Steuerausgleich für 2017: Die besten Tipps und Tricks

Steuerausgleich: Ab dem 8. Februar 2018 kann die Arbeitnehmerveranlagung für 2017 eingereicht werden.

Trend.at liefert wertvolle Tipps für Ihre Steuererklärung.

Ab dem 8. Februar kann die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2017 eingereicht werden. Trend.at beantwortet zehn wichtige Fragen zum Jahresausgleich und sagt welche Änderungen es gibt.

Für viele Arbeiter und Angestellte rückt einer der freudigste Tag im Jahr immer näher. Der Tag ab dem die Steuererklärung für das Vorjahr eingereicht werden kann. Aktuell können für das Jahr 2017 bereits Arbeitnehmerveranlagungen eingereicht werden. So mancher durchforstet Onlineportale und Magazine nach wertvollen Tipps dafür. Ob aus innerem Genuss, dem Staat etwas vom hart verdienten Geld wieder abzuluchsen oder aus purem Pragmatismus, wer keinen Steuerberater hat, bleibt nichts anderes übrig, als sich in die Materie zu vertiefen. Trend.at liefert dazu das nötige Wissen.

Die Bibel für steueraffine Arbeiter und Angestellte ist das jährlich erscheinende Steuerbuch, herausgegeben vom Finanzministerium selbst. In diesem Nachschlagewerk ist jede noch so kleine Steuersparmöglichkeit detailliert beschrieben und in fast liebevoll gestalteten Tabellen übersichtlich dargestellt. Der diesjährige Kompendium "Das Steuerbuch 2018" gibt es auch zum Downloaden.

Besonders lohnend ist die Steuererklärung für Pendler, Familien, für jene, die auf eigene Kosten Weiterbildungen absolviert haben oder Personen mit hohen Sonderzahlungen. Aber selbst wer sich im Vorjahr finanziell nicht so verausgabt hat, dass der Fiskus ein Einsehen hat, hat trotzdem gute Chance ein Guthaben auf seinem Steuerkonto zu finden. Dazu ist allerdings eine wesentliche Voraussetzung notwendig. Man muss eine "Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung" ausfüllen. Dafür benötigt man das Formulars L1. Für Absetzbeträge oder anderen Zusätze braucht man weitere Formulare. Am praktischstes ist es, seine Steuererklärung im Internet auf https://finanzonline.bmf.gv.at auszufüllen.

Spenden werden erstmals automatisch dem Fiskus gemeldet

Fast jedes Jahr gibt es jedoch kleine Änderungen. So auch für die Steuererklärung 2017. Diesmal sind einige Arten von Sonderausgaben betroffen. Aber keine Angst, der Fiskus rechnet die noble Geste weiterhin im selben Ausmaß als bisher an, erhöht aber den Service. Das Finanzamt berücksichtigt Ausgaben für Kirchenbeiträge, Spenden und Beiträge für freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten automatisch in der Arbeitnehmerveranlagung. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Organisation vom Zahlenden die notwendige persönlichen Daten erhalten und die elektronische Meldung ans Finanzamt durchgeführt hat. Ob die Organisation die richtigen Beträge gemeldet hat, lässt sich über Finanz Online feststellen. Dieter Pock, Steuerberater bei TPA, empfiehlt: „Jeder Steuerpflichtige sollte die in Finanzonline ersichtlichen Beträge unbedingt genau kontrollieren, um Fehlern bei der Meldung durch die Organisationen auf die Spur zu kommen. Ohne vorhandene Meldung können Spenden nicht steuermindernd berücksichtigt werden.“ Auch im Einkommensteuerbescheid wird genau aufgelistet, welche Organisationen welche Beträge gemeldet haben. Stimmt der Betrag mit der Spende nicht überein, muss man als Steuerpflichtiger bei der Organisation selbst die Korrektur veranlassen. Auch Ausgaben für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten werden von den Gesellschaften automatisch dem Fiskus gemeldet und steuerlich berücksichtigt.

