Steuerausblick 2020: Das bringt das neue Jahr für Unternehmen

Steuerausblick 2020: Das bringt das neue Jahr für Unternehmen

Mit Jahresbeginn 2020 treten einige steuerliche Neuerungen in Kraft, die Unternehmen mit Sitz in Österreich beachten müssen. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte - von Änderungen bei der grenzüberschreitendenden Steuergestaltung über mehr Rechte bei Konflikten im Zuge von Doppelbesteuerungsabkommen bis hin zu noch mehr Transparenz, was die Eigentümerschaft von Unternehmern betrifft.

Das neue Jahr bringt neue Gesetze: Spezielle Meldepflichten, eine verbesserte Lösung von Doppelbesteuerungskonflikten und ein Digitalsteuergesetz stehen 2020 erstmals auf der Agenda. „Unternehmen sollten sich möglichst zeitnah auf die neuen Regelungen vorbereiten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Vor allem rückwirkende Gesetze erfordern eine intensive Auseinandersetzung im Vorfeld“, betont Patrick Weninger von der Steuerberatung bei Deloitte.

Grenzüberschreitende Steuergestaltung muss ab Juli gemeldet werden
Am 1. Juli 2020 tritt das EU-Meldepflichtgesetz in Kraft. Dadurch müssen ab diesem Tag meldepflichtige grenzüberschreitende Steuergestaltungen gemeldet werden. Diese Meldungen müssen innerhalb von 30 Tagen ab bestimmten auslösenden Ereignissen erfolgen. Auch sogenannte Altfälle – also meldepflichtige Gestaltungen zwischen dem 25.6.2018 und dem 30.6.2020 – sind den zuständigen Behörden bis 31. August 2020 zu melden.

Doppelbesteuerungskonflikte: Abgabenpflichtige bekommen mehr Rechte
Doppel- oder Mehrfachbesteuerungen sorgen bei Unternehmen mitunter für Konflikten. Betroffene Unternehmen können innerhalb der EU ersts eine endgültige Lösung durchsetzen. Denn durch das neue EU-Besteuerungsstreitbeilegungsgesetz hat der Abgabepflichtige nun ein aktives gerichtlich durchsetzbares Recht ein Verständigungs- und eines Schiedsverfahrens zur Lösung eines Doppelbesteuerungskonflikts einzuleiten. „Betroffene Steuerpflichtige haben zukünftig auch einen gerichtlich durchsetzbaren Recht dass die gesetzlich vorgesehenen Fristen eingehalten werden. Das wird in der Praxis zur rascheren Lösung von internationalen Besteuerungskonflikten führen. Dennoch bleibt das Fehlen umfassender Parteienrechte auch beim neuen Verfahren ein großes Manko“, erläutert Weninger.

Wirtschaftliche Eigentümer von Unternehmen: Jährliche Bestätigung ist nun Pflicht - öffentliche Einsicht in das Register nun möglich
Aufgrund der Änderungen im Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz (WiEReG) müssen Meldepflichtige bereits gemeldete Daten nun nicht nur jährlich überprüfen, sondern auch bestätigen. Das gilt selbst, wenn es keine Änderung der wirtschaftlichen Eigentümer gibt. „Künftig wird es außerdem die Möglichkeit zur öffentlichen Einsichtnahme in das Register geben. Bisher war das nur bei berechtigtem Interesse möglich. Auch die freiwillige Speicherung der für die Überprüfung erforderlichen Dokumente im Register kann zukünftig veranlasst werden“, ergänzt der Deloitte Experte.

Onlinewerbung großer Unternehmen werden besteuert
Mit Umsetzung des neuen Digitalsteuerpakets kommt es zur Einführung des Digitalsteuergesetzes in Österreich. Ab 1. Jänner 2020 werden, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, sämtliche Onlinewerbeleistungen wie Suchmaschinen- oder Bannerwerbungen von sehr großen Unternehmen ebenfalls besteuert. Auch Änderungen des Umsatzsteuergesetzes und Neuerungen im Bereich der umsatzsteuerlichen Sorgfaltspflichten sind im Digitalsteuerpaket vorgesehen. „Der Steuergesetzgeber will erreichen, dass die Erfüllung steuerlicher Verpflichtungen in Österreich auch im Onlinegeschäft sichergestellt und kontrolliert werden kann“, erklärt Weninger.


Vereinfachende umsatzsteuerliche Quick Fixes
Durch die umsatzsteuerlichen Quick Fixes sollen rasche Vereinfachungen des bestehenden Mehrwertsteuersystems in der EU geschaffen werden. Das betrifft etwa EU-weite Vereinheitlichungen bei den Regelungen von innergemeinschaftlichen Lieferungen und Reihengeschäften. „Die Quick Fixes führen bei einigen Themen zu einer einheitlichen Vorgehensweise in der EU. Gerade mit Blick auf das Bedürfnis von grenzüberschreitend tätigen Unternehmen nach Rechtssicherheit sind diese Maßnahmen zu begrüßen“, betont Patrick Weninger abschließend.

Wirtschaft

EU-Steueroasen kosten EU-Staaten jährlich 170 Milliarden Euro

Kommentar

Steuern

Wettlauf um die Digitalsteuer

Regierung: Pensionssplitting für Familien kommt

Geld

Regierung: Pensionssplitting für Familien kommt

Steuern

Zuverdienst: So tappen Sie nicht die Steuer- und SVS-Falle