Pferderennen und Preisgeld: Diese steuerlichen Regeln gelten

Pferderennen und Preisgeld: Diese steuerlichen Regeln gelten

Personen oder Unternehmen, die an einem Pferderennen teilnehmen und dafür ein platzierungsabhängiges Preisgeld erhalten, müssen dafür keine Umsatzsteuer zahlen, hat nun der deutsche BFH unter Berufung auf den EuGH festgestellt. Die Urteile haben auch Auswirkungen auf die österreichische Rechtslage.

Eine GmbH kauft und verkauft Pferde, bildet diese aus und fördert talentierte Reiter. Dafür erklärt das Unternehmen Umsätze aus Verkaufserlösen und aus Preisgeldern von Pferderennen; für den Kauf von Pferden oder eines LKWs wurden Vorsteuern geltend gemacht. Den Vorsteuerabzug ließ der Fiskus aber nicht durchgehen. Der Eigentümer der GmbH ging damit bis zum deutschen Bundesfinanzhof (BFH). Steuerexperte Christian Oberkleiner von TPA kennt die Details dieses ungewöhnlichen Falls.

Kein Vorsteuerabzug erlaubt
Das Finanzamt ließ den Vorsteuerabzug nicht gelten, weil die Tätigkeit seiner Ansicht nach Liebhaberei darstelle und die Unternehmereigenschaft daher fraglich sei.
Das Finanzgericht sah zwar aufgrund der Teilnahme an Turnieren eine unternehmerische Tätigkeit gegeben, versagte den Vorsteuerabzug aber ebenso wegen des Abzugsverbotes für Repräsentationsaufwendungen.

Keine Umsatzsteuerpflicht für platzierungsabhängiges Preisgeld
Der BFH hob das Urteil des Finanzgerichtes auf und führte dazu eine kürzlich ergangene Entscheidung des EuGH an (Baštová vom 10.11.2016, C-432/15): Die Teilnahme an einem Pferderennen ist keine gegen Entgelt erbrachte Dienstleistung, wenn für die Teilnahme selbst weder ein Antrittsgeld noch eine andere unmittelbare Vergütung gezahlt wird und nur Teilnehmer mit erfolgreicher Platzierung ein Preisgeld erhalten.

Teilnahme an einem Bewerb ohne Sicherheit Preis zu erzielen - Umsatzsteuer entfällt
Es fehle der erforderliche unmittelbare Zusammenhang zwischen der bloßen Teilnahme an einem Wettbewerb und dem bei einem Erfolg erhaltenen Preisgeld. Somit ergibt sich keine Pflicht, Umsatzsteuer zu zahlen, weshalb auch kein Recht besteht, die Vorsteuer abzuziehen. Etwas anderes gilt nur (nämlich Umsatzsteuerpflicht und Vorsteuerabzug), wenn für die Teilnahme ein Antrittsgeld oder eine andere platzierungsunabhängige Vergütung gezahlt wird.

Ungewisse Entgelterwartung entscheidend
Die Urteile des deutschen Gerichtshofs und des EuGH haben auch über den entschiedenen Fall hinaus Bedeutung für die Steuerbarkeit von ähnlichen Tätigkeiten, die mit ungewisser Entgelterwartung ausgeübt werden. Dazu gehört auch die Teilnahme an Pokerturnieren (vgl. BFH-Urteil vom 30.8.2017, XI R 37/14), „Keine Umsatzsteuer auf Pokergewinne“).

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