Die besten Tipps, wie Sie 2017 noch Ihre Steuerlast senken können

Die besten Tipps, wie Sie 2017 noch Ihre Steuerlast senken können

Der Jahresausgleich sollte möglichst viel Geld einbringen. Dafür sollte man aber auch ein paar Tipps beherzigen.

Steuerpflichtige, die bis Jahresende noch gezielt die eine oder andere Ausgabe tätigen, können so die finanzielle Last, die einem der Fiskus aufbürdet, für 2017 noch senken. trend.at erklärt, wie man legal noch seine Steuern senken kann.

Man muss kein Millionär sein, um die jährliche Steuerlast zu drosseln. Dazu bedarf es auch keiner komplexen Steuerkonstruktionen oder die Verschiebung von steuerpflichtigem Geld in Steueroasen. Jeder kann ganz legal und ohne dafür einen Stab von Beratern zu beschäftigen, ein paar hundert oder gar tausend Euros an Steuern vom Staat zurückholen - wenn man ein paar Tipps beherzigt.

Die besten Chancen auf Extrageld vom Staat haben jene, die auf eigene Rechnung Ausgaben für den Job auf eigene Rechnung tätigen, Kosten für Kinder geltend machen können, selbst Wertpapiere besitzt und diese steuerrechtlich intelligent kauft und verkauft, Spenden so tätigt, dass sie auch steuerlich wirksam werden und die Zahlung überdurchschnittlicher finanzielle Belastungen so gestaltet, dass der Fiskus bereit ist, die Steuerlast zu reduzieren.

Letzte Chance, um die Steuererklärung 2012 einzureichen

Wer hofft vom Staat noch aus vergangenen Jahren Geld vom Fiskus zurückzubekommen, sollte sich beeilen, wenn er noch Arbeitnehmerveranlagungen aus vergangenen Jahren nicht eingereicht hat. Diese freiwilligen Veranlagungen können nur innerhalb von fünf Jahren, nach Ablauf des Steuerjahres, beim Finanzamt eingereicht werden. Das bedeutet: Bis Jahresende muss spätestens der Antrag für das Jahr 2012 gestellt werden.

Werbungskosten noch heuer zahlen

Bei Werbungskosten gilt das Abflussprinzip. Sollen Werbungskosten wie beispielsweise Fortbildungskosten, Fachliteratur oder Mitgliedsbeiträge noch im alten Jahr steuerwirksam sein, müssen diese noch bis 31. Dezember 2017 bezahlt werden.

Börsen-Gewinne mit jenen von Verlusten gegenrechnen

Wer heuer beim Verkauf von Aktien oder Fonds Gewinne realisiert hat und in seinem Portfolio auch Positionen mit unrealisierten Verlusten hat, sollte überlegen diese abzustoßen. „So können Veräußerungsgewinne durch Substanzverluste ausgegleichen werden und damit die KESt auf Kapitalerträge gesenkt werden“, erläutert Christina Pichler, von der Steuerberatungskanzlei SOT Süd Ost Treuhand.
Denn seit Anfang 2016 werden die Gewinne, die mit Wertpapieren erzielt werden, mit 27,5 Prozent besteuert. Diese Subtanzbesteuerung gilt für alle Aktien und Investmentfonds, die seit dem 1. Jänner 2011 erworben wurden. Für alle anderen erworbenen Kapitalanlagen, wie Anleihen und Derivate, gilt der 1. April 2012 als Stichtag. Verluste, die durch den Verkauf von Wertpapieren erzielt werden, können auch mit Erträgen von Dividenden und Anleihen gegengerechnet werden, nicht jedoch mit Sparbuchzinsen. Verfügt man bei verschiedenen Banken über Wertpapierdepots, sollte man von diesen einen Verlustausgleich anfordern. Bei der nächsten Steuererklärung können dann Verluste mit Gewinnen aus einem anderen Wertpapierdepot gegengerechnet werden.
„Steuerrechlich gesehen, ist es auch unbedenklich, wenn man die Titel anschließend gleich wieder kauft“, so SOT-Steuerberaterin Pichler. Einzige Nachteil sind die dabei anfallenden Transaktionskosten, die stark an den Erträgen zehren können.

Noch heuer Zukunftsvorsorge abschließen und Prämie einzahlen

Für jene, die privat für die Pension vorsorgen, ist der Staat bereit bis zu 116,17 Euro zuzuschießen. Denn wer in die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge heuer noch b bis zu 2.742,98 Euro investiert, erhält die für das Jahr 2017 die mögliche Höchstprämie von 116,77 Euro. Die Prämie muss jährlich auf einem amtlichen Vordruck beantragt werden. Diesen Vordruck erhält man direkt bei den jeweiligen Versicherungen oder anderen Anbietern, die eine Zukunftsvorsorge offerieren. Von dieser Förderung ausgeschlossen sind jene, die bereits in Rente sind.

Bausparen bringt bis zu 18 Euro staatlichen Zuschluss

Viel ist es zwar auch beim Bausparen nicht, aber der Staat fördert es zumindest. Allerdings bis zu einem maximalen Einzahlungsbetrag von 1.200 Euro pro Jahr. Der Staat schießt dafür bis zu 18 Euro zu.

