So können Firmen Kosten für Katastrophenschäden steuerlich absetzen

So können Firmen Kosten für Katastrophenschäden steuerlich absetzen

Wenn das Büro unter Wasser steht, zahlt meist die Versicherung, aber auch der Staat lässt bei den Steuern nach.

Hochwasser, Muren oder Sturmschäden können Firmen finanziell hohen Schaden zufügen. Doch der Staat hat ein Nachsehen. Welche Kosten abzugsfähig sind und wie sich Spenden und andere Zuwendungen auf die Steuern auswirken.

Wenn einem Unternehmen das Hochwasser Maschinen am Firmengelände wegspült, für einen Selbstständigen dadurch der Computer unbrauchbar wird, Firmenwagen durch Vermurungen einen Totalschaden erleiden oder der Sturm das Dach eines Betriebes abdeckt, hat der Staat ein Nachsehen. Die Steuerexpertin Birgit Perkounig der TPA erklärt, wie man Katastrophenschäden steuerlich geltend machen kann.

Kosten für Schäden in voller Höhe absetzbar

Kosten, die durch Hochwasser-, Vermurungs- oder Sturmschäden an Betriebsvermögen oder beruflich genutztem Vermögen entstehen, können in voller Höhe abgesetzt werden, und zwar als Betriebsausgaben oder Werbungskosten in der jährlichen Steuererklärung.

Sofort steuerwirksame Ausgaben

Es gibt auch Ausgaben, die sofort steuerwirksam werden:

  • Kosten für die Beseitigung unmittelbarer Katastrophenfolgen wie für die Beseitigung von Wasser- oder Schlammresten, die Entsorgung von Sperrmüll, Kosten, um eine Mauer trocken zu legen oder für Reinigungsarbeiten.
  • Kosten für die Reparatur und Sanierung beschädigter Gegenstände. Dazu zählen etwa das Ausmalen oder die Reparatur betrieblicher Gebäude oder Maschinen, um den ursprünglichen Werte des Gegenstandes wiederherzustellen.
  • Kosten der (teilweisen) Entwertung von betrieblichen Gegenständen (außerplanmäßige Abschreibung).

Restwert der alten Maschine als Aufwand verbuchen

Wurde eine Maschine völlig zerstört und eine neue muss angeschafft werden, ist zunächst der Restbuchwert der alten Maschine als Aufwand zu erfassen. Die Anschaffungskosten der neuen Maschine sind im Anlagevermögen zu erfassen und verteilt über die neue Nutzungsdauer abzusetzen.

Spenden mindern steuerlich eigene Aufwendungen

"Steuerfreie Zuwendungen, etwa auch Katastrophenfonds oder Spenden mindern steuerlich die eigenen Aufwendungen, zur Beseitigung solcher Schäden", so Perkounig. Rückstellungen für künftige Katastrophenschäden zu bilden, ist zudem nicht zulässig.

Spenden mindern Bemessungsgrundlage für künftige Abschreibungen

Wird für die Ersatzinvestition ein Zuschuss, etwa in Form von Spenden, geleistet, kürzt dieser Zuschuss in Höhe des Teilwertes des zerstörten Vermögensgegenstandes die Anschaffungskosten der Ersatzinvestition. Das wiederum mindert damit die Bemessungsgrundlage für künftige Abschreibungen. Der restliche Zuschuss (sofern höher) ist steuerpflichtig. Freiwillige Zuwendungen sind in jedem Fall zu bewerten. „damit die Zuwendungen in dieser Höhe steuerfrei bleiben können“, so die TPA Steuerexpertin.

Wenn Versicherung kräftig zahlt, können stille Reserven besteuert werden

Sofern für den zerstörten Vermögensgegenstand eine Versicherung eine Entschädigung zahlt und diese höher ist als der in der Buchhaltung ausgewiesene Wert, müssen diese stillen Reserven besteuert werden. Für Einzelunternehmer oder Personengesellschaften besteht jedoch unter bestimmten Umständen die Möglichkeit diese stillen Reserven auf andere Wirtschaftsgüter oder ins nächste Jahr zu übertragen. Dies hängt jedoch vom Einzelfall ab. Leistungen aus der Betriebsunterbrechungsversicherung sind jedenfalls steuerpflichtig.

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