Was sich bei der Lohnverrechnung 2016 ändert

Was sich bei der Lohnverrechnung 2016 ändert

Der aktuelle Überblick über die wichtigsten Neuerungen bei der Lohnverrechnung 2016: Von beitragsrechtlichen Werten, Auflösungsabgabe, Ausgleichstaxe, Arbeitslosenversicherung bei niedrigem Einkommen, E-Card Service-Entgelt, Pensionsabfindung über die neue Entgeltgrenze für Konkurrenzklausel bis zum Sozial- und Weiterbildungs-Beitrag bei Arbeitskräfteüberlassung.

Alljährlich werden die sogenannten veränderlichen Werte in der Lohnverrechnung neu angepasst.

Die Änderungen im Überblick:

Beitragsrechtliche Werte

Die wichtigsten veränderlichen Werte für das Jahr 2016 im Vergleich mit dem Vorjahr:

Beitragssatz Arbeitslosenversicherung für Arbeitnehmer bei niedrigem Einkommen
Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung für Arbeitnehmer beträgt bei Einkommen
bis 1.311,00 0 %
von 1.311,01 bis 1.430,00 1 %
von 1.430,01 bis 1.609,00 2 %
ab 1.609,01 3 %

Auflösungsabgabe steigt
Die Auflösungsabgabe bei „schädlicher“ Beendigung des Dienstverhältnisses (Dienstgeberkündigung, einvernehmliche Auflösung,…) beträgt heuer 121 Euro (118 Euro im Jahr 2015). Für Dienstverhältnisse, die der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungs-Kasse) unterliegen, ist keine Auflösungsabgabe zu leisten.

Ausgleichstaxe erhöht
Unternehmen, die 25 oder mehr Dienstnehmer beschäftigen, müssen einen sogenannten begünstigten behinderten Dienstnehmer (mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 %) einstellen. Tun sie das nicht, so wird eine Ausgleichstaxe fällig, und zwar ab heuer folgende Beträge pro Monat und pro behinderten Dienstnehmer, der einzustellen wäre:
Dienstgeber mit 25 bis 99 Dienstnehmern 251 Euro
Dienstgeber mit 100 bis 399 Dienstnehmern 352 Euro
Dienstgeber mit 400 und mehr Dienstnehmern 374 Euro.

Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag bleibt gleich
Die Beitragssätze des Dienstgeberzuschlags (DZ) zum Dienstgeberbeitrag (DB) bleiben 2016 gleich wie im Jahr 2015.


E-Card Service-Entgelt wird angehoben
Dienstgeber sind verpflichtet, pro Kalenderjahr ein Service-Entgelt für die E-Card ihrer Dienstnehmer einzuheben. Im November 2016 wird das Service-Entgelt für die E-Card 2017 fällig. Der Betrag wird auf 11,10 Euro angehoben. Die Beitragspflicht für mitversicherte Angehörige ist bereits mit dem Jahr 2013 entfallen.

Arbeitslosenversicherungsbeitrag-Zuschlag sinkt
Der vom Arbeitgeber zu leistende Zuschlag zum Arbeitslosenversicherungsbeitrag (IESG-Zuschlag) wurde beginnend mit 1.1.2016 auf 0,35 % (von 0,45 %) gesenkt.

Pensionsabfindung: Freigrenze steigt
Die Barwertfreigrenze - also der Abfindungsgrenzbetrag für die Abfindung der Pension - steigt ab 1.1.2016 auf 12.000 Euro.

Verzugszinsen für ASVG bleiben gleich
Die Verzugszinsen für rückständige Sozialversicherungs-Beiträge betragen 2016 7,88 % und bleiben damit gleich wie 2015.

Entgeltgrenze für Konkurrenzklausel
Eine Konkurrenzklausel kann nur dann rechtswirksam vereinbart werden, wenn das monatliche Entgelt des Dienstnehmers im Jahr 2016 3.240 Euro ohne anteilige Sonderzahlung (20 x tägliche Höchstbeitragsgrenze 162 Euro) überschreitet. Bezieht der Dienstnehmer ein geringeres Entgelt, so kann eine vereinbarte Konkurrenzklausel nicht angewandt werden. Das gilt auch bei Unterschreitung auf Grund einer Teilzeitbeschäftigung.


Welche Leistungen der Sozial- und Weiterbildungsfonds bietet
Arbeitnehmer, die bei einem Arbeitskräfteüberlasser beschäftigt sind, können Unterstützung durch den Sozial- und Weiterbildungsfonds beziehen, und zwar während jener Zeiten, in denen sie keinem Betrieb überlassen werden können oder arbeitslos sind, bzw. um Arbeitslosigkeit während der überlassungsfreien Zeiten zu vermeiden.

Seit Anfang 2014 kann der Fonds zur Erfüllung dieser Aufgaben folgende Leistungen erbringen:
Zuschüsse an (ehemalige) Arbeitnehmer,
Leistungen zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen,
Leistungen an Überlasser, um die Beschäftigungsdauer zu verlängern.

Wer Beiträge in den Fonds einzahlen muss und wie viel
Unternehmen, die Arbeitnehmer an Dritte überlassen, müssen Beiträge an den Fonds zahlen. Für überlassene Arbeiter wird bereits seit dem Jahr 2013 ein Beitrag eingehoben, für überlassene Angestellte beginnt die Beitragspflicht erst ab dem 1. Jänner 2017.

Der Beitragssatz für Arbeiter beträgt in diesem Jahr 0,80 Prozent der allgemeinen Beitragsgrundlage nach dem ASVG (bis zur Höchstbeitragsgrundlage 4.860 Euro) zuzüglich Sonderzahlungen.

Weitere Informationen über Lohnverrechnung finden Sie hier.

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