Die wichtigsten Tipps für Ihre Steuererklärung

Die wichtigsten Tipps für Ihre Steuererklärung

Trend.at liefert wertvolle Tipps für Ihre Steuererklärung.

Ab Anfang Februar 2019 kann die Arbeitnehmerveranlagung für das vergangene Jahr eingereicht werden. Trend.at beantwortet die wichtigsten Fragen zum Jahresausgleich und sagt welche Neuerungen es gibt.

Wer schöne Überraschungen und Geschenke liebt, wird nach Weihnachten bereits den Februar herbeisehnen. Ab dann winken nämlich Präsente, diesmal nicht von den Liebsten, sondern vom Staat - in Form eines Steuernachlasses. Im Schnitt sind das pro Steuerzahler immerhin rund 300 Euro. Bei manchen kann es sogar erheblich mehr sein. Vorausgesetzt man macht eine Steuererklärung.

In freudiger Erwartung eines möglichen Extrageldes durchforstet bereits viele Onlineportale und Magazine nach wertvollen Tipps, um durch den Jahresausgleich so viel wie möglich herauszuholen. Ob aus innerem Genuss, dem Staat etwas vom hart verdienten Geld wieder abzuluchsen oder aus purem Pragmatismus, wer keinen Steuerberater hat, bleibt nichts anderes übrig, als sich in die Materie zu vertiefen. Trend.at liefert das nötige Wissen dazu.

Das jährliche Steuerbuch: Die Bibel für Do-it-yourself-Steuererklärer
Die Bibel dafür ist das jährlich erscheinende Steuerbuch, herausgegeben vom Finanzministerium selbst. In diesem Nachschlagewerk ist jede noch so kleine Steuersparmöglichkeit detailliert beschrieben und in fast liebevoll gestalteten Tabellen übersichtlich dargestellt. Der Kompendium "Das Steuerbuch 2018" liegen auf den Finanzämtern auf und ist auch zum Downloaden.

Familienbonus - pro Kind bis zu 1.500 Euro
Doch das alte Steuerbuch ist nicht so gut wie das neue. Denn fast jedes Jahr gibt es Änderungen. So auch diesmal. Auch für 2019 gibt es bereits Neuerungen. Die wichtigste Änderungen, die auch einen größeren Geldsegen vom Fiskus erwarten lässt, ist der ab 2019 erstmals ausgeschüttete Familienbonus. Pro Kind winkt eine Steuergutschrift von bis zu 1.500 Euro. Pro Monat sind das bis zu 125 Euro pro Kind und Nase. Der Ansturm auf den Extra-Familienbonus vom Staat hat laut Steuerberatern schon voll eingesetzt.

So geht es: Der Weg zum Familienbonus
Um an das Geld zu kommen, muss man zunächst das Formular E 30 organisieren. Für Familien ohne Zugang zu einem Computer liegen die Formulare bereits in den Finanzämtern auf.
Das Formular ist aber nicht beim Finanzamt abzugeben, sondern in der Firma.
Viele wollen möglichst schnell vom Bonus profitieren und am besten gleich ab dem Jänner-Gehalt. Um die damit verbundene Senkung der Lohnsteuer aber auch wirklich zu diesem Zeitpunkt wirksam zu machen, sollte man das nötige Formular am besten gleich abgeben.

Es reicht, wenn der Antrag am Ende des Jahres eingereicht wird
Doch keine Sorge, wer in diesem oder in den kommenden Monaten nicht daran denkt, verliert dennoch nicht den Anspruch darauf. Es reicht, wenn man den Bonus am Jahresende geltend macht. Geld vom Staat bekommen Eltern durch den Familienbonus aber nicht überwiesen. "Die Gutschrift reduziert entweder monatlich den Lohnsteuerabzug oder wer erst am Ende des Jahres darum ansucht, kann durch die Arbeitnehmerveranlagung so seine Lohnsteuer auf einmal um bis zu 1.500 Euro senken", erklärt Dieter Pock, Steuerberater der TPA. In voller Höhe wirkt der Bonus allerdings nur, wenn die Lohnsteuer entsprechend hoch ist.

