Mining, Staking und Landing: Krypto-Einnahmen richtig versteuern

Bei Kryptowährungen können Anleger nicht nur an Kursgewinnen verdienen, sondern auch am Mining, Staking und Lending. Die sechs wichtigsten Tipps der TPA Steuerberatung zu den Verdienstmöglichkeiten.

Mining, Staking und Landing: Krypto-Einnahmen richtig versteuern

Ein Beispiel: Wenn durch einen Split der Blockchain neue Krypto-Coins entstehen, muss beim Verkauf dieser der volle Gewinn versteuert werden.

VERDIENEN DURCH MINING, STAKING UND LANDING

Mining stellt, sofern alle Voraussetzungen für einen steuerlichen Gewerbebetrieb erfüllt sind, eine betriebliche Tätigkeit dar. Denn durch das Validieren von Transaktionen zwischen anderen Netzwerk-Teilnehmern werden dem „Miner“ neue Einheiten von Kryptowährungen, gutgeschrieben (sogenanntes „Mining“ oder „Schürfen“).

Damit verdient man letztlich Geld. Deshalb wird Mining auch wie ein Betrieb besteuert. Das Mining kann beispielsweise mit eigener Hardware („Solo-Mining“), geteilter Hardware („Pool-Mining“) oder ohne eigene Hardware, aber mithilfe eines Remote-Datacenters („Cloud-Mining“) erfolgen.


1. Wie werden gutgeschriebene Krypto-Assets durch Mining besteuert?

Gutgeschriebene Krypto-Assets, sogenannte Rewards, unterliegen dem Progressionstarif, es gilt keine Spekulationsfrist. Werden die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, handelt es sich meist um Einkünfte aus sonstigen Leistungen. In diesen Fällen ist ebenso der progressive Einkommensteuertarif anzuwenden. Durch das Mining veranlasste Betriebskosten bzw. Werbungskosten dürfen abgezogen werden. Betriebliche, nicht jedoch private, Verluste dürfen mit anderen Einkünften verrechnet werden. Wenn das nicht möglich ist, können Verluste auch vorgetragen werden.


2. Wie sind junge Coins bei einer Hard Fork steuerlich zu erfassen?

Bei Hard Forks handelt es sich vereinfacht gesagt um einen „Split“ der Blockchain, wodurch neue Krypto-Assets, sogenannte Coins, entstehen. Nach Ansicht des Finanzministeriums ist der Anschaffungszeitpunkt der bestehenden Krypto-Assets auch für die neuen Coins relevant, wobei die Anschaffungskosten der neuen Coins mit Null anzusetzen sind. Im Privatvermögen ist bei Veräußerung der neuen Coins der volle Veräußerungserlös innerhalb der weitergeführten einjährigen Spekulationsfrist steuerpflichtig.


3. Wie erfolgt die Besteuerung von Staking und Lending?

Zeitpunkt des Kaufs entscheidend
Man kann in der Krypotwelt auch durch Staking oder Lending Belohnungen, sogenannte Rewards,erzielen, was letztlich steuerpflichtigen Gewinn oder Zins bedeutet. Staking bedeutet Kryptowährungen zurückzuhalten, um Belohnungen (Rewards) zu erhalten. Als Lending wird die Übertragung von Krypto-Assets auf einen Dritten bezeichnet.

Bei Einkünften aus Staking und Lending handelt es sich meist nicht um betriebliche Tätigkeiten, sondern um Einkünfte aus sonstigen Leistungen. Diese Einkünfte sind daher mit zum progressiven Tarif von bis zu 55 Prozent zu besteuern. Sofern deren Rewards länger als ein Jahr gehalten werden, ist die Veräußerung solcher gutgeschriebenen Krypto-Assets aus dem steuerlichen Privatvermögen steuerfrei.

Fiskus stuft Lending wie ein Darlehen ein
Das Finanzministerium vertritt jedoch die Ansicht, dass insbesondere beim Lending -, somit ein „kryptobasiertes“ Darlehen“ - eine sogenannte „zinstragende Veranlagung“ mit Einkünften aus Kapitalvermögen vorliegen kann. Nach dieser Ansicht unterliegen sowohl die erhaltenen Rewards (Zinsen) als auch Veräußerungsgewinne unabhängig von einer Spekulationsfrist der Besteuerung mit 27,5 Prozent Sonder-Einkommensteuer.


4. Wie werden Transaktionen in Kryptowährungen umsatzsteuerlich behandelt?

Der Umtausch von einer konventionellen Währung in eine virtuelle Währung und umgekehrt ist laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) umsatzsteuerfrei. Somit ist bei An- und Verkäufen von Kryptowährungen keine Umsatzsteuer zu entrichten. Damit besteht jedoch auch nicht die Möglichkeit die Vorsteuer abzuziehen.


5. Sind Mining und An- und Verkäufe von Krypto-Assets umsatzsteuerpflichtig?

Beim Mining gibt es steuerlich zwei Möglichkeiten: Es kann entweder mangels eines bestimmbaren Leistungsempfängers nicht besteuert werden. Das ist der Fall, wenn bei einem sogenannten Block Rewards die Miner sowohl Transaktionsgebühren eines Blocks als auch den aktuellen Block Reward gutgeschrieben bekommen. Oder es handelt sich um einen verifzierbaren Vorgang für den Transaktionsgebühren verlangt werden. Dann wäre das zwar besteuerbar, ist aber steuerfrei. Miner zahlen somit in beiden Fällen keine Umsatzsteuer. Dadurch steht dem Steuerzahler allerdings für seine bezahlte Umsatzsteuer für die Eingangsleistung auch kein Vorsteuerabzug zu..


6. Sanierung der steuerlichen Vergangenheit durch die richtige Offenlegung

Wer nun feststellt, bisher bei der Abführung von Steuern in der Vergangenheit doch nicht alle Einkünfte aus Krypto-Assets in der Steuererklärung angegeben hat, sollte das bei der Finanz offenlegen. "Wir haben Erfahrung mit der Sanierung der steuerlichen Vergangenheit von Krypto-Assets durch die richtige Offenlegung bei der Finanz", so TPA Steuerexperte Christian Oberkleiner.

easy2tax Gründer Nikolas Tichy (r.) mit Kunde und Investor Lukas Schullin.

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