12 Neuerungen bei der Lohnverrechnung

12 Neuerungen bei der Lohnverrechnung

Was hat sich mit Jahresbeginn bei der Lohnverrechnung geändert hat und welche Neuerungen es im Arbeits- und Sozialversicherungsrecht gibt. Die Steuerexperten der TPA haben die zwölf wichtigsten Punkte 2017 zusammengefasst.

1. Die wichtigsten beitragsrechtlichen Werte für das Jahr 2017

Im Vergleich zum Vorjahr:

Beitragsrechtliche Werte

2. Tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfällt

Mit Anfang des Jahres ist die tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfallen. Für fallweise Beschäftigungen oder Beschäftigungen, die weniger als einen Monat andauern, gilt daher nur noch die monatliche Geringfügigkeitsgrenze in Höhe von 425,70 Euro.

3. Ausgleichstaxe erhöht

Unternehmen, die 25 Dienstnehmer oder mehr haben, müssen einen sogenannten begünstigten behinderten Dienstnehmer einstellen. Der Grad der Behinderung muss mindestens 50 Prozent betragen. Tun die Unternehmen das nicht, wird eine Ausgleichstaxe fällig. Ab 2017 werden folgende Beträge pro Monat und pro behindertem Dienstnehmer fällig.

• Dienstgeber mit 25 bis 99 Dienstnehmern 253 Euro
• Dienstgeber mit 100 bis 399 Dienstnehmern 355 Euro
• Dienstgeber mit 400 und mehr Dienstnehmern 377 Euro

4. Auflösungsabgabe steigt

Die Auflösungsabgabe bei „schädlicher“ Beendigung des Dienstverhältnisses steigt für den Arbeitgeber von 121 Euro im Jahr 2016 auf 124 Euro. Für Dienstverhältnisse, die der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungs-Kasse (BUAK) unterliegen, wird weiterhin keine Auflösungsabgabe fällig.
Das Bonus-Malus-System, das ab 2018 in Kraft tritt, kann zur Vordoppelung der Auflösungsabgabe führen.

5. Die neuen Beitragssätze für die Arbeitslosenversicherung für Arbeitnehmer bei niedrigem Einkommen

bis 1.342,00 Euro 0 %
von 1.342,01 Euro bis 1.464,00 Euro 1 %
von 1.464,01 Euro bis 1.648,00 Euro 2 %
ab 1.648,01 Euro 3 %

6. Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds wurden gesenkt

Mit Anfang 2017 wurde der Dienstgeberbeitrag (DB) zum Familienlastenausgleichsfonds von 4,5 % auf 4,1 % gesenkt. 2018 wird dieser Beitrag noch weiter auf 3,9 % bzw. im Bonusfall auf 3,8 % reduziert.

7. Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag bleibt gleich

2017 bleiben die Beitragssätze des Dienstgeberzuschlages (DZ) zum Dienstgeberbeitrag (DB) gleich hoch wie im Jahr 2016.

8. E-Card Service-Entgelt wird wieder valorisiert

Dienstgeber sind verpflichtet, pro Kalenderjahr ein Serviceentgelt für die E-Card ihrer Dienstnehmer einzuheben. Im November 2017 wird das Service-Entgelt für die E-Card 2018 fällig. Der Betrag wird auf 11,35 Euro angehoben. Die Beitragspflicht für mitversicherte Angehörige ist bereits mit dem Jahr 2013 entfallen.

9. Pensionsabfindung: Grenzbetrag bleibt gleich

Die Barwertfreigrenze, also der Abfindungsgrenzbetrag für die Abfindung der Pension, beträgt 2017 unverändert 12.000 Euro.

10. Verzugszinsen für ASVG sinken

Die Verzugszinsen für rückständige Sozialversicherungs-Beiträge sind mit Anfang 2017 auf 3,38 % gesunken und sind somit 4,5 % Punkte niedriger als noch 2016. Dieser geringere Zinssatz ist auch relevant für rückständige Beiträge aus Beitragszeiträumen, die vor dem 1.1.2017 liegen, sofern sie zu diesem Zeitpunkt nicht bereits vorgeschrieben waren.

11. Wann Konkurrenzklausel gültig ist

Eine Konkurrenzklausel kann nur dann rechtswirksam vereinbart werden, wenn das monatliche Entgelt des Dienstnehmers im Jahr 2017 den Betrag von 3.320 Euro ohne anteilige Sonderzahlung (20 x tägliche Höchstbeitragsgrenze 166 Euro) überschreitet. Bezieht der Dienstnehmer ein geringeres Entgelt, so kann eine vereinbarte Konkurrenzklausel nicht angewandt werden. Das gilt auch bei Unterschreitung wegen einer Teilzeitbeschäftigung.

12. Sozial- und Weiterbildungsfonds - Beitragspflicht bei Arbeitskräfteüberlassung nun auch für Angestellte

Arbeitnehmer, die bei einem Arbeitskräfteüberlasser beschäftigt sind, können unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung durch den Sozial- und Weiterbildungsfonds beziehen.
Unternehmen, die Arbeitnehmer an Dritte überlassen, müssen dafür Beiträge an den Fonds zahlen. Für überlassene Arbeiter wird seit 2013 ein Beitrag eingehoben, für überlassene Angestellte begann die Beitragspflicht mit Anfang 2017.
Der Beitragssatz für Arbeiter und Angestellte beträgt 2017 0,80 % der allgemeinen Beitragsgrundlage nach dem ASVG (bis zur Höchstbeitragsgrundlage 4.980 Euro zuzüglich Sonderzahlungen.

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