SONDERAUSGABEN

Sonderausgaben senken die Steuerbemessungsgrundlage. Dazu zählen Kirchenbeiträge, bestimmte Spenden, Steuerberatungskosten, sogenannte Topf-Sonderausgaben (wie Versicherungsprämien für freiwillige Personenversicherungen, sofern sie vor 2016 abgeschlossen wurden, Beiträge zu Pflegeversicherungen und Pensionskassen), freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten und Ausgaben für Leibrenten und andere dauernde Lasten. Selbst wer keine Sonderausgaben hat, dem wird automatisch eine Sonderausgabenpauschale von 60 Euro abgezogen. Dieses wird allerdings auch schon bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Zwischen 60 und 1.460 Euro vom Staat retour

Topf-Sonderausgaben sind bis zu einer Höhe von 2.920 Euro, bei Alleinverdienern/Alleinerziehern bis zu einer Höhe von 5.840 Euro absetzbar. Davon wirken sich letztlich 25 Prozent auf die Höhe der Steuerbemessungsgrundlage aus. Die Abzugsposten im Rahmen dieser Topf-Sonderausgaben wie Ausgaben für Wohnraumsanierung und -schaffungen und Versicherungsprämien wurden allerdings spätestens ab 2021 gestrichen.. Diese Sonderausgaben sind ab dem Jahr 2016 nur noch dann abzugsfähig (bis inklusive 2020), wenn mit der Bauausführung oder der Sanierung vor dem 1.1.2016 begonnen wurde oder der Darlehensvertrag vor dem 1.1.2016 abgeschlossen wurde. Derselbe Stichtag gilt für Prämien zu privaten Personenversicherungen wie Kranken-, Unfall- oder Rentenversicherungen: Um diese Ausgaben von der Steuer absetzen zu können, muss der jeweilige Vertrag bis inklusive 2020 vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen worden sein. Ausgaben für nach diesem Stichtag abgeschlossene Verträge sind nicht mehr als Sonderausgaben abzugsfähig. Sind solche Ausgaben angefallen und noch abzugsfähig, kann man, wenn das Einkommen nicht zu hoch ist, dafür immerhin ein paar hundert Euro vom Staat zurückbekommen.

Ab 60.000 Euro Einkommen ist wenig zu holen

Für jene, die mehr als 60.000 Euro verdienen, fällt der Absetzposten aber bereits äußerst bescheiden aus. Diesen werden unterm Strich gerade einmal 60 Euro zugestanden. Die höchste Steuerersparnis können jene erwarten, die Einkünfte zwischen rund 32.000 Euro und 36.400 Euro jährlich haben. Auch ihnen steht ein Viertel der Ausgaben bzw. des Höchstbetrags von 2.920 Euro (bzw. 5.840 Euro für Alleinerzieher/Alleinverdiener) zu. Das ergibt bei einer Sonderausgaben-Obergrenze von 2.920 Euro bis zu 730 Euro, bei einer Obergrenze von 5.840 Euro bis zu 1.460 steuerlich wirksamem Absetzposten. Dieser Absetzposten führt entsprechend des persönlichen Grenzsteuersatzes zu einer Steuergutschrift. Das sind beispielsweise bei einem Einkommen zwischen 32.000 und 36.400 Euro 42 Prozent.

Der Nachkauf von Versicherungszeiten ist teuer und bringt wenig

Wenig erwarten darf man sich vom Staat für den Nachkauf von Studien- beziehungsweise Versicherungsjahren. Dieser Nachkauf von Zeiten soll dazu dienen, die eigene Pension finanziell aufzupeppen oder früher in Pension gehen zu können. Doch auch wenn die Ausgaben wie bisher weiterhin in voller Höhe absetzbar sind, ist das Modell mittlerweile vielfach nicht mehr attraktiv. „Die Pensionsmonate, die man sich so kaufen kann, sind sehr teuer geworden“, argumentiert Pock. Man könne niemandem mehr uneingeschränkt empfehlen, Pensionszeiten nachzukaufen. Einzige Ausnahme: Man möchte früher in Pension gehen und nimmt dafür hohe Kosten in Kauf.

WERBUNGSKOSTEN

Als Werbungskosten gelten berufsbedingte Ausgaben wie für Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Computer, doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten, Fachliteratur, Kosten für das Fahrrad, Fahrtkosten, Fehlgelder, Gewerkschaftsbeiträge, Internet, Kosten für das Auto, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy.

