So beantragen Sie Ihren persönlichen Feiertag

So beantragen Sie Ihren persönlichen Feiertag

Je nach dem, ob der persönliche Feiertag vor oder nach einem bestimmten Stichtag gestellt wird, ist dieser bis zu drei Monate vorher, dem Arbeitgeber mitzuteilen.

Der Karfreitag ist künftig kein gesetzlicher Feiertag mehr. Stattdessen kommt der „persönliche Feiertag“. Was das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedeutet und welche Fristen einzuhalten sind, fasst TPA Experte Wolfgang Höfle zusammen.

Die Neuregelung zum Karfreitag hat die letzte parlamentarische Hürde im Bundesrat genommen. So hat der österreichische Gesetzgeber den Karfreitag ab 2019 als gesetzlichen Feiertag komplett gestrichen, da laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes eine Ungleichbehandlung wegen der Religionszugehörigkeit nicht mehr zulässig ist.

Eingriff in Kollektivverträge nur unter bestimmten Voraussetzungen wirksam
Der Karfreitag gilt damit nicht mehr als gesetzlicher Feiertag, auch nicht für Angehörige der evangelischen Kirchen AB und HB, der Altkatholischen Kirche und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der Gesetzgeber greift damit in bestehende Kollektivverträge ein und erklärt diese Regelungen für unwirksam. TPA-Experte Wolfgang Höferle schränkt jedoch ein: "Diese Regelungen in den Kollektivverträgen sind jedoch nur dann unwirksam, wenn sie an die Religionsangehörigkeit anknüpfen. Das ist aber nicht immer der Fall." Weshalb eine individuelle Analyse des jeweils anwendbaren Kollektivvertrages notwendig sei.

Wenn Extra-Freizeit im Vertrag nicht an Religionszugehörigkeit geknüpft ist, bleibt diese Regelung bestehen
Sollte im Kollektivvertrag beispielsweise festgelegt sein, dass am Karfreitag - ungeachtet der Religionszugehörigkeit - unter Fortzahlung des Entgeltes beispielsweise ab 12 Uhr keine Arbeitspflicht mehr besteht, gilt diese Regelung weiterhin, weil sie ja nicht diskriminierend formuliert ist.

Details zum persönlichen Feiertag
Gleichzeitig wurde nun per Gesetz für alle Arbeitnehmer, unabhängig von einer Religionszugehörigkeit, die Möglichkeit eines persönlichen Feiertages pro Urlaubsjahr eingeführt. Dieser wird aus dem bestehenden Urlaubsguthaben entnommen. Ob und welchen Tag sich der Mitarbeiter als persönlichen Feiertag nimmt, kann dieser selbst entscheiden. Höferle: "Der persönliche Feier- und Urlaubstag kann also auch gegen den Willen des Arbeitgebers durchgesetzt werden."

Diese Fristen sind für die Einreichung des persönlichen Feiertags zu beachten:
• Ein persönlicher Feiertag, der noch vor dem 01. Juli 2019 anfällt (z.B. Karfreitag am 19. April 2019), ist bis spätestens zwei Wochen vor dem gewünschten Tag schriftlich bekannt zu geben .
• Ein persönlicher Feiertag ab 01. Juli 2019 ist spätestens drei Monate vor dem gewünschten Tag schriftlich bekannt zu geben.

Was gilt, wenn man bereit ist am persönlichen Feiertag doch zu arbeiten
Wenn sich der Mitarbeiter bereit erklärt, auf Wunsch des Arbeitgebers doch am persönlichen Feiertag zu arbeiten, hat er Anspruch auf die doppelte Vergütung.

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