Steuertipps zum Jahresende 2018 für Dienstnehmer und Anleger

Steuertipps zum Jahresende 2018 für Dienstnehmer und Anleger

Sich vor Jahresende noch damit zu beschäftigen, wie man für das heurige Jahr steuerlich am besten fährt, kann sich lohnen.

Dienstnehmer können noch vor Jahresende 2018 mit der einen oder anderen cleveren Rochade Steuern sparen. Dasselbe gilt für Anleger in klassische Wertpapiere und für Investoren in Kryptowährungen, vor allem für jene, die auf Verlusten sitzen.

Ihre Kryptowährungen sind am Abstürzen. An den Aktienmärkten sieht es auch nicht gut aus. Die Steuererklärungen der letzten Jahre sind noch nicht alle gemacht? Privat sind Sie mit dem Firmenauto heuer wenig gefahren? Betrifft Sie das eine oder andere, dann sollten Sie vor Jahresende unter Umständen noch agieren. Gottfried Sulz, Steuerexperte von TPA, sagt, worauf es heuer noch ankommt.

1. Noch vor Jahresende Steuererklärung für 2013 einreichen

Der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung 2013 kann bis zum 31. Dezember 2018 gestellt werden, die Frist läuft mit Jahresende ab. „Auch wenn noch einige Belege fehlen, stellen Sie den Antrag. Fehlende Unterlagen können nachgereicht werden“, rät Gottfried Sulz, Steuerberater und Partner von TPA.

2. Privatnutzung von Dienstwägen

Wer ein Firmenauto fährt, muss nicht nur monatlich Steuer für den Sachbezug bezahlen, er kann am Jahresende unter bestimmten Umständen auch etwas zurückbekommen. So gilt bei nachweislich wenigen Privatfahrten der halbe Sachbezug.

  • Wird der Dienstwagen nachweislich im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 500 km monatlich oder bis zu 6.000 Kilometer pro Jahr für Privatfahrten genutzt - einschließlich der Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte und zurück -, dann beträgt der Sachbezugswert jeweils die Hälfte.
  • Um nur den halben Sachbezug geltend machen zu können, dienen entweder die Aufzeichnungen des Fahrtenbuchs oder man weist die Privatfahrten dadurch nach, dass die jährlichen dienstlich nachgewiesenen Fahrten von der Gesamtkilometerzahl abgezogen werden.
  • Für Elektroautos fällt kein Sachbezug an, der geldwerte Vorteil muss in der Steuererklärung daher auch nicht angegeben werden. Wenn in der Firma Strom gratis getankt wird, ist das ebenfalls nicht steuerpflichtig.

3. Verluste aus Kapitalvermögen mit Gewinnen gegenrechnen

Gewinne aus Kapitalvermögen wie Aktien, Anleihen, Fonds oder Derivate werden mit 27,5 Prozent besteuert. Dabei werden nicht nur Zinsen und Dividenden besteuert, sondern auch Gewinne, die aus dem Verkauf von Wertpapieren entstehen. Realisierte Wertsteigerungen sind somit steuerpflichtig und unterliegen, wie auch laufende Einkünfte aus Kapitalvermögen, der Besteuerung. Jedoch nur, wenn es sich um sogenanntes „Neuvermögen“ handelt.

Neuvermögen liegt vor, wenn

  • Anteile an Aktien und Investmentfonds nach dem 31. Dezember 2010 erworben wurden
  • sonstiges Kapitalvermögen wie Anleihen und Derivate ab dem 1. April 2012 erworben wurde.

Die Bank muss für alle Depots eines Steuerpflichtigen automatisch einen Verlustausgleich machen. Hält der Steuerpflichtige bei verschiedenen Banken Depots oder befindet sich eines im Ausland, besteht für den Steuerpflichtigen die Möglichkeit der Verlustausgleichsoption, im Rahmen derer (bestimmte) positive Einkünfte mit bestehenden negativen Einkünften (Verlusten) ausgeglichen werden können. Vom Verlustausgleich ausgenommen sind jedoch Gemeinschaftsdepots, betriebliche Depots und Treuhanddepots.

Ein Verlustausgleich ist jedoch nur bei gleichartig besteuerten Überschüssen aus Kapitalvermögen im selben Jahr möglich, wie etwa Dividenden, Anleihezinsen, Veräußerungsgewinne aus Aktien oder Anleihen. Eine Verrechnung mit Zinserträgen aus Bankguthaben ist nicht möglich. Für Kapitalvermögen in Depots, die von demselben Bankinstitut geführt werden, erfolgt ein automatischer Verlustausgleich. Bei betrieblichen Depots, Gemeinschaftsdepots und für Wertpapiere, bei denen die Anschaffungskosten pauschal ermittelt werden, wird der Verlustausgleich nicht automatisch durchgeführt.

Wer Wertpapierkonten bei mehreren Banken hat, muss sich selbst um Verlustausgleich kümmern

„Besitzen Sie Wertpapiere bei unterschiedlichen Bankinstituten, ist ein bankübergreifender Verlustausgleich nur im Steuerausgleich beim Finanzamt möglich“, erläutert Sulz. Dafür müssen jedoch nicht alle Kapitaleinkünfte offengelegt werden, sondern nur jene, für die ein Ausgleich beantragt wird. Sulz: „Prüfen Sie vor Jahresende, ob Verkäufe von Verlustpositionen eine Möglichkeit sind, Steuern zu sparen. Sie können dadurch eventuell eine Steuergutschrift bereits bezahlter KESt erzielen.“ Umgekehrt kann das Realisieren von Gewinnen ratsam sein, – weil (teilweise) KESt-frei, wenn Sie heuer bereits relevante Verluste aus Kapitalvermögen erlitten haben

4. Kryptowährungen: Verluste realisieren kann steuerlich sinnvoll sein

Beträgt der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung von Kryptowährungen weniger als ein Jahr, werden diese Spekulationseinkünfte mit dem progressiven Steuersatz bis zu 50 Prozent bzw. 55 Prozent besteuert. Werden Digitalwährungen mit Verlusten verkauft, können diese jedoch nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften innerhalb desselben Kalenderjahres verrechnet werden. Eine Verlustverrechnung mit anderen Einkünften ist nicht möglich.

„Es kann daher sinnvoll sein, noch vor Jahresende Verluste zu realisieren, um damit bisherige steuerpflichtige steuerliche Gewinne des Jahres 2018 auszugleichen (oder umgekehrt) und damit steuerfrei zu stellen“, rät Steuerprofi Sulz.

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