Wann Werbungs- und Ausbildungskosten steuerlich etwas bringen

Wer für Werbungs- und Ausbildungskosten Rechnungen gesammelt hat, kann so die Einkommensteuer reduzieren. Wer jedoch selbst keine Werbungskosten im Steuerausgleich geltend macht, dem wird automatisch ein Pauschalbetrag von 132 Euro jährlich abgezogen. Auch dieser Pauschalbetrag wurde bereits bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.

Welche Fortbildungskurse der Fiskus bewilligt

Wer belegen kann, im Jahr 2017 höhere Ausgaben für den Job oder Kosten für eine Ausbildung gehabt zu haben als diese Pauschale, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten eintragen. Doch das Finanzamt prüft die Abzugsfähigkeit dieser Kosten. So senkt zum Beispiel nicht jeder Kurs die Steuern. „Die Ausgaben sind nur dann abzugsfähig, wenn sie in Zusammenhang mit dem Job stehen, für diesen von Nutzen sind oder es sich um eine umfassende Umschulung handelt“, erläutert TPA-Experte Pock. Seminare, die nur von allgemeinem Interesse sind, streichen Finanzbeamte gnadenlos aus der Steuerklärung heraus. „Kosten für Fremdsprachenkurse, die für die Arbeit von konkretem Nutzen sind, werden dagegen von der Finanz als Absetzposten meist akzeptiert“, weiß Pock. Doch nicht nur die Kosten für den Kurs selbst werden dann steuermindernd berücksichtigt. Wer beispielsweise im Waldviertel lebt und auf Eigeninitiative einen Fortbildungskurs in Wien absolviert, kann nicht nur die Kursgebühren steuerlich geltend machen, sondern auch notwendige Reise- und Aufenthaltskosten.

Wie der Kauf von Handy und Computer die Steuern drücken

Wer pro Arbeitsmittel mehr als 400 Euro ausgibt, etwa für einen beruflich genutzten Computer, kann diesen nur verteilt auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung abschreiben. Bei beruflich verwendeten Computern beträgt die Nutzungsdauer zumindest drei Jahre und es muss von den Kosten ein Privatanteil abgezogen werden. Bei Computern kann dieser Privatanteil mit zumindest 40 Prozent geschätzt werden. Wenn ein Computer etwa 1.200 Euro kostet, man eine dreijährige Nutzung annimmt und den Privatanteil abzieht, können jährlich 240 Euro als Werbungskosten geltend machen. Auch bei einem beruflich genutzten Handy muss ein Privatanteil abgezogen werden.

ABSETZBETRÄGE

Im Unterschied zu Freibeträgen reduzieren Absetzbeträge nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern unmittelbar und in voller Höhe die zuvor berechnete Steuerlast selbst.

Alleinerzieher erhalten bis zu 494 Euro für das erste Kind

Der Staat erweist sich gegenüber Alleinerziehern verständnisvoll und gewährt, je nach Anzahl der Kinder, einen Alleinerzieherabsetzbetrag. Zahlen Alleinerzieher wegen niedrigen Einkommens ohnehin keine Steuern, erhalten diese zwischen 494 Euro für ein Kind und 889 Euro für drei Kinder als Negativsteuer gutgeschrieben. Für jedes weitere Kind gibt es 220 Euro.

Alleinverdiener: Bis zu 494 Euro für das erste Kind

Auch Alleinverdiener erhalten einen Steuerabsetzbetrag. Voraussetzung dafür ist, dass für das Kind/die Kinder mindestens sieben Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wurde(n). Weitere Voraussetzung: man muss etwa 2017 mehr als sechs Monate verheiratet gewesen sein oder in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft gelebt haben. Wer allerdings von seinem steuerpflichtigen Partner dauerhaft getrennt lebt oder dessen Jahreseinkünfte 6.000 Euro übersteigen, geht bei diesem Absetzbetrag leer aus.

Unterhaltsabsetzbetrag: Bis zu 58,40 Euro im Monat

Dieser kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und bei dem das/die Kind/Kinder nicht dem Haushalt zugehören. Dieser Absetzbetrag beträgt für das erste Kind 29,20 Euro monatlich, für das zweite 43,80 Euro und für jedes weitere Kinder 58,40 Euro.

