VW soll in Indien Millionen am Fiskus verbeigeschleust haben

Indien und Autos. Immer wieder ein Widerspruch: Jetzt gerät VW ins Visier der Steuerfahnder.

Indien und Autos. Immer wieder ein Widerspruch: Jetzt gerät VW ins Visier der Steuerfahnder.

Volkswagen sieht sich in Indien mit Vorwürfen zu Steuerhinterziehung und Kampfpreisen konfrontiert. Der deutsche Autobauer soll innerhalb seines Firmengeflechts auf dem Subkontinent Verkaufs- und Verbrauchssteuern falsch berechnet haben. Um wieviel Millionen es geht, wie getrickst worden sein soll und wie sich VW rechtfertigt.

Die indische VW-Tochter werde gegen eine Anordnung der Steuerbehörde auf Nachzahlung vorgehen, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch im indischen Pune.
Laut einem Bericht der Zeitung "Indian Express" verlangt das Finanzministerium in Neu Delhi umgerechnet 44 Mio. Euro von VW. Zudem würde eine Strafe in gleicher Höhe fällig. Demnach berechnete die indische VW-Tochter die Steuerlast auf den Wert der Fahrzeuge am Fabriktor und nicht - wie vorgeschrieben - später bei den Händlern zum Zeitpunkt der Verkäufe an die Endkunden.

Außerdem, so der zweite Vorwurf, soll Volkswagen Autos unter dem Herstellungspreis verschleudert und als Ausgleich Subventionen des Mutterkonzerns kassiert haben. Damit habe man die Preise künstlich gedrückt, ohne dass reguläre Marktmechanismen aus tatsächlichen Produktionskosten und Gewinnmarge den Verkaufspreis ergaben.

Gängige Praxis?

Die indische VW-Tochter erklärte, sie habe sich nach den in der Industrie gängigen Praktiken gerichtet. Der unabhängige Marktanalyst Ranojoy Mukerji sagte, die meisten großen Autofirmen versteuerten in Indien tatsächlich den Wert ab Fabriktor. Doch diese stellten auch fast alle Teile in Indien selbst her. Volkswagen könne viele Teile importieren - und bewege sich damit in Graubereichen der Regeln.

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