USA ziehen bei ausländischen Onlinehändlern die Steuerschraube an

USA ziehen bei ausländischen Onlinehändlern die Steuerschraube an

Ein richtungsweisendes Urteil in den USA könnte ausländischen Unternehmen, die mit Endkunden Geschäfte machen, gehörig zu schaffen machen.

Bisher mussten ausländische Unternehmen in den USA nur dann Umsatzsteuer zahlen, wenn diese dort auch physisch präsent waren. Doch nun hat es ein richtungsweisendes Urteil gegeben. Welche Unternehmen davon betroffen sind.

Ausländische Unternehmen, die in den USA Lieferungen und Leistungen an Endkunden verkaufen, müssen künftig höhere Steuern zahlen. Denn laut einem jüngsten Urteil, müssen Firmen in den USA künftig Umsatzsteuer zahlen, selbst wenn sie gar nicht mit einem Standort vertreten sind.

Das US-amerikanische Umsatzsteuersystem unterscheidet sich von jenem, das Unternehmer in Europa gewohnt sind. Amerikanische Unternehmer haben die sogenannte Sales Tax einzuheben und abzuführen, sofern sie Lieferungen und Leistungen an Endkunden erbringen, die im selben US-Bundesstaat ansässig sind. Anders ist das bei Lieferungen und Leistungen, die über den Bundesstaat, in dem der Unternehmer ansässig ist, hinausgehen oder die von Unternehmern erbracht werden, die außerhalb der USA als ansässig gelten: hier ist grundsätzlich der Endkunde verpflichtet die Steuer, die dann Use Tax heißt, zu deklarieren und abzuführen.

Bisher Umsatzsteuerpflicht an physische Präsenz geknüpft

Über mehr als 25 Jahre wurde die Beurteilung der umsatzsteuerlichen Ansässigkeit eines Unternehmers in einem US-Bundesstaat im Wesentlichen an seine physische Präsenz vor Ort geknüpft. Das bedeutete, dass Unternehmen nur dann in den USA Umsatzsteuer zahlen müssen, wenn diese über Angestellte, unabhängige Vertreter dort beschäftigen und dazu über Räumlichkeiten verfügen.

Richtungsweisendes Urteil

Nun hat allerdings der U.S. Supreme Court im Fall „South Dakota gegen Wayfair“ eine Entscheidung gefällt, die diese bisherige Verwaltungspraxis völlig neu ordnet. Demnach ist für die Umsatzsteuerpflicht in dem jeweiligen US-Bundesstaat eine physische Präsenz vor Ort nicht mehr erforderlich. Im Fall des US-Bundesstaates South Dakota ergibt sich daraus für auswärtige Unternehmer eine Umsatzsteuerpflicht sofern:
• der lokale Umsatz jährlich 100.000 Dollar überschreitet oder
• jährlich zumindest 200 separate Umsätze vor Ort erfolgen.

"Es ist anzunehmen, dass andere US-Bundesstaaten schnell reagieren und der Entscheidung des U.S. Supreme Courts folgen", erwartet Robert Lovrecki, Steuerexperte bei TPA. Für ausländische, und damit auch europäische Unternehmen, kann es so auch, wenn diese nicht physisch präsent sind, zu einer Umsatzsteuerpflicht in den USA kommen. Das trifft vor allem Online-Händler, die Waren in den USA verkaufen.

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