Genau Regeln beim Spenden einhalten

Spenden an begünstigte Spendenempfänger sind ebenfalls steuerlich absetzbar. Allerdings nur solange der Gesamtbetrag zehn Prozent der Einkünfte des laufenden Kalenderjahres nicht überschreiten. Die Liste der steuerlich begünstigten Organisationen findet sich auf der Homepage des Finanzministeriums.
Damit Spenden absetzbar sind, müssen der Spendenorganisation der Name des Spenders und auch dessen Geburtsdatum bekannt gegeben werden. Die Spenden werden von der Spendenorganisation dann direkt dem Finanzamt gemeldet. Doch Vorsicht: „Sollte es zu Abweichungen zwischen den eigenen Aufzeichnungen und dem gemeldeten Spender kommen, akzeptiert die Finanz die Spende nicht", so Pichler. Hat man etwa bei einer Spende den eigenen Namen nicht exakt angegeben, lässt einen der Fiskus abblitzen.

Staat hat Sonderausgaben-Topf weitgehend gestrichen

Nur wer vor 2016 eine freiwillige Kranken- oder Unfallversicherungen, Pensions- oder Lebensversicherung abgeschlossen hat, kann diese noch steuerschonend geltend machen. Denn diese als sogenannten Topf-Sonderausgaben geltenden Ausgaben wurden durch die Steuerreform 2016 de facto eliminiert. So können seit damals weder neue Versicherungsverträge abgesetzt werden, noch Zahlungen für freiwillige Kranken- oder Unfallversicherungen. Pensions- oder Lebensversicherungen können nur noch dann geltend gemacht werden, wenn der Vertrag vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurde. Gleiches gilt für Ausgaben zur Wohnraumschaffung und –sanierung.

Schulung für jene, die die Kinder betreuen noch unbedingt heuer abschließen

Kosten der Kinderbetreuung können bis zum 10. Lebensjahr und bis zu maximal 2.300 Euro pro Kind und Jahr abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass das Kind von pädagogisch qualifizierten Personen betreut wird. Um als qualifizierter Pädagoge zu gelten, reicht nicht mehr ein achtstündiger Kurs. "Mittlerweile müssen mindestens 35 Stunden nachgewiesen werden", so Gottfried Sulz, Steuerberater bei TPA.
„Fehlen Babysitter und bisherige Kinderbetreuungspersonen eine solche Schulung, kann das noch bis 31. Dezember nachgeholt werden, ohne dass die absetzbaren Kinderbetreuungskosten gekürzt werde“, so SOT-Expertin Pichler.

Strengere Regeln für Au-Pairs

Auch Au-Pairs müssen ihre Qualifizierung als Pädagoge durch einen solchen Kurs nachweisen. „Erfahrungen aus früheren Au-Pair-Tätigkeiten gelten nicht als ausreichende pädagogische Qualifikation“, so Pichler. Bei Kinderbetreuern aus dem Ausland müssen diese den Kurs sogar bereits innerhalb der ersten zwei Monate ihrer Tätigkeit in Österreich absolvieren. Nur dann können Eltern die Kinderbetreuungskosten voll absetzen. Andernfalls können diese erst ab Nachweis der Qualifikation abgesetzt werden. Schulgeld für Privatschulen und Kosten für Nachhilfe akzeptiert der Fiskus übrigens nicht als Absetzposten.

Es sind jedoch nicht nur Kosten für Kindergarten, Hort oder Ferienlager absetzbar, sondern auch für die Verpflegung der Kinder oder etwa Bastelgeld.

Außergewöhnliche Belastungen noch heuer zahlen

Verständnis hat der Staat auch für außergewöhnliche Belastungen des Haushaltsbudgets. Um als Absetzposten durchzugehen, müssen diese zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. Dazu zählen Ausgaben für Arztrechnungen, typischerweise Kosten für Implantate oder Brücken. Aber selbst trotz hoher Ausgaben, bleibt die Steuerreduktion oft minimal. „So müssen meist einige Rechnungen oder ein paar wenige große Rechnungen zusammenkommen, damit sich dieser Absetzposten auszahlt“, weiß TPA Experte Sulz. Denn es wird nur ein Gesamtbetrag berücksichtigt, der den jährlichen Selbstbehalt überschreitet. Steuerwirksam werden solche Ausgaben erst, wenn diese einen vom Einkommen und Familienstand abhängigen Selbstbehalt übersteigen. Dieser beträgt bis zu zwölf Prozent des Einkommens. Abzugsfähig sind unter anderem Kosten für Arzt, Medikamente, Spital, Betreuung, Ausgaben für Zahnbehandlungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte und Heilbehelfe wie Zahnersatz, Sehbehelfe einschließlich Laserbehandlung zur Verbesserung der Sehfähigkeit, Hörgeräte, Prothesen und Gehhilfen. Einzelne außergewöhnliche Belastungen wie Behinderungen, Katastrophenschäden, Kosten für Kinder, die eine auswärtige Berufsausbildung erhalten.

TPA-Steuerberater Sulz: „Wer über kein steuerpflichtiges oder über ein geringeres Einkommen verfügt, sollte den besser verdienende (Ehe-)Partner die Arztrechnungen und den Kirchenbeitrag zahlen lassen." Auf diese Wiese lässt sich bei der Steuererklärung des Partners unter Umständen ein höherer Steuerspareffekt erzielen.

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