Neun Steuertipps für Unternehmen zum Jahresende

Neun Steuertipps für Unternehmen zum Jahresende

Mit dem Jahreswechsel 2016/2017 gilt es für Unternehmen in Österreich wieder zahlreiche steuerliche Neuerungen zu beachten. Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick.

Das Jahresende ist aus steuerlicher Sicht immer eine wichtige Zeit, da zum Jahreswechsel stets einige Änderungen in Kraft treten. Für Unternehmen lohnt es sich besonders, sich mit den neuen Bestimmungen auseinander zu setzen. 2017 bringen etwa das Verrechnungspreisdokumentationsgesetz und und dem Rechnungslegungsänderungsgesetz große Änderungen mit sich. Auch bei den Energieabgaben, der Gruppenbesteuerung sowie Spenden und Forschungsprämie gilt es neue Regelungen zu beachten; ebenso bei den Investitionen und Pensionsrückstellungen.

In der Folge finden Sie die wichtigsten Änderungen, zusammengefasst von Deloitte Österreich.

1. Verrechnungspreisdokumentationsgesetz

Für Unternehmen, deren Wirtschaftsjahre am oder nach dem 1. Jänner 2016 begonnen haben bereits in Kraft getreten ist die Gesetzesnovelle, mit der die Verrechnungspreisdokumentationspflichten international tätiger Unternehmen verschärft wurden.

Demnach müssen in Österreich ansässige Konzerngesellschaften nun ein Master File und Local File anfertigen, wenn die Umsatzerlöse in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren 50 Millionen Euro überschritten haben. Außerdem muss eine multinationale Unternehmensgruppe, die im letzten Wirtschaftsjahr einen konsolidierten Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro erzielt hat, einen Country-by-Country Report erstellen. Bei Unterlassung oder unvollständiger Übermittlung dieses Reports drohen Geldstrafen.

2. Rechnungslegungsänderungsgesetz

Spätestens mit der Jahresabschlusserstellung zum 31.12.2016 wird das Rechnungslegungsänderungsgesetz (RÄG 2014) für Unternehmen schlagend. Es bringt eine Vielzahl neuer Ansatz- und Bewertungsmethoden, Änderungen bei Ausweis- und Gliederungsvorschriften, Anhang und Lagebericht sowie bei der Konzernabschlusserstellung mit sich.

3. Energieabgabenvergütung

Dienstleistungsbetriebe sollten bis zum Jahresende prüfen, ob sie einen Antrag auf Energieabgabenvergütung für 2011 stellen. Auf Basis eines EuGH-Urteils vom Juli 2016 ist nämlich zu erwarten, dass energieintensive Dienstleistungsbetriebe nach wie vor Energieabgabevergütungen geltend machen können. Ein Antrag muss spätestens bis fünf Jahre nach Ablauf des Jahres eingebracht werden. Daher endet bei Anträgen für das gesamte Jahr 2011 die Fristzum Jahresende.

4. Gruppenbesteuerung

Bei der Gruppenbesteuerung hat ein VwGH Urteil vom März 2016 neue Optionen eröffnet. Bei erwarteten Beteiligungsverlusten innerhalb einer Unternehmensgruppe sollten in speziellen Situationen (rückwirkende) Gruppenaustritte einzelner Gesellschaften bis zum Ende des Wirtschaftsjahres überlegt werden.

Damit kann man sich alle Chancen zur steuerlichen Einmalverwertung der Beteiligungsverluste offen halten. Wenn ausländische Tochtergesellschaften einbezogen werden, können auch Auslandsverluste in Österreich verwertet werden. Das bedeutet, dass Steuern durch Bildung einer Steuergruppe gespart werdn können, wenn es im Konzern sowohl gewinn- als auch verlustbringende Kapitalgesellschaften gibt.

5. Spenden

Spenden an laut Liste des Finanzministeriums spendenbegünstigte Organisationen im Ausmaß von höchstens 10 Prozent der Einkünfte des laufenden Jahres können steuerlich geltend gemacht werden. Seit diesem Jahr können zusätzlich zu den bestehenden Kategorien (karitative Zwecke, Umweltschutz, Entwicklungshilfe) auch Kunst- und Kultureinrichtungen die Spendenbegünstigung beantragen. Dadurch erweitert sich der Kreis der Organisationen, an die Unternehmen spenden können.

6. Forschungsprämie

Ab Jänner 2017 können Unternehmen für Wirtschaftsjahre, die mit 1.1.2016 begonnen haben, eine erhöhte Forschungsprämie in Anspruch nehmen. Es können dann 12 Prozent (davor 10 Prozent) der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als Cash-Prämie geltend gemacht werden. Die Cash-Prämie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und auch in Jahren mit einem negativen steuerlichen Ergebnis bar ausbezahlt.

7. Investitionen

Für Anlagevermögen, das noch vor dem 31.12.2016 angeschafft und auch in Betrieb genommen wird, ist eine steuerliche Halbjahres-Abschreibung für Abnutzung möglich. Selbst wenn das Wirtschaftsgut erst im Dezember in Betrieb geht, kann eine Abschreibung für sechs Monate in Anspruch genommen werden. Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis zu 400 Euro können sofort vollständig abgeschrieben werden. Eine Verteilung der Abschreibung über die Nutzungsdauer ist hier nicht notwendig.

8. Pensionsrückstellungen

Pensionsrückstellungen müssen auf ausreichende Wertpapierdeckung geprüft werden. Um einen Strafzuschlag zu vermeiden, müssen zum Bilanzstichtag bestimmte Wertpapiere im Nennbetrag von mindestens 50 Prozent der steuerlichen Pensionsrückstellung des Vorjahres vorhanden sein, beziehungsweise angekauft werden. Bei einer Unterdeckung wird ein Strafzuschlag auf den steuerlichen Gewinn in Höhe von 30 Prozent des Unterdeckungsbetrages festgesetzt.

9. Steuervorauszahlungen

Es lohnt sich außerdem, das budgetierte Ergebnis für 2017 mit den Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen abzustimmen. Im Fall von zu hohen Vorauszahlungen beim Finanzamt kann ein Antrag auf Herabsetzung auf Basis des Budgets 2017 eingebracht werden.

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