So bekommen Sie die Vorsteuer aus dem Ausland zurück

So bekommen Sie die Vorsteuer aus dem Ausland zurück

Viele Unternehmen machen Umsätze im Ausland und oder haben Ausgaben im Ausland. Auch in diesen Fällen haben Unternehmen ein Recht, die Vorsteuer zurückzuverlangen. Was Sie dafür tun müssen.

1. Anträge für alle EU-Mitgliedsstaaten via FinanzOnline

Um als Unternehmer im EU-Binnenmarkt eine im Ausland angefallene Vorsteuer rückerstattet zu bekommen, muss man im sogenannten Ansässigkeitsstaat über ein elektronisches Portal einen Antrag stellen. Unternehmer aus Österreich müssen die Anträge für alle EU-Mitgliedstaaten via FinanzOnline, das Steuerportal des Finanzministeriums, beim eigenen Finanzamt stellen.

2. Frist für Anträge in Österreich einhalten

Der Antrag für die Rückerstattung muss bis spätestens 30. September des Folgejahres elektronisch eingereicht werden. Der sogenannte Erstattungsantrag gilt als fristgerecht eingebracht, wenn alle erforderlichen Angaben und Beilagen enthalten sind. Das örtliche Finanzamt ist verpflichtet, den Antrag an den Mitgliedstaat weiterzuleiten, in dem die Vorsteuer angefallen ist.

3. Fristen des Drittstaates beachten

Wer die Vorsteuer von Nicht-EU-Ländern zurück will, muss den Antrag im jeweiligen Antragsstaat stellen. Damit richtet sich auch die Frist nach den Regeln des jeweiligen Landes. „Meist endet die Frist jedoch am 30. Juni des Folgejahres. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Antrag vollständig ausgefüllt und mit allen nötigen Daten einlangen", erläutert Gottfried Sulz, Steuerberater und Partner bei TPA Horwath.

4. Registrierung häufig nötig

Doch Vorsicht, bestimmte Geschäfte erfordern von Vornherein eine umsatzsteuerliche Registrierung im Ausland, wie in einzelnen Ländern ein Konsignationslager (Warenlager eines Lieferanten oder Dienstleisters, das sich in der Nähe des Kunden befindet und bis zur Auslieferung im Eigentum des Lieferanten). In diesen Fällen ist die Rückerstattung der Vorsteuer per Antrag auf FinanzOnline in diesen Ländern ausgeschlossen. Die Vorsteuer kann dann nur im Rahmen der ausländischen Umsatzsteuer-Regelungen geltend gemacht werden. „Deshalb sollte man bereits - bevor man eine Geschäftsbeziehung im Ausland eingeht - die umsatzsteuerlichen Konsequenzen abklären", so TPA Horwath Steuerexperte Sulz.

Zusätzlich empfiehlt Sulz sich bei Umsätzen, die im Ausland erzielt werden, spätestens vor Ablauf des betreffenden Kalenderjahres und vor Umsetzung eines Rückerstattungsantrages, mögliche Registrierungspflichten und die daraus resultierenden Verfahrensschritte abzuklären.

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