So ermitteln Firmen die korrekte Zahl der Mitarbeiter für Bilanz und Aufsichtsratpflicht

So ermitteln Firmen die korrekte Zahl der Mitarbeiter für Bilanz und Aufsichtsratpflicht

Im Anhang eines Jahresabschlusses müssen genaue Angaben über die durchschnittlich übers Jahr beschäftigten Mitarbeiter angegeben werden. Auch ob ein Aufsichtsrat Pflicht ist, berechnet sich aus diesen Angaben. Wie diese Berechnungen trotz eines fehlenden gesetzlich definierten Arbeitnehmerbegriff trotzdem richtig erfolgt.

Eine Unternehmensbilanz ist eine komplexe Sache, selbst darüber hinaus. Denn zum Jahresabschluss müssen Kapitalgesellschaften auch einen Anhang abgeben. Zu einem solchen verpflichtet sind kleine, mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (GmbHs und AGs) und alle börsenotierten Aktiengesellschaften.

Darin müssen unter anderem die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter angegeben werden. Diese Anzahl festzustellen, ist jedoch nicht so einfach, wie man glauben möchte, und ist nach den in der herrschenden Literatur festgelegten Kriterien anzugeben. Zu diesem Zweck wurde der Begriff des Arbeitnehmers genau definiert.
TPA Wirtschaftsprüferin Manuela Ponesch-Urbanek erklärt, worauf es bei den Angaben der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter für den Anhang genau ankommt.

Anhang nach Vollzeitbeschäftigten
Die Berechnung für diese sogenannten Anhangangaben für den Einzelabschluss erfolgt auf Basis der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl zum jeweils Monatsletzten (und nicht Monatsersten). Um eine Verbindung mit dem Personalaufwand je Arbeitnehmer herstellen zu können, ist die Zahl der Arbeitnehmer als Vollzeitäquivalent anzugeben. Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer zählen somit nur im Ausmaß der Beschäftigungsquote.

Welche Dienstnehmer in die Angaben einfließen müssen
In die Berechnung sind unter anderem auch Lehrlinge, leitende Angestellte, geringfügig Beschäftigte, solche, die in einer ausländischen Betriebsstätte beschäftigt sind, und gekündigte Dienstnehmer (bis zum Ende des Dienstverhältnisses) einzubeziehen.

Ausnahmen: Karenzierte, Zivildiener, Leiharbeiter
Nicht einzurechnen sind hingegen karenzierte Dienstnehmer, Präsenz- und Zivildiener, Leiharbeiter, Mitglieder von Geschäftsführung/Vorstand, freie Dienstnehmer und Arbeitnehmer mit geblockter Altersteilzeit in der Freizeitphase. Bei Praktikanten hängt die Einbeziehung von der Erfüllung der Merkmale eines Arbeitsverhältnisses ab.

Größenklasse nach Köpfen
Kapitalgesellschaften werden nach Größenklassen eingestuft. Die Unterteilung erfolgt in die vier Gruppen Kleinstkapitalgesellschaften, kleine, mittlere und große Kapitalgesellschaften. Die Größe ist mit bestimmten Rechtsfolgen verbunden.
Für die Einstufung der Gesellschaft in die Größenklassen für den Einzelabschluss erfolgt die Berechnung der Zahl der Arbeitnehmer nach Köpfen, auf Basis des Jahresdurchschnitts der Arbeitnehmeranzahl am jeweils Monatsletzten. Im Gegensatz zur Anhangangabe werden auch Geschäftsführer ohne gesellschaftsrechtlichen Einfluss einbezogen

So berechnet sich die Arbeitnehmeranzahl für die Aufsichtsratspflicht
Ob für eine GmbH ein Aufsichtsrat Pflicht ist oder nicht, richtet sich ebenso nach der Zahl der Arbeitnehmer. Die Berechnung erfolgt nach der Zahl der Mitarbeiter nach Köpfen im Jahresdurchschnitt zum jeweils Monatsletzten.
Doch Achtung, in dieser Berechnung sind auch Leiharbeiter, Präsenz- und Zivildiener und karenzierte Arbeitnehmer zu berücksichtigen. Nicht einzubeziehen sind dafür hingegen die Mitarbeiter der Geschäftsführung, leitende Angestellte mit maßgeblichem Einfluss auf die Führung des Betriebs, freie Dienstnehmer, Praktikanten, ruhende Arbeitsverhältnisse und Arbeitnehmer in ausländischen Betriebsstätten.

So berechnen sich die Rückstellungen für Urlaub und Jubiläumsgeld
In die Urlaubsrückstellung sind Praktikanten, Lehrlinge, Arbeitnehmer in ausländischen Betriebsstätten, leitende Angestellte, Vorstand/Geschäftsführung (in Abhängigkeit von deren Vertrag), geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer einzubeziehen. Für Urlaubsrückstellungen nicht relevant sind freie Dienstnehmer und Leiharbeiter. Für Mitarbeiter in Karenz sowie für Präsenz- und Zivildiener ist ein aliquoter Anspruch für das um die Karenz bzw. den Präsenz- und Zivildienst verkürzte Arbeitsjahr zu kalkulieren.
Die Rückstellung für das Jubiläumsgeld ist meist auf Basis eines Kollektivvertrages für all jene Arbeiternehmer zu bilden, die bis zum voraussichtlichen Ende des Arbeitsverhältnisses die für den Anfall eines Jubiläumsgeldes erforderlichen Dienstjahre erreichen.

Ein Home-Office im Inland für einen ausländischen Arbeitgeber kann steuerlich rasch als Betriebsstätte des Unternehmens eingestuft werden. Wie das geprüft wird und welche Ausnahmen es gibt.
 

Steuertipps

Wann ein Home-Office eine Betriebsstätte ist

Wirtschaft

IWF: Weltweit 15 Billionen Dollar "Phantominvestitionen"

Steuern

Steuern: Mit diesen Problemen kämpfen Unternehmen

Kommentar

Steuern

Finanz verschärft Prüfung der Registrierkassen