Steuerreform und Handwerkerbonus: Eine gute Waffe gegen Pfusch?

Friseure zählen zu jenen Branchen in denen am meisten an der Finanz vorbeigearbeitet wird.

Friseure zählen zu jenen Branchen in denen am meisten an der Finanz vorbeigearbeitet wird.

Die Schwarzarbeit soll 2016 zurück gehen. Für Niederösterreich gibt es erste Schätzungen. Wie viele Milliarden derzeit an der Finanz vorbeigeschummelt werden und in welchen Branchen die Schwarzarbeit am stärksten blüht.

3,2 Prozent weniger Pfusch für 2016 erwartet

Rund 3,35 Milliarden Euro wird 2016 das Gesamtvolumen der Schattenwirtschaft - der sogenannte "Pfusch" - in Niederösterreich erreichen. Diese Zahl entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst den Berechnungen, die Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt hat. Damit wird die regionale Wertschöpfung der Schwarzarbeit in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr um 110 Millionen Euro oder 3,2 Prozent zurückgehen. 2015 ist in Niederösterreich noch um 3,46 Milliarden Euro gepfuscht worden.

Handwerkerbonus gutes Mittel zur Pfuschbekämpfung

Als Grund für die rückläufige Schattenwirtschaft im Land ortet Schneider die Entlastung der Steuerzahler durch die Senkung der Lohn- und Einkommensteuertarife. Auch der Handwerkerbonus habe sich im Vorjahr als wirksame Waffe gegen die Schwarzarbeit erwiesen und sollte daher seiner Ansicht nach verlängert werden. Dieser Vorschlag ist Wasser auf den Mühlen von NÖ-Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, die im Handwerkerbonus einerseits ein probates Mittel zur Pfuschbekämpfung, andererseits auch einen wichtigen Konjunkturimpuls sieht.

Bau und Friseure: In diesen Branchen wird am meisten gepfuscht

In Niederösterreich wird am Bau und im Baunebengewerbe am meisten schwarz gearbeitet. Laut Schneider macht dieser größte Brocken 2016 landesweit 1,31 Milliarden Euro aus. Kräftig gepfuscht wird auch im Friseurgewerbe und bei den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen, wie Babysitten oder Nachhilfestunden, auf die in Niederösterreich zusammengerechnet 570 Millionen Euro entfallen. Auf jeweils 536 Millionen Euro kommt die Schattenwirtschaft in Niederösterreich bei Gewerbe- und Industriebetrieben sowie in Hotels und Gaststätten. In der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche wird zwischen Enns und Leitha um 402 Millionen Euro gepfuscht.

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