Verkehrsabsatzbetrag: Bis zu 690 Euro Steuern senken

Pendlern gegenüber erweist sich der Staat, je nach Einkommen, recht verständnisvoll. Der Verkehrsabsetzbetrag steht bei einem aufrechten Dienstverhältnis zu und beträgt 400 Euro pro Jahr. Wer weniger als 12.200 Euro steuerpflichtiges Einkommen im Jahr erzielt, bekommt beim Steuerausgleich einen erhöhten Verkehrsabsetzbetrag von 690 Euro angerechnet. Der Verkehrsabsetzbetrag entfällt auch dann nicht, wenn die kleine oder große Pendlerpauschale in Anspruch genommen wird. Bei Brutto-Jahreseinkommen zwischen 12.200 und 13.000 Euro schleift sich der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag von 690 Euro gleichmäßig auf den „normalen“ Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro ein. Bei negativer Einkommensteuer wird Steuerpflichtigen, denen eine Pendlerpauschale zusteht, 2017 bis zu 500 Euro als Negativsteuer gutgeschrieben.

Pensionistenabsetzbetrag: Steuern um bis zu 764 Euro drücken

Der Pensionistenabsetzbetrag beträgt ebenfalls 400 Euro, vermindert sich einschleifend bei jährlichen Pensionseinkünften zwischen 17.000 Euro und 25.000 Euro auf null. Um einen erhöhten Absetzbetrag von 764 Euro geltend machen zu können, muss der Steuerpflichtige mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner sein. Wer dauerhaft getrennt lebt, fällt um diese Vergünstigung um. Ebenso dann, wenn der Partner Einkünfte erzielte, die höher als 2.200 Euro sind. Nutznießer eines erhöhten Absetzbetrages dürfen auch keinen Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag haben.
Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag kann schon bei der laufenden Pensionsabrechnung berücksichtigt werden; dazu wird das Formular E30 benötigt. Alternativ kann der Absetzbetrag bei der Arbeitnehmerveranlagung gesondert im Formular L1 geltend zu machen.

Pendlereuro: Bis zu zwei Euro pro Kilometer

Besteht Anspruch auf eine Pendlerpauschale, dann steht auch ein Pendlereuro zu. Der Pendlereuro beträgt zwei Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Ob man aus steuerlicher Sicht als Pendler eingestuft wird, lässt sich einfach mit dem Pendlerrechner herausfinden. Dieser ermittelt auch, ob die große oder die kleine Pendlerpauschale zusteht. Man gibt die Adresse des Wohnortes und der Arbeitsstätte ein. Wer beispielsweise zwischen Wien und Krems mehr als zehn Mal im Monat hin- und herpendelt, kann eine jährliche Pauschale von 2.016 Euro oder von monatlich 168 Euro geltendmachen. Zusätzlich gewährt die Finanz noch einen Pendlereuro. Der beträgt in diesem Fall 206 Euro im Jahr oder 17,17 Euro monatlich.

AUßERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

Hoher Selbstbehalt für jene, die mehr als 36.400 Euro verdienen

Die meisten außergewöhnlichen Belastungen, zu denen auch Kosten für den Zahnarzt, Begräbnis, Kur, Krankheit, Adoptionen und künstliche Befruchtung zählen, können nur insoweit abgesetzt werden, als der jährliche Selbstbehalt überschritten wird. Für Menschen mit Behinderung entfällt der bei solchen außergewöhnlichen Belastungen, wie Krankheitskosten und Therapiekosten geltende Selbstbehalt, soweit die Ausgaben in Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

Die Höhe des Selbstbehalts hängt vom Einkommen ab:

  • Bei höchstens 7.300 € Einkommen sind es 6 Prozent.
  • Zwischen 7.300 € und 14.600 € sind es 8 Prozent.
  • Zwischen 14.600 € und 36.400 € sind es 10 Prozent.
  • Und bei mehr als 36.400 € Einkommen sind es 12 Prozent, jeweils vom Einkommen gerechnet.

Wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, reduziert sich der Selbstbehalt um 1%-Punkt – jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, führt ebenfalls um eine Senkung dieser Prozentsätze um je Ein-Prozentpunkt.

