So kriegen Sie die Vorsteuer aus dem Ausland zurück

So kriegen Sie die Vorsteuer aus dem Ausland zurück

Viele Unternehmen machen Umsätze im Ausland und/oder haben Ausgaben im Ausland. Auch in diesen Fällen haben Firmen ein Recht, die Vorsteuer zurückzuverlangen. Was Sie dafür tun müssen.

Anträge für alle EU-Mitgliedsstaaten via FinanzOnline

Um als Unternehmer im Binnenmarkt eine im Ausland angefallene Vorsteuer rückerstattet zu bekommen, muss man im sogenannten Ansässigkeitsstaat über ein elektronisches Portal einen Antrag stellen. Unternehmer aus Österreich müssen die Anträge für alle EU-Mitgliedstaaten via FinanzOnline, das österreichische Steuerportal des Finanzministeriums, beim eigenen Finanzamt stellen.

Frist für Anträge in Österreich einhalten

Der Antrag für die Rückerstattung muss bis spätestens 30. September des Folgejahres elektronisch eingereicht werden. Der sogenannte Erstattungsantrag gilt als fristgerecht eingebracht, wenn alle erforderlichen Angaben enthalten sind. Das örtliche Finanzamt ist verpflichtet, den Antrag an den Mitgliedstaat weiterzuleiten, in dem die Vorsteuer angefallen ist.

Fristen des Drittstaates beachten

Für Nicht-EU-Länder ist der Antrag auf Rückerstattung im jeweiligen Antragsstaat zu stellen. Damit richtet sich auch die Frist nach den Regeln des jeweiligen Landes. Meist endet die Frist jedoch am 30. Juni des Folgejahres (Einlangen des vollständigen Antrages).

Um Vorsteuer zu erhalten, ist vielfach Registrierung nötig

Doch Vorsicht: Bestimmte Geschäfte erfordern in manchen Ländern von Vornherein eine umsatzsteuerliche Registrierung im Ausland, etwa bei einem sogenannten Konsignationslager, also bei Warenlagern eines Lieferanten oder Dienstleisters, in unmittelbarer Nähe des Abnehmers. Die Vorsteuerrückerstattung durch einen Antrag in FinanzOnline ist in diesen Ländern damit allerdings ausgeschlossen. Die Vorsteuer kann dann nur im Rahmen der ausländischen umsatzsteuerlichen Regelungen geltend gemacht werden. „Erkundigen Sie sich bereits vor Eingehen einer Geschäftsbeziehung im Ausland über die umsatzsteuerlichen Konsequenzen“, rät Helmut Beer, Steuerberater und Direktor bei TPA Horwath.

Zusätzlich empfiehlt es sich bei Umsätzen, die im Ausland erzielt werden, und spätestens vor Umsetzung eines Rückerstattungsantrages einen Steuerberater zu Rate zu ziehen, um mögliche Registrierungspflichten und die daraus resultierenden Verfahrensschritte abschätzen zu können.

Informationen dazu finden Sie auch in aktuellen TPA-Horwath-Folder „Das 1x1 der Steuern“.

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