Hier können Sie mit Hilfe des Brutto-Netto-Rechners und dem Förder.Portal die Höhe des Familienbonus berechnen

SONDERAUSGABEN

Sonderausgaben können sich steuerlich als wahrer Segen erweisen. Denn wer es geschickt anstellt, kann so seine Steuerbemessungsgrundlage kräftig senken. Topf-Sonderausgaben sind bis zu einer Höhe von 2.920 Euro, bei Alleinverdienern und Alleinerziehern bis zu einer Höhe von 5.840 Euro absetzbar. Wermutstropfen bei der Sache: Davon wirken sich letztlich aber nur maximal 25 Prozent auf die Höhe der Steuerbemessungsgrundlage aus.

Welche Ausgaben als Sonderausgaben gelten
Zu den Sonderausgaben zählen generell Kirchenbeiträge, bestimmte Spenden, Steuerberatungskosten und sogenannte Topf-Sonderausgaben (wie Versicherungsprämien für freiwillige Personenversicherungen, sofern sie vor 2016 abgeschlossen wurden, Beiträge zu Pflegeversicherungen und Pensionskassen), freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten und Ausgaben für Leibrenten und andere dauernde Lasten. Selbst wer keine Top-Sonderausgaben hat, dem wird automatisch eine Sonderausgabenpauschale abgezogen, diese ist jedoch mit 60 Euro relativ schmal bemessen. Dieses wird allerdings schon bei der monatlichen Lohn- oder Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Spenden: Wenn der Fiskus die noble Geste automatisch honoriert
Seit 2017 gibt es administrative Erleichterungen für all jene, die spenden. Der Fiskus honoriert seither die noble Geste, indem Spender sich nicht mehr selbst um die Eintragung in der Steuererklärung kümmern müssen. So berücksichtigt das Finanzamt automatisch Ausgaben für Kirchenbeiträge, Spenden als auch Beiträge für freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten in der Arbeitnehmerveranlagung. Das funktioniert allerdings nur, wenn die betreffenden Organisationen vom Zahlenden die notwendigen persönlichen Daten haben und so die elektronische Meldung ans Finanzamt durchführen können.

Spendenorganisationen fehlen oft alle nötigen persönlichen Daten
Dass Daten fehlen, kommt gar nicht so selten vor. "In der Praxis werden viele Spenden von den Organisationen nicht gemeldet", weiß TPA-Experte Pock aus Erfahrung. Man ist daher gut beraten, die Angaben beispielsweise auf seiner elektronischen Steuererklärung auf Finanz Online oder mit dem Einkommensteuerbescheid abzugleichen. "Wenn Spenden-Absetzbeträge fehlen, nützt es jedoch nichts sich mit dem Finanzamt in Verbindung zu setzen. Es ist notwendig, sich direkt an die Organisation zu wenden, die dann die entsprechende Meldung an das Finanzamt macht", erläutert der Steuerberater die Vorgehensweise.

Unter diesen Voraussetzungen können Ausgaben für Bauen, Sanieren, Versicherungen noch steuermindernd geltend machen
Sogenannte Topf-Sonderausgaben gibt es zwar noch, können jedoch nur noch unter bestimmten Voraussetzungen geltend gemacht werden. Diese Sonderausgaben wie Ausgaben fürs Bauen, Sanieren sind seit dem Jahr 2016 nur noch abzugsfähig (bis inklusive 2020), wenn mit der Bauausführung oder der Sanierung vor dem 1. Jänner 2016 begonnen wurde oder der Darlehensvertrag vorher abgeschlossen wurde. Derselbe Stichtag gilt für Prämien zu privaten Personenversicherungen wie Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherungen: Um diese Ausgaben von der Steuer absetzen zu können, muss der jeweilige Vertrag bis inklusive 2020 vor 2016 abgeschlossen worden sein.

Topf-Sonderausgaben bis zu 2.2920 Euro absetzbar
Sind solche Ausgaben noch abzugsfähig und das Einkommen ist nicht zu hoch, kann man dafür immerhin ein paar hundert Euro vom Staat zurückbekommen. So sind solche Ausgaben bis zu einer Höhe von 2.920 Euro absetzbar, bei Alleinverdienern und Alleinerziehern sogar bis zu einer Höhe von 5.840 Euro. Davon wirken sich aber nur höchstens 25 Prozent auf die Höhe der Steuerbemessungsgrundlage aus. Bei hohen Einkommen gelten Einschleifregelungen.