Voraussetzungen für Steuergutschrift für Kinderbetreuungskosten verschärft

Der Fiskus ist bereit, Eltern Steuergutschriften für die Kosten von Kindergärten, Tagesmütter, Au-Pairs oder auch die betreuende Oma zu gewähren, sofern diese eine Rechnung stellen und diejenigen über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Doch die Anforderungen an die pädagogische Qualifikation dieser Personen sind mit der Steuererklärung 2017 höher. So konnten Eltern die Ausgaben für die Kinderbetreuung bisher absetzen, wenn diese von einer Person mit pädagogischer Ausbildung durchgeführt wurde. Diese war nach Ansicht der Finanz bereits ausreichend, wenn ein 8-stündiger (für Betreuungspersonen unter 21 Jahren 16-stündiger) pädagogischer Kurs absolviert wurde. Pock: „Diese für den Steuerpflichtigen und die Kinderbetreuer relativ einfach zu erfüllenden Voraussetzungen werden ab der Steuererklärung 2017 geändert.“
Bisher reichte es für die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten aus, dafür pädagogisch qualifizierte Personen mit einer solchen kurzen pädagogischen Ausbildung einzusetzen, ab dem Jahr 2017 muss die Dauer der Ausbildung in einschlägigen Lehrgängen aber mindestens 35 Stunden betragen. Ein solcher Lehrgang für die Betreuungsperson ist jedoch für den Fiskus nicht notwendig, wenn der Kinderbetreuer ohnehin bereits eine weitergehende pädagogische Ausbildung, wie Kindergartenpädagogen oder Horterzieher, vorweisen kann.

Pflegekosten reduzieren Steuern um bis zu 50 Prozent der Kosten

Pflegekosten, beispielsweise für eine 24-Stunden-Pflege, können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, allerdings erst nach Abzug des erhaltenen Pflegegeldes und anderer Zuschüsse. Erfolgt die Pflege in einem Pflegeheim, ist zusätzlich noch eine Haushaltsersparnis abzuziehen.
Ist jemand behindert, entfällt der einkommensabhängige Selbstbehalt für die Pflegekosten, wenn der Pflegebedürftige selbst oder sein (Ehe-)Partner die Kosten trägt, sofern das Jahreseinkommen des Pfleglings 6.000 Euro nicht überschreitet. In diesen Fällen kann die Steuerersparnis, entsprechend hohes Einkommen vorausgesetzt, bis zu 50 Prozent der Heim- und Pflegekosten betragen. Übernehmen andere Angehörige, wie die eigenen Kinder, diese Kosten, weil das Einkommen des Pfleglings nicht ausreicht, ist jedoch ein Selbstbehalt abzuziehen. Doch Vorsicht: Überträgt der Pflegebedürftige als Gegenleistung für die Pflege Vermögen an seine Angehörigen, können die Pflegekosten von diesem Angehörigen nicht als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Wie man Ausgaben für den Zahnarzt am besten steuermindernd einsetzt

Bei kostspieligen Ausgaben für den Zahnarzt, wie Implantate oder Kronen, rät TPA-Experte dazu, wenn möglich alle dafür notwendigen Zahlungen in einem Kalenderjahr zu leisten und keine Ratenzahlung über mehrere Jahre zu tätigen. „Sonst überschreiten die Kosten den Selbstbehalt meist nicht," weiß Pock, „denn der einkommensabhängige Selbstbehalt bei Zahlungen über mehrere Jahre würde in diesem Fall mehrmals gelten und so die steuerwirksamen Beträge schmälern.“

Wann der Staat zur Kur dazu zahlt

Das Kreuz drückt oder die Schulter schmerzt? Wer vom Arzt nicht attestiert bekommt, dass er aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Kur braucht, kann die Kosten dafür hinterher auch nicht als außergewöhnliche Belastung geltendmachen. Sieht der Arzt jedoch eine medizinische Notwendigkeit für eine Kur, werden die Kosten für Aufenthalt, Kurmittel und medizinische Betreuung und die Fahrtkosten zum und vom Kurort als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Bei pflegebedürftigen Personen und Kindern sind auch die Kosten für eine Begleitperson absetzbar. Davon müssen noch Kostenersätze und Haushaltsersparnis in der Höhe von 156,96 Euro monatlich abgezogen werden. Die Haushaltsersparnis sind pauschal ermittelte Lebenshaltungskosten, die zu Hause angefallen wären, wenn man nicht auf Kur gewesen wäre.

