Schweiz: Die Jagd auf ausländische Kontodaten hat begonnen

Am 1. Jänner 2017 ist in der Schweiz mit dem Ende des Bankgeheimnis eine Ära zu Ende gegangen. Eine neue, für viele unangenehme hat begonnen. Was den Schweizer Behörden nun Zeitpunkt erlaubt ist und wie weit Österreich bei der Umsetzung der neuen EU-Vorgaben ist.

Schweiz: Die Jagd auf ausländische Kontodaten hat begonnen

Geld in der Schweiz punkern, ist ab Jänner 2017 endgültig Geschichte. Die Schweizer Behörden melden es künftig dem österreichischen Fiskus weiter.

In der Schweiz wird den Steuerhinterziehern seit dem Beginn des Jahres 2017 so richtig der Kampf angesagt: Mit dem Jahreswechsel wurde das Bankgeheimnis für ausländische Kunden abgeschafft. Gleichzeitig wurde den Schweizer Behörden das Sammeln von Kontodaten erlaubt. Ein automatisierter Informationsaustausch mit ausländischen Steuerbehörden soll ab 2018 erfolgen.

So funktioniert der automatische Datenaustausch

Seit dem Jahreswechsel werden sämtliche Personen- und Kontodaten als auch Erträgen von in der Schweiz gehaltenen Konten wie auch Wertpapierdepots von der Bank an die Finanzbehörden gemeldet. Die Daten werden dann jährlich mit den Teilnehmerstaaten, darunter auch Österreich, ausgetauscht.

So weit ist Österreich:

Österreich tauscht einen Teil der Informationen seit September 2016 aus. Die Datensammlung hat mit Oktober 2016 begonnen. In vollem Austausch wird der Austausch von Kontoinformationen erst im September 2018 stattfinden, denn in Österreich und in der Schweiz gelten unterschiedliche Übergangsfristen.

Die österreichischen Banken arbeiten bereits mit Hochdruck daran, die dafür nötigen technischen Voraussetzungen zu schaffen, auch um mit jenen technischen Equipment anderer Staaten kompatibel zu sein. So haben sich alle EU-Staaten und Drittstaaten dazu verpflichtet, das Bankgeheimnis aufzugeben und Kontodaten ausländischer Bürger automatisiert dem Fiskus des jeweiligen Landes zu melden.

EU und 100 Drittstaaten heben Bankgeheimnis auf

Die Schweiz, die vielfach für das Verstecken von Schwarzgeld genutzt wurde, hat sich vor einem Jahr zum automatischen Informationsaustausch bekannt. Diesem haben sich rund 100 Staaten angeschlossen, darunter auch Österreich, wo das Bankgeheimnis jahrelang als unantastbar galt.


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Das Bunkern von Schwarzgeld war für manche Schweizer Banken jahrzehntelang ein einträgliches Geschäft. Vielen Kunden war Diskretion wichtiger als eine Rendite. Der zunehmende internationale Druck ließ die Branche umschwenken. Tausende von Kontoinhabern zeigten sich selbst an, um einer Strafverfolgung zu entgehen.

Sechs Milliarden Euro Schwarzgeld in Deutschland selbst angezeigt

Laut dem Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, gingen allein bei der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen seit 2010 mehr als 23.000 Selbstanzeigen mit Bezug zu Konten in der Schweiz ein. Das Land habe damit rund 1,2 Milliarden Euro eingenommen, bundesweit seien es Borjans zufolge sogar rund sechs Milliarden Euro gewesen.

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