Sonderausgaben: Ab 60.000 Euro Einkommen ist wenig zu holen
Für jene, die mehr als 60.000 Euro steuerpflichtiges Einkünfte haben, fällt der Absetzposten für Sonderausgaben jedoch äußerst bescheiden aus. Dadurch kommen unterm Strich gerade einmal maximal 60 Euro Absetzposten zugestanden, der aber auch schon bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung berücksichtigt wurde. Die höchste Steuerersparnis können jene erwarten, die jährlich über Einkünfte zwischen rund 31.000 Euro und 36.400 Euro jährlich verfügen. Auch ihnen steht ein Viertel der Ausgaben bzw. des Höchstbetrags von 2.920 Euro (bzw. 5.840 Euro für Alleinerzieher und Alleinverdiener) zu.
Das ergibt bei einer Sonderausgaben-Obergrenze von 2.920 Euro einen Absetzposten von bis zu 730 Euro, bei einer Obergrenze von 5.840 Euro sind das bis zu 1.460 Euro, die steuerlich wirksam werden. Die Gutschrift hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz ab. Das sind beispielsweise bei einem Einkommen zwischen 31.000 und 36.400 Euro 42 Prozent.

Nachkauf von Versicherungszeiten: teuer, aber steuerlich voll absetzbar
Wenig erwarten darf man sich vom Staat für den Nachkauf von Studienjahren und damit verbundenen Versicherungsjahren. Dieser Nachkauf von Versicherungszeiten dient dazu, die eigene Pension finanziell aufzupeppen oder früher in Pension gehen zu können. Doch auch wenn die Ausgaben wie bisher weiterhin in voller Höhe und ohne Beschränkung absetzbar sind, lohnt sich das Modell vielfach finanziell nicht mehr.


„Die Pensionsmonate, die man sich so kaufen kann, sind sehr teuer geworden“.

erläutert TPA Steuerexperte Pock. Man könne niemandem mehr uneingeschränkt empfehlen, Pensionszeiten nachzukaufen. Einzige Ausnahme: Wer früher in Pension gehen möchte und dafür die so anfallenden hohem Kosten in Kauf nimmt. Wie hoch der Preis dafür jedoch ist, zeigt sich am Beispiel jener, die heute 60 und älter sind und Versicherungsjahre nachkaufen. Ein Schul- bzw. Hochschulmonat kostet bereits 2.784,97 Euro.

WERBUNGSKOSTEN

Als Werbungskosten gelten berufsbedingte Ausgaben wie für Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Computer, doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten, Fachliteratur, Kosten für das Fahrrad, Fahrtkosten, Fehlgelder, Gewerkschaftsbeiträge, Internet, Kosten für das Auto, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy.

Wann Werbungs- und Ausbildungskosten steuerlich etwas bringen
Wer für Werbungs- und Ausbildungskosten Rechnungen gesammelt hat, kann so die Einkommensteuer reduzieren. Wer jedoch selbst keine Werbungskosten im Steuerausgleich geltend macht, dem wird automatisch ein Pauschalbetrag von 132 Euro jährlich abgezogen. Auch dieser Pauschalbetrag wurde bereits bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Welche Fortbildungskurse der Fiskus bewilligt
Wer belegen kann, im Vorjahr höhere Ausgaben für den Job oder Kosten für eine Ausbildung gehabt zu haben als der Pauschalbetrag von 132 Euro, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. Doch Vorsicht: Das Finanzamt achtet genau auf die Abzugsfähigkeit der entsprechenden Ausgaben. So senkt zum Beispiel nicht jeder Kurs die Steuern. „Die Ausgaben sind nur dann abzugsfähig, wenn sie in Zusammenhang mit dem Job stehen, für diesen von Nutzen sind oder es sich um eine umfassende Umschulung handelt“, erläutert Pock. Seminare, die nur von allgemeinem Interesse sind, streichen Finanzbeamte gnadenlos aus der Steuerklärung heraus. „Kosten für Fremdsprachenkurse, die für die Arbeit von konkretem Nutzen sind, werden dagegen von der Finanz als Absetzposten meist akzeptiert“, weiß der Steuerexperte.

Wann der Fiskus für Bildung auch Reise- und Aufenthaltskosten als Absetzposten genehmigt Doch nicht nur die Kosten für den Kurs selbst werden dann steuermindernd berücksichtigt. Wer beispielsweise im Waldviertel lebt und auf Eigeninitiative einen Fortbildungskurs in Wien absolviert, kann nicht nur die Kursgebühren steuerlich geltend machen, sondern auch notwendige Reise- und Aufenthaltskosten.

