Wann es sich lohnt, einen alten Mann zu heiraten

Wann es sich lohnt, einen alten Mann zu heiraten

Großer Altersunterschied? Da wird der Gesetzgeber misstrauisch. Denn die Ehe mit einem älteren Herrn kann nach dessen Ableben einem finanziellen Jackpot gleichkommen - alleine wegen des Pensionsanspruchs.

Die Ehe mit einem älteren Herrn kann für die Witwe nach seinem Ableben zu einem lukrativen Pensionseinkommen auf Lebzeiten führen - doch bei großen Altersunterschieden sind dafür bestimmte Voraussetzungen für eine sogenannte Versorgungsehe notwendig. Denn der Gesetzgeber glaubt ab einem bestimmten Altersunterschied nicht an eine Liebesheirat.

Richard Lugner ist das österreichische Paradebeispiel für einen Mann, der scheinbar unermüdlich auf der Suche nach einer blutjungen Ehepartnerin fürs Leben ist. Doch mit knapp 85 Lenzen wird für eine künftige Angetraute die Zeit knapp, im Fall seines Todes, auch eine staatliche Witwenrente beziehen zu können.

Bis zu 60 Prozent Pensionseinkommen des Verstorbenen winken

Denn stirbt ein um Jahre älterer Ehemann, der im (für die Frau) Idealfall ein hohes Einkommen oder eine hohe Pension bezieht, dann kommt das der blutjungen Witwe finanziell einem kleinen Jackpot gleich: Die trauernde Witwe erhält bis zu 60 Prozent der Pension des Verblichenen – und das ein Leben lang. Das gleiche gilt natürlich für die Toyboy-Variante (junger Mann ehelicht ältere Frau).

Der Gesetzgeber glaubt jedoch offenbar nicht an die Liebe, die mehr als 20 Jahre Altersunterschied trennen. Und hat für diese Form der ehelichen Verbindung eine spezielle Bezeichnung gefunden: Die "Versorgungsehe". Eine solche Vereinigung zwischen Mann und Frau unterliegt deshalb auch strengen gesetzlichen Voraussetzungen, nach denen im Todesfall ein Pensionsanspruch geltend gemacht werden kann.

Ehe ohne Liebe - Staat kappt Pension

Eine Witwen- oder Witwerpension ist zeitlich begrenzt, wenn
- der Hinterbliebene beim Tod des Ehepartners noch nicht 35 Jahre alt war oder
- es sich um eine sogenannte Versorgungsehe handelt.

Die Versorgungsehe: Reich auf Staatskosten - durchhalten wird belohnt

Wer einen wesentlich älteren Partner (oder Partnerin) heiratet und auf dessen Pension spitzt, sollte daher vor der Eheschließung unbedingt ein paar Variablen miteinkalkulieren. TPA-Experte Wolfgang Höfle: "Die Witwe oder der Witwer hat nur dann einen Anspruch auf eine lebenslange Pension des verstorbenen Ehepartners, wenn die Ehe eine bestimmte Zeit gedauert hat."

  • War die Witwe zum Zeitpunkt des Todes unter 35 Jahre alt, so erhält diese nur dann eine unbefristete Hinterbliebenenpension, wenn diese Ehe mindestens zehn Jahre Bestand hatte.
  • Bei einem Altersunterschied von bis zu 20 Jahren gibt es eine unbefristete Hinterbliebenenpension nach mindestens drei Jahren Ehedauer.
  • Beträgt der Altersunterschied zwischen 20 und 25 Jahre, muss man mindestens fünf Jahre verheiratet gewesen sein, um nach dem Ableben des Gatten lebenslang eine Pension zu erhalten.
  • Noch strenger ist der Gesetzgeber, wenn der Altersunterschied mehr als 25 Jahre beträgt. Da muss man vor dem Ableben des Partners schon zehn Jahre verheiratet gewesen sein, um eine unbefristete Pension beziehen zu können.

Welche Ausnahmen es gibt

Doch auch bei Versorgungsehen gibt es Ausnahmen. „Wenn dieser Ehe ein Kind entsprungen ist, entfallen sämtliche Auflagen, um eine lebenslange Pension zu beziehen“, erläutert Höfle von TPA.

Höhe der Witwen-/Witwerpension

Die Witwen-/Witwerpension beträgt zwischen Null und 60 Prozent jener Pension, auf die der verstorbene Ehepartner zum Zeitpunkt seines Ablebens Anspruch gehabt hätte oder hat.

Ex-Frau kann Pensionsansprüche haben

Nachteilig für die Höhe der Pension können sich jedoch, unabhängig vom Altersunterschied, die Pensionsansprüche einer Ex-Frau auswirken. So hat eine geschiedene Frau Anspruch auf eine Hinterbliebenenpension, wenn der verstorbene Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes unterhaltspflichtig war. Das ist der Fall, wenn die Ex-Frau selbst kein Einkommen oder keinen Pensionsanspruch hat.

Berechnungsbasis für die Pension

Berechnungsbasis für die Pension ist, wie viel der oder die Angetraute zwei Jahre vor dem Tod verdient hat oder wie hoch dessen Pension war. „Wenn das ein ungünstiges Ergebnis ergibt, kann in bestimmten Fällen (insbesondere Krankheit, Arbeitslosigkeit) ein Antrag gestellt werden den Beobachtungszeitraum auf insgesamt vier Jahre auszudehnen“, so Steuerexperte Höfle. Im besten Fall erhält der überlebende Ehepartner 60 Prozent des Pensionsanspruchs des Verstorbenen, im ungünstigsten Fall gar nichts. „Wenn der Hauptverdiener der Hinterbliebene ist und deutlich mehr verdient hat, hat der überlebende Partner keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

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