Von Vignetten bis Goldmünzen: Was Firmen ihren Mitarbeitern steuerschonend schenken können

Von Vignetten bis Goldmünzen: Was Firmen ihren Mitarbeitern steuerschonend schenken können

Bis zu welcher Höhe Mitarbeiterrabatte steuerfrei sind, welche Freigrenzen und Freibeträge es gibt, welche Steuervorteile Firmenjubiläen einem Mitarbeiter bringen können und was ein Mitarbeitergeschenk aus Gold für steuerliche Vorteile bringt.

Gutscheine sind eine feine Sache. Nicht nur im Familien- und Freundeskreis. Auch Mitarbeiter freuen sich über Geschenke vom Chef. Egal ob als Gehaltsbestandteil, Anerkennung oder einfach als Geschenk. Wenn Firmen es richtig anstellen, können sie so Mitarbeitern einiges zukommen lassen, ohne dass diese dafür Lohnsteuer oder Sozialversicherungsabgaben zu zahlen haben. Besonders beliebt sind Geschenkgutscheine. Diese Sachzuwendungen des Arbeitgebers werden im Rahmen einer Betriebsveranstaltung, wie etwa einer Weihnachtsfeier, übergeben. Schon die Übergabe der Geschenke kann als eigentliche „Betriebsveranstaltung“ angesehen werden. Die monetäre Aufmerksamkeit vom Chef ist bis zu 186 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei.

Wenn der Einsatz mit Gold belohnt wird

Als Geschenke können unter anderem Gutscheine von diversen Geschäften, Autobahnvignetten, Geschenkmünzen, Golddukaten oder -münzen verwendet werden. Bei Letzteren muss jedoch der Goldwert im Vordergrund stehen.

Firmenjubiläum kann sich für Mitarbeiter lohnen

Seit 2016 gibt es noch einen zusätzlichen Betrag von weiteren 186 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei für Jubiläumsgeschenke anlässlich eines Firmen- oder Dienstnehmerjubiläums.

Bis zu 20 Prozent Rabatt steuerfrei

Gewährt das Unternehmen allen seinen Mitarbeitern oder bestimmten Gruppen Rabatte auf die eigenen Produkte/Leistungen des Unternehmens, so sind diese steuerfrei, sofern der Rabatt 20 Prozent vom üblichen Endpreis nicht übersteigt. Übersteigt der Rabatt 20 Prozent, so bleiben die gewährten Rabatte bis zu einem Betrag von 1.000 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei. Im Ausverkauf muss die 20-Prozent-Grenze vom Ausverkaufspreis berechnet werden.

Beispiel Freigrenze und Freibetrag

Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer um 10.000 Euro (üblicher Preis abzüglich üblicher Rabatte).
1. Seinen Mitarbeitern verkauft er die gleiche Ware um 8.000 Euro. Die Befreiung kommt zur Anwendung (kein Sachbezug), da die 20-Prozent- Grenze nicht überschritten wird.
2. Die gleiche Ware wird den Mitarbeitern um 7.500 Euro verkauft. Der Rabatt übersteigt die 20-Prozent- Grenze. Damit liegt ein geldwerter Vorteil in Höhe von 2.500 Euro vor. Da der jährliche Freibetrag von 1.000 Euro überschritten wird, ist die Differenz von 1.500 Euro als laufender Bezug zu versteuern.

Beispiel Ausverkauf

Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer um 1.000 Euro (üblicher Preis abzüglich üblicher Rabatte). Im Ausverkauf wird den Endkunden ein Rabatt von 40 Prozent angeboten, der Preis beträgt demnach 600 Euro. Die Mitarbeiter bezahlen im Ausverkauf für die Ware 500 Euro. Damit gilt die Steuerbefreiung, da die 20-Prozent-Grenze nicht überschritten wird.

Steuerseminar als Mitarbeiterbelohnung

Ein weiteres Goodie für Mitarbeiter kann ein vom Arbeitgeber bezahltes Seminar zum Thema Steuerrecht/Arbeitnehmerveranlagung sein. Jährlich verzichten viele Dienstnehmer auf Geld, das ihnen zusteht, indem sie ihre Arbeitnehmerveranlagung nicht machen. So können Mitarbeiter durch ein solches Seminar, für den Arbeitgeber kostenschonend, zu mehr Geld kommen. TPA Horwath bietet dazu ein Inhouse-Seminar zum Thema „Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung“ an.

Weitere Informationen zu dem Thema erhalten Sie von TPA Horwath Steuerexperten Wolfgang Höfle.

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