Wie der Kauf von Handy und Computer die Steuern drücken
Wer pro Arbeitsmittel mehr als 400 Euro ausgibt, etwa für einen beruflich genutzten Computer, kann diesen nur verteilt auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung abschreiben. Bei beruflich verwendeten Computern beträgt die Nutzungsdauer zumindest drei Jahre und es muss von den Kosten ein Privatanteil abgezogen werden. Bei Computern kann dieser Privatanteil mit zumindest 40 Prozent geschätzt werden. Wenn ein Computer etwa 1.200 Euro kostet, man eine dreijährige Nutzung annimmt und den Privatanteil abzieht, können jährlich 240 Euro als Werbungskosten geltend machen. Auch bei einem beruflich genutzten Handy muss ein Privatanteil abgezogen werden.

ABSETZBETRÄGE

Im Unterschied zu Freibeträgen reduzieren Absetzbeträge nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern unmittelbar und in voller Höhe die zuvor berechnete Steuerlast selbst.

Kinderfreibetrag: Gilt noch ein letztes Mal
Ab 2019 entfallen der Kinderfreibetrag (440 Euro, wenn nur von einem Elternteil geltend gemacht, ansonsten je 300 Euro pro Elternteil) und die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten (bis 2.300 Euro jährlich pro Kind bis zum 10.Lebensjahr). Für 2018 kann man diesen Freibetrag aber noch sehr wohl geltend machen. Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag hat jeder Steuerpflichtige, der Familienbeihilfe bezieht. Der Kinderabsetzbetrag beträgt 58,40 Euro pro Kind und Monat. Es lohnt sich aber zu kalkulieren, ob es steuerlich nicht besser ist, den Freibetrag auf die Eltern aufzuteilen oder, wenn einer nicht genug verdient, damit der Absetzbetrag voll steuerlich wirksam wird, diesen zur Gänze dem anderen Elternteil voll zuzuordnen.

Alleinerzieher erhalten bis zu 494 Euro für das erste Kind
Der Staat erweist sich gegenüber Alleinerziehern verständnisvoll und gewährt, je nach Anzahl der Kinder, für die mehr als sechs Monate im Jahr Familienbeihilfe bezogen wurde, einen Alleinerzieherabsetzbetrag. Wenn Alleinerzieher aufgrund eines sehr niedrigen Einkommens ohnehin keine Steuern zahlen, erhalten diese zwischen 494 Euro für ein Kind und 889 Euro für drei Kinder als Negativsteuer gutgeschrieben. Für jedes weitere Kind gibt es 220 Euro.

Unterhaltsabsetzbetrag: Bis zu 58,40 Euro im Monat
Dieser kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und bei dem das Kind oder die Kinder nicht dem Haushalt zugehören. Dieser Absetzbetrag beträgt für das erste Kind 29,20 Euro monatlich, für das zweite 43,80 Euro und für jedes weitere Kinder 58,40 Euro.

Kosten fürs Pendeln senken Steuern um bis zu 690 Euro
Pendlern gegenüber erweist sich der Staat, je nach Einkommen, ebenfalls als gnädig. Dafür wurde der Verkehrsabsetzbetrag geschaffen. Dieser steht jedem mit einem aufrechten Dienstverhältnis zu und beträgt 400 Euro pro Jahr. Wer weniger als 12.200 Euro steuerpflichtiges Einkommen im Jahr erzielt und Anspruch auf ein Pendlerpauschale hat, bekommt beim Steuerausgleich einen erhöhten Absetzbetrag von 690 Euro angerechnet.

Verkehrsabsetzbetrag als auch Pendlerpauschale geltend machen
Der Verkehrsabsetzbetrag entfällt auch dann nicht, wenn die kleine oder große Pendlerpauschale in Anspruch genommen wird. Bei Brutto-Jahreseinkommen zwischen 12.200 und 13.000 Euro schleift sich der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag von 690 Euro gleichmäßig auf den „normalen“ Betrag von 400 Euro ein. Bei negativer Einkommensteuer wird Steuerpflichtigen, denen eine Pendlerpauschale zusteht, 2018 bis zu 500 Euro als Negativsteuer gutgeschrieben.

