Steuern seit 1995 um fast 90 Prozent gestiegen

Steuern seit 1995 um fast 90 Prozent gestiegen

Der Staat kassierte in den vergangenen Jahren immer mehr Geld von seinen Steuerzahlern

Der Fiskus hat die Steuerschraube in den vergangenen 22 Jahren kräftig angezogen. Die Inflation und BIP sind im selben Zeitraum längst nicht so stark gestiegen. Wie stark die Steuerlast seither für jeden einzelnen im Schnitt zugenommen hat.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Besteuerung pro Kopf hat in Österreich seit 1995 fast durchgängig zugenommen. Eines der wenigen Ausnahmejahre ist 2016 – hier hat sich die Senkung der Lohnsteuer ausgewirkt. Das ist das Ergebnis einer Berechnung des Think Thank Agenda Austria, das dafür die gesamten Steuereinnahmen eines Jahres durch die Zahl der jeweils ansässigen Personen seither dividiert hat.

11.148 Euro Steuern im Schnitt pro Jahr

Noch 1995 hat jeder hierzulande Niedergelassene im Durchschnitt 5.972 Euro an Steuern bezahlt, 2016 waren es bereits 11.148 Euro – um 86,7 Prozent mehr.

Diesen Anstieg könnte man damit begründen, dass in der selben Zeit auch das Pro-Kopf-Einkommen gestiegen ist und die Inflation ebenso gestiegen ist. Das stimmt zwar, "aber beide Werte sind viel weniger stark gestiegen als die durchschnittliche Steuerlast", erklärt Michael Christl, Ökonom bei der Agenda Austria. So betrug die Inflation seit 1995 etwa 45 Prozent. Und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, der wichtigste Indikator für den Wohlstand, ist in dem Zeitraum um rund 73 Prozent gestiegen. "Beides ist deutlich geringerer Anstieg als die 86,7 Prozent an Steuer-Steigerung", so Christl.

Die Steuerlast ist seit 1995 in Österreich massiv gestiegen.

Die Steuerlast ist seit 1995 in Österreich massiv gestiegen.


Die Betrachtung ist ohne Sozialabgaben, aber diese haben sich ähnlich entwickelt.

Damit zahlen hierzulande Ansässige im Durchschnitt einen spürbar höheren Anteil ihres Einkommens an Steuern als das vor 20 Jahren der Fall war. Christl: "Österreich hat daher kein Einnahmenproblem, sondern ein eines bei den Ausgaben. Sonst müsste die Republik nicht jedes Jahr neue Schulden aufnehmen".

Bei Förderungen sparen?

Der Ökonom plädiert dafür Ausgaben wie Förderungen zu streichen. Das Sparpotenzial beziffert Christl mit mindestens 500 Millionen Euro jährlich. Und auch beim größten einzelnen Ausgabenposten der Republik, den Pensionen, sieht er Handlungsbedarf: Deutschland und die Niederlande heben wegen der steigenden Lebenserwartung das Pensionsantrittsalter an, um die Kosten im Griff zu behalten. Das selbe gelte für den kostenintensiven Föderalismus.

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