umsatzsteuervoranmeldung 11/2018 kommt es dadurch zu einer Gutschrift von 2,73 Euro (13 – (113 dividiert durch 1,1 mal 0,1).
Dazu ist eine Berichtigung der Rechnung nötig, da der Hotelier ansonsten die höhere Umsatzsteuer aufgrund der Inrechnungstellung schuldet. Der Kunde wiederum muss im November seine Vorsteuer berichtigen.

Variante 2: Die Anzahlung nach künftiger Rechtslage in Rechnung stellen

Der Hotelier stellt dem Kunden eine Rechnung über 113 Euro inklusive zehn Prozent Umsatzsteuer aus. Der Kunde bezahlt noch im. Oktober.
Lösung wie Variante 1. Dem Kunden steht, sofern alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, ein Vorsteuerabzug in Höhe der ausgewiesen 10 Prozent,, somit 10,27 Euro zu. Eine Berichtigung der Rechnung ist nicht erforderlich.

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