Pensionistenabsetzbetrag: Steuern um bis zu 764 Euro drücken
Der Pensionistenabsetzbetrag beträgt ebenfalls 400 Euro, vermindert sich jedoch einschleifend bei jährlichen Pensionseinkünften zwischen 17.000 Euro und 25.000 Euro auf bis zu null. Um einen erhöhten Absetzbetrag von 764 Euro geltend machen zu können, muss der Steuerpflichtige mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner sein. Der Partner darf höchstens ein Einkommen von 2.200 Euro erzielen.
Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag kann schon bei der laufenden Pensionsabrechnung berücksichtigt werden; dazu wird das Formular E30 benötigt. Alternativ kann der Absetzbetrag bei der Arbeitnehmerveranlagung gesondert im Formular L1 geltend zu machen.

Pendlereuro: Zwei Euro pro Kilometer
Besteht Anspruch auf eine Pendlerpauschale, dann steht auch ein Pendlereuro zu. Der Pendlereuro beträgt zwei Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Ob man aus steuerlicher Sicht als Pendler eingestuft wird, lässt sich einfach mit dem Pendlerrechner des Finanzministeriums herausfinden. Dieser ermittelt auch, ob die große oder die kleine Pendlerpauschale zusteht. Man gibt dazu die Adresse des Wohnortes und der Arbeitsstätte ein. Wer beispielsweise zwischen Wien und Krems mehr als zehn Mal im Monat hin- und herpendelt, kann eine jährliche Pauschale von 2.016 Euro oder von monatlich 168 Euro geltend machen. Zusätzlich gewährt die Finanz noch einen Pendlereuro. Der beträgt in diesem Fall 206 Euro im Jahr oder 17,17 Euro monatlich.

AUßERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

Hoher Selbstbehalt für jene, die mehr als 36.400 Euro verdienen
Die meisten außergewöhnlichen Belastungen, zu denen auch Kosten für den Zahnarzt, Begräbnis, Kur, Krankheit, Adoptionen und künstliche Befruchtung zählen, können nur insoweit abgesetzt werden, als der jährliche Selbstbehalt überschritten wird. Für Menschen mit Behinderung entfällt der bei solchen außergewöhnlichen Belastungen, wie Krankheitskosten und Therapiekosten geltende Selbstbehalt, soweit die Ausgaben in Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

Die Höhe des Selbstbehalts hängt vom Einkommen ab:

  • Bei höchstens 7.300 € Einkommen sind es 6 Prozent.
  • Zwischen 7.300 € und 14.600 € sind es 8 Prozent.
  • Zwischen 14.600 € und 36.400 € sind es 10 Prozent.
  • Und bei mehr als 36.400 € Einkommen sind es 12 Prozent, jeweils vom Einkommen gerechnet.

Wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, reduziert sich der Selbstbehalt um 1%-Punkt – jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, führt ebenfalls um eine Senkung dieser Prozentsätze um je einen Prozentpunkt.

Steuergutschrift für Kinderbetreuungskosten 2018 letztmalig gewährt
Der Fiskus ist 2018 ein letztes Mal bereit, Eltern Steuergutschriften für die Kosten von Kindergärten, Tagesmütter, Au-Pairs oder auch die betreuende Oma zu gewähren, sofern diese eine Rechnung stellen und diejenigen über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Doch die Anforderungen an die pädagogische Qualifikation dieser Personen sind mit der Steuererklärung 2018 höher.
So konnten Eltern die Ausgaben für die Kinderbetreuung bisher absetzen, wenn diese von einer Person mit pädagogischer Ausbildung durchgeführt wurde. Diese war nach Ansicht der Finanz bereits ausreichend, wenn ein 8-stündiger (für Betreuungspersonen unter 21 Jahren 16-stündiger) pädagogischer Kurs absolviert wurde. Pock: „Diese für den Steuerpflichtigen und die Kinderbetreuer relativ einfach zu erfüllenden Voraussetzungen werden ab der Steuererklärung 2018 geändert.“ Der Kinderbetreuer muss das 18. Lebensjahr erreicht haben und eine weitergehende pädagogische Ausbildung, wie Kindergartenpädagogen oder Horterzieher, vorweisen können.