AUTOMATISCHER STEUERAUSGLEICH

Geld zurück – ganz automatisc h

Wer bis zu einer bestimmten Frist keine freiwillige Steuererklärung einreicht, kommt möglicherweise in den Genuss der sogenannten „antragslose Arbeitnehmerveranlagung“. Der Technik und dem Willen des Staates sei Dank, brauchen viele von ihnen ab sofort keinen Antrag auf Steuervergütung mehr zu stellen. Voraussetzung dafür ist, dass man neben seinem Dienstverhältnis keine Nebeneinkünfte hat, man nicht mehrere lohnsteuerpflichtige Einkommen gleichzeitig bezieht und die Veranlagung alleine aufgrund der Aktenlage beim Finanzamt zu einer Steuergutschrift führt. Letzteres trifft insbesondere auf jene zu, denen eine Negativsteuer zusteht.

Wer weniger als 12.600 Euro im Jahr verdient, profitiert besonders

Auch die ab dem Jahr 2017 gemeldeten Spenden und Kirchenbeiträge werden bei der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt. „Der automatische Steuerausgleich nützt vor allem jenen Steuerpflichtigen, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens annehmen, ohnehin kein Geld zurück zu bekommen und deswegen bisher keine Arbeitnehmerveranlagung gemacht haben“, erläutert Pock. Geld vom Staat aufgrund der Negativsteuer erhalten all jene Arbeitnehmer zurück, deren steuerpflichtiges Jahreseinkommen weniger als 12.600 Euro beträgt.

Wann man trotzdem selbst einen Steuerausgleich machen sollte

„Selbst wenn man ein Kandidat für eine automatisch erstellte Arbeitnehmerveranlagung ist, sollten jene Personen, die Werbungskosten, weitere Sonderausgaben außer gemeldeter Spenden und Kirchenbeiträge, Absetzposten für Kinder und außergewöhnliche geltend machen wollen, selbst eine Arbeitnehmerveranlagung einreichen“, rät TPA-Steuerprofi Pock. Ein bereits automatisch generierter Bescheid wird dann aufgehoben und jene Absetzposten, die das Finanzamt aufgrund der Aktenlage nicht kennen konnte, berücksichtigt, sofern sie abzugsfähig sind.

Staat zahlt Negativsteuer aus

Die Rückerstattung der Negativsteuer kann es ordentlich im Geldbörsel klingeln lassen. Wurde diese doch im Zuge der Steuerreform 2015/2016 kräftig erhöht. Wer monatlich weniger als 1.255,90 Euro brutto verdient, zahlt bereits keine Lohnsteuer von seinen laufenden Bezügen. Zusätzlich schreibt das Finanzamt durch die Arbeitnehmerveranlagung bis zu 50 Prozent bestimmter Werbungskosten (im Wesentlichen die bei der Gehaltsabrechnung einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge) als SV-Rückerstattung („Negativsteuer“) wieder gut, soweit die bei der Veranlagung berechnete Einkommensteuer negativ ist. Diese Gutschrift kann ab dem Veranlagungsjahr 2017 maximal 400 Euro betragen. Steht dem Steuerpflichtigen eine Pendlerpauschale zu, erhöht sich die maximal mögliche Negativsteuer auf bis zu 500 Euro. Davon profitieren vor allem Lehrlinge, Teilzeitkräfte, aber auch Ferialpraktikanten. Selbstständige und freie Dienstnehmer haben, selbst wenn sie weniger als 1.255,90 Euro im Monat verdienen, jedoch auch weiterhin keinen Anspruch auf eine solche Negativsteuer.

Negativsteuer erstmals auch für Pensionisten

"Seit dem Veranlagungsjahr 2016 können auch Pensionisten von der Negativsteuer profitieren", so der Wiener Steuerexperte. Wenn die berechnete Einkommensteuer negativ ist, haben sie seither Anspruch auf eine Negativsteuer in Höhe von 20 Prozent der entrichteten Sozialversicherungsbeiträge, maximal erhalten sie jedoch 110 Euro gutgeschrieben.

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