Lockdown 2: Diese Vorgaben gelten für den Umsatzersatz

Unternehmen, die aufgrund des Lockdown 2 mit einen herben Umsatzrückgang rechnen, können ab 23. November einen Umsatzersatz beantragen. Alle Informationen dazu.

Thema: Steuertipps
Lockdown 2: Diese Vorgaben gelten für den Umsatzersatz

Unternehmen können ab Montag den 23. November 202 die neuen staatlichen Coronahilfen beantragen. So kann neben einer abgespeckten Neuauflage des Fixkostenzuschuss auch ein Umsatzersatz beantragt werden. Die Auszahlungsbeträge für den Umsatzersatz sind gestaffelt und gedeckelt. Pro Unternehmen können Zahlungen bis zu 800.000 Euro erfolgen. Als Bemessungsgrundlage wird der Umsatz des Vorjahreszeitraumes herangezogen.
Der Umsatzersatz wird nur besteuert, wenn ein Unternehmen im Gesamtjahr 2020 einen Gewinn erwirtschaftet.
Die TPA Steuerberatung informiert zu den wichtigsten Fragen zum Lockdown-Umsatzersatz.

Wo wird der Antrag auf Umsatzersatz gestellt?
Der Antrag ist über Finanz-Online zu stellen und kann vom Antragsteller selbst oder von dessen Steuerberater, Wirschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter gestellt werden.

Wann kann der Antrag gestellt werden?
Der Antrag kann ab sofort bis zum 15. Dezember 2020 eingereicht werden.

Wie hoch ist der Auszahlungsbetrag pro Unternehmen?
Der Umsatzersatz beträgt bis zu 80 Prozent vom Vorjahresumsatz im November 2019. Von diesem errechneten Betrag sind folgende Corona-Hilfen abzuziehen:
• 100 Prozent des garantierten Kredite der aws oder der ÖHT
• Landes- und Gemeindeförderungen
• Zahlungen aus dem Non-Profit Organisationen-Fonds
Der Mindestersatz liegt bei 2.300 Euro.

Welche Förderungen können darüber hinaus auch für November bezogen werden?
• Fixkostenzuschuss der Phase I
• Förderungen nach dem Härtefallfond
• Kurzarbeitsbeihilfe
• Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz
• 90 Prozent oder 80 Prozent garantierte Kredite der COFAG, der aws oder der ÖHT

Darf ich etwas daneben verdienen?
• Die Beherbergung von Geschäftsreisenden in der Hotellerie sind nicht schädlich für den Umsatzersatz und reduzieren diesen auch nicht.
• Das Gleiche gilt für Liefer- und Abholservices in der Gastronomie, sofern das nicht der ausschließliche Geschäftsgegenstand ist.

Wann wird ausbezahlt?
Die Politik hat versprochen, dass die Auszahlung innerhalb einer Woche erfolgen soll. Am Beginn geht man aber von einem längeren Zeitraum aus.

Welche Branchen erhalten eine Umsatzersatz?
Unternehmen, die direkt vom Shutdown betroffen sind. Ausschlaggebend sind die sogenannten ÖNACE-2008-Klassifikationen. Darunter fallen folgende Unternehmen:
• Gastgewerbe
• Beherbergungsbetriebe
• Seil- und Zahnradbahnen
• Sportstätten und Flugfelder
• Freizeiteinrichtungen
• Veranstalter
Unternehmen, die sich nicht sicher sind, ob sie unter die ÖNACE Klassifizierung fallen, können das unter anderem vom Steuerberater prüfen lassen.

Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen?
• Operative Tätigkeit in Österreich
• Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich
• Kein Insolvenzverfahren zum Zeitpunkt der Antragstellung (ausgenommen Sanierungsverfahren)
• Kein steuerliches Abzugsverbot gemäß Körperschaftssteuergesetz von mehr als 100.000 Euro innerhalb der letzten fünf Jahre
• Keine Finanzstrafe von mehr als 10.000 Euro aufgrund von Vorsatz für das Unternehmen oder deren geschäftsführende Organe innerhalb der letzten fünf veranlagten Jahre
• Kein steuerlicher Gestaltungsmissbrauch, der die Bemessungsgrundlage für den Fiskus um mindestens 100.000 Euro geändert hat in den letzten drei veranlagten Jahren
• Keine Kündigung gegenüber Dienstnehmern vom 3. bis 30. November 2020.
• Die Klassifizierung der anspruchsberechtigten Unternehmen erfolgt gemäß der ÖNACE-2008-Klassifizierung und nur diese Unternehmen erhalten einen Umsatzersatz.

Wