Wann Gutscheine der Umsatzsteuer unterliegen

Gutscheine sind gerne geschenkte Präsente. Doch zu welchem Zeitpunkt müssen Unternehmen dafür die Umsatzsteuer abführen? Gibt es aus steuerlicher Sicht unterschiedliche Kategorien von Gutscheinen? Das sind die rechtlichen Bestimmungen.

Wann Gutscheine der Umsatzsteuer unterliegen

Gerade in den letzten Monaten waren viele Unternehmen gezwungen, Gutscheine für Leistungen auszugeben, die erst in Zukunft konsumiert werden. Doch ab welchem Zeitpunkt sind Gutscheine umsatzsteuerpflichtig? Bereits bei dessen Ausgabe oder wird erst bei dessen Einlösung eine Steuerpflicht begründet. Damit einhergehend stellt sich die Frage einer Erfassung in der Registrierkasse. Die Steuerexerten von LBG klären auf.

Was ein Einzweck-Gutschein ist
Seit 1. Jänner 2019 unterscheidet das Gesetz zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen. Ein Einzweck-Gutschein liegt vor, wenn der Ort der Leistung, auf den sich der Gutschein bezieht, und die dafür geschuldete Umsatzsteuer bei der Ausstellung des Gutscheines bereits feststehen. Bei Einzweck-Gutscheinen wird die Umsatzsteuer zu jenem Zeitpunkt erhoben, zu dem der Gutschein ausgegeben wird. Da bei Einzweck-Gutscheinen die Lieferung oder sonstige Leistung beim Verkauf des Gutscheines bereits bekannt und eindeutig konkretisiert ist, wird der Verkauf des Gutscheines wie ein Barumsatz behandelt und ist dementsprechend in der Registrierkasse als steuerpflichtiger Umsatz zu erfassen. Auch ist ein Beleg über den Verkauf des Gutscheines auszustellen.

Beispiele für einen Einzweck-Gutschein
Gutschein eines Theaters für den Besuch einer Theatervorstellung oder
Gutschein für eine „Autowäsche Standard“ im Wert von beispielsweise 12 Euro.

Wann man von einem Mehrzweck-Gutschein spricht
Als Mehrzweck-Gutschein ist jeder Gutschein zu qualifizieren, bei dem der umsatzsteuerliche Leistungsort oder der anzuwendende Steuersatz samt Bemessungsgrundlage (und folglich die geschuldete Umsatzsteuer) hinsichtlich der einlösbaren Leistung nicht bereits bei Ausstellung des Gutscheines bekannt ist. Sowohl die Ausstellung als auch die Weiterveräußerung von Mehrzweck-Gutscheinen ist umsatzsteuerlich nicht relevant. Die Besteuerung für Zwecke der Umsatzsteuer erfolgt erst zum Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheines. Da mit dem Verkauf eines Mehrzweck-Gutscheines kein Umsatz ausgelöst wird, muss der Verkauf zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht in der Registrierkasse als steuerpflichtiger Umsatz erfasst oder ein Beleg darüber erstellt werden. Erfolgt dennoch eine Erfassung des Verkaufes in der Registrierkasse, ist dieser als Null-Prozent-Umsatz zu behandeln. Erst zum späteren Zeitpunkt der Einlösung ist der Gutschein als Barumsatz zu erfassen, weil dann die Lieferung oder sonstige Leistung erbracht wird.

Beispiele für Mehrzweck-Gutscheine:
- Gutschein eines Supermarktes über beispielsweise 100 Euro oder
- Gutschein eines Restaurants (wenn Produkte mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen angeboten werden.

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