Steuern: Mit diesen Problemen kämpfen Unternehmen

Steuern: Mit diesen Problemen kämpfen Unternehmen

Viele Unternehmen bereiten die korrekten Abgaben an die Finanz einen hohen Aufwand. Was die Unternehmen besonders viel Mühe kostet, welches neuen Steuersystem den Unternehmen Sorgen bereitet und was getan werden sollte und was sich Unternehmen erwarten.

Hohe Abgaben und ein komplexes System erschweren das Wirtschaften hierzulande. Das ergab Deloitte Austrian Tax Survey 2019. Die Ergebnisse lassen auf ein mühsames Arbeiten schließen, wenn es darum geht, richtig die Steuern abzuführen. Für rund drei Viertel der befragten Unternehmen empfinden das steuerliche Umfeld laut der Umfrage von Deloitte als schwierig. Dafür wurden österreichweit 263 Führungskräfte zu ihre Einschätzungen zur heimischen Steuerlandschaft gebeten. Mehr als die Hälfte der Befragten zeigt sich demnach skeptisch, was die zukünftige Entwicklung des Steuerstandortes betrifft.


Steuern und Kosten stellen seit Jahren einen klaren Standortnachteil dar


meint Verena Gabler, Steuerexpertin bei Deloitte Österreich.„Hohe Abgaben und ein komplexes System erschweren das Wirtschaften hierzulande. Das ist nicht nur unnötig, sondern bremst Österreich in internationalen Rankings aus und schmälert die Wettbewerbsfähigkeit.“

Unklare und widersprüchliche Steuern
Große Unsicherheiten entstehen laut 68 Prozent der befragten Unternehmer vor allem durch die unklare oder widersprüchliche Interpretation steuerlicher Regelungen durch die Finanzverwaltung, 55 Prozent klagen über häufige Gesetzesänderungen. Hier fehlt es deutlich an Stabilität und Klarheit. „Das steuerliche Umfeld führt immer wieder zu ungewollten Fehltritten seitens der Unternehmen. Aus der Praxis wissen wir aber: Unternehmen wollen es richtig machen. Nicht umsonst ist Tax Compliance eines der Themen, die die Befragten am meisten beschäftigen“, erklärt Gabler.

Einfachere Verwaltung und geringere Lohnnebenkosten gewünscht
Aus Sicht der befragten Führungskräfte hätten neben einer Vereinfachung des Steuersystems die Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine einfachere Verwaltung den positivsten Effekt für den Wirtschaftsstandort. Themen wie die Ökologisierung des Steuersystems sind eher nachrangig.

Furcht vor zusätzlicher Belastung durch Ökologisierung der Steuern
„Für Unternehmen stehen Effizienz und Wirtschaftlichkeit an erster Stelle. Eine Ökologisierung des Steuersystems assoziieren hingegen viele mit zusätzlichen Belastungen. Sollte der Gesetzgeber Schritte in diese Richtung setzen, müssen daher jedenfalls parallel umfassende steuerliche Erleichterungen mitgedacht werden“, ergänzt Gabler.

Einfacheres Einkommenssteuergesetz nötig
75 Prozent der Unternehmen sehen eine Senkung der Lohnnebenkosten als dringlichste Maßnahme. Mit 51 Prozent steht ein einfacheres Einkommensteuergesetzes auf der Wunschliste an zweiter Stelle. Dahinter folgen die Reduktion des Körperschaftsteuersatzes (38 %) sowie des Einkommensteuersatzes (37 %).

Begleitende Kontrolle und Ruling von den Unternehmen positiv angenommen
Um den Unternehmen mehr Rechtssicherheit zu geben, ist die begleitende Kontrolle – auch als „Horizontal Monitoring“ bekannt – aus Expertensicht ein gutes Instrument. Das bestätigt die Deloitte Umfrage: 85 Prozent jener Befragten, die sich damit bereits auseinandergesetzt haben, bewerten die Maßnahme als sehr gut bis gut. Ähnlich verhält es sich bei der Erweiterung der Ruling-fähigen Themengebiete.

Zusammenarbeit mit Finanz schafft Planungssicherheit
„Bisher haben zwar erst relativ wenige Unternehmen Erfahrung mit Horizontal Monitoring und Ruling gemacht. Die positive Resonanz aus ersten Erfahrungsberichten spricht aber für sich“, so die Steuerexpertin. „Die laufende Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung schafft für Unternehmen deutlich mehr Planungssicherheit und Transparenz.“

Digitalisierung bei Steuern hinken Unternehmen hinterher
Bei all dem Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers sind laut Deloitte auch die Unternehmen selbst gefordert. So hinken die meisten beim Thema Digitalisierung im Steuerbereich nach wie vor hinterher. Lediglich 19 % setzen sich auf steuerlicher Ebene intensiv mit Robotics, Automatisierung und Data Analytics auseinander.

Fehlerquote verringern
„Neue Technologien können die Fehlerquote bei internen Prozessen massiv verringern. Unternehmen haben damit also die Chance, sich selbst mehr Sicherheit zu verschaffen und gleichzeitig die Effizienz zu erhöhen“, gibt Verena Gabler zu bedenken.

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