Pflegekosten reduzieren Steuern um bis zu 50 Prozent der Kosten
Pflegekosten, beispielsweise für eine 24-Stunden-Pflege, können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, allerdings erst nach Abzug des erhaltenen Pflegegeldes und anderer Zuschüsse. Erfolgt die Pflege in einem Pflegeheim, ist zusätzlich noch eine Haushaltsersparnis abzuziehen.

Bei Behinderung entfällt in bestimmten Fällen der Selbstbehalt
Ist jemand behindert, entfällt der einkommensabhängige Selbstbehalt für die Pflegekosten, wenn der Pflegebedürftige selbst oder sein (Ehe-)Partner die Kosten trägt, sofern das Jahreseinkommen des Pfleglings 6.000 Euro nicht überschreitet. In diesen Fällen kann die Steuerersparnis, entsprechend hohes Einkommen vorausgesetzt, bis zu 50 Prozent der Heim- und Pflegekosten betragen. Übernehmen andere Angehörige, wie die eigenen Kinder, diese Kosten, weil das Einkommen des Pfleglings nicht ausreicht, ist jedoch ein Selbstbehalt abzuziehen. Doch Vorsicht: Überträgt der Pflegebedürftige als Gegenleistung für die Pflege Vermögen an seine Angehörigen, können die Pflegekosten von diesem Angehörigen nicht als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Wie man Ausgaben für den Zahnarzt am cleversten steuermindernd einsetzt
Bei kostspieligen Ausgaben für den zahnärztliche Leistungen wie Implantate oder Kronen, rät der TPA-Experte, wenn möglich sämtliche Zahlungen dafür in einem Kalenderjahr zu leisten, statt Ratenzahlung über mehrere Jahre. „Sonst überschreiten die Kosten den Selbstbehalt meist nicht," weiß Pock, „denn der einkommensabhängige Selbstbehalt bei Zahlungen über mehrere Jahre würde in diesem Fall mehrmals gelten und so die steuerwirksamen Beträge schmälern.“

Wann der Staat zur Kur dazu zahlt
Das Kreuz drückt oder die Schulter schmerzt? Wer vom Arzt nicht attestiert bekommt, dass er aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Kur braucht, kann die Kosten dafür hinterher auch nicht als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Sieht der Arzt jedoch eine medizinische Notwendigkeit für eine Kur, werden die Kosten für Aufenthalt, Kurmittel und medizinische Betreuung und die Fahrtkosten zum und vom Kurort als außergewöhnliche Belastungen anerkannt.

Kosten von Begleitpersonen bei Pflegebedürftigen absetzbar
Bei pflegebedürftigen Personen und Kindern sind auch die Kosten für eine Begleitperson absetzbar. Davon müssen noch Kostenersätze und Haushaltsersparnis in der Höhe von 156,96 Euro monatlich abgezogen werden. Die Haushaltsersparnis sind pauschal ermittelte Lebenshaltungskosten, die zu Hause angefallen wären, wenn man nicht auf Kur gewesen wäre.

AUTOMATISCHER STEUERAUSGLEICH

Geld zurück – ganz automatisch

Wer bis zu einer bestimmten Frist keine freiwillige Steuererklärung einreicht, kommt möglicherweise in den Genuss der sogenannten „antragslose Arbeitnehmerveranlagung“. Der Technik und dem Willen des Staates sei Dank, brauchen viele von ihnen ab sofort keinen Antrag auf Steuervergütung mehr zu stellen. Voraussetzung dafür ist, dass man neben seinem Dienstverhältnis keine Nebeneinkünfte hat, man nicht mehrere lohnsteuerpflichtige Einkommen gleichzeitig bezieht und die Veranlagung alleine aufgrund der Aktenlage beim Finanzamt zu einer Steuergutschrift führt. Letzteres trifft insbesondere auf jene zu, denen eine Negativsteuer zusteht.

Wer weniger als 12.600 Euro im Jahr verdient, profitiert von Negativsteuer
Auch die gemeldeten Spenden und Kirchenbeiträge werden bei der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt. „Der automatische Steuerausgleich nützt vor allem jenen Steuerpflichtigen, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens annehmen, ohnehin kein Geld zurück zu bekommen und deswegen bisher keine Arbeitnehmerveranlagung gemacht haben“, erläutert Pock. Geld vom Staat aufgrund der Negativsteuer erhalten all jene Arbeitnehmer zurück, deren steuerpflichtiges Jahreseinkommen weniger als 12.600 Euro beträgt.

Geringverdiener: Staat refundiert Beiträge für die Sozialversicherung
Die Rückerstattung der Negativsteuer kann es ordentlich im Geldbörsel klingeln lassen. Wer monatlich weniger als 1.255,90 Euro brutto verdient, zahlt bereits keine Lohnsteuer von seinen laufenden Bezügen. Zusätzlich schreibt das Finanzamt durch die Arbeitnehmerveranlagung bis zu 50 Prozent bestimmter Werbungskosten (im Wesentlichen sind das die bei der Gehaltsabrechnung einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge) als SV-Rückerstattung („Negativsteuer“) wieder gut, soweit die bei der Veranlagung berechnete Einkommensteuer negativ ist. Diese Gutschrift beträgt pro Veranlagungsjahr maximal 400 Euro. Steht dem Steuerpflichtigen eine Pendlerpauschale zu, erhöht sich die maximal mögliche Negativsteuer auf bis zu 500 Euro. Davon profitieren vor allem Lehrlinge, Teilzeitkräfte, aber auch Ferialpraktikanten. Selbstständige und freie Dienstnehmer haben, selbst wenn sie weniger als 1.255,90 Euro im Monat verdienen, jedoch auch weiterhin keinen Anspruch auf eine Negativsteuer.

Pensionisten: 20 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge retour
"Pensionisten können ebenso von der Negativsteuer profitieren", erklärt Pock. Wenn die berechnete Einkommensteuer negativ ist, haben diese Anspruch auf eine Negativsteuer in Höhe von 20 Prozent der entrichteten Sozialversicherungsbeiträge, maximal erhalten sie jedoch 110 Euro gutgeschrieben.

Wann man trotzdem selbst einen Steuerausgleich machen sollte
„Selbst wenn man ein Kandidat für eine automatisch erstellte Arbeitnehmerveranlagung ist, sollten alle, die Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen geltend machen wollen, selbst eine Arbeitnehmerveranlagung einreichen“, rät TPA-Steuerprofi Pock. Ein bereits automatisch generierter Bescheid wird dadurch aufgehoben und jene Absetzposten, die das Finanzamt aufgrund der Aktenlage nicht kennen konnte, berücksichtigt, sofern sie abzugsfähig sind.

Wer auf das meiste Geld vom Staat hoffen kann
Doch nicht jeder kann auf eine Steuergutschrift hoffen. Für manche kann die Steuererklärung wiederum besonders lohnend sein: Das sind Pendler, Familien, für all jene, die auf eigene Kosten eine Weiterbildung absolviert haben oder für solche mit hohen Sonderzahlungen. Aber selbst wer sich im Vorjahr finanziell nicht so verausgabt hat, dass der Fiskus ein Einsehen hat, hat trotzdem gute Chance ein Guthaben auf seinem Steuerkonto zu finden.

Nützliches Tool: Die Vorausberechnung
Dazu ist allerdings eine wesentliche Voraussetzung notwendig: Man muss eine "Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung" ausfüllen. Dafür benötigt man das Formulars L1. Für bestimmte Absetzbeträge oder anderen Zusätze braucht man weitere Formulare. Am praktischstes ist es, seine Steuererklärung im Internet auf Finanz online auszufüllen. Dort kann man sich vorab, unter der Rubrik "Vorausberechnung", ausrechnen lassen, ob man überhaupt Geld vom Staat zurück bekommen würde und wenn ja, in welcher Höhe.


"Wenn kein Steuerguthaben dabei herauskommt, bringt es auch nichts die Steuererklärung abzuschicken",

so Pock. Etwas mit den steuerlichen Absetzposten zu jonglieren, ist jedoch auch noch möglich, etwa beim Absetzposten für den Kinderfreibetrag und der Kirchensteuer und anderen Sonderausgaben. Bei Ehepaaren lohnt es sich auszuprobieren, beim wem die jeweilige Zurechnung mehr bringt. Eine Änderung ist auch nachträglich möglich, selbst bei der steuerlichen Berücksichtigung der Kirchensteuer, die mittlerweile automatisch an den Fiskus gemeldet wird. Um von der automatisch gemeldeten Zuordnung abweichende Berücksichtigung beim Finanzamt zu beantragen, ist das Formular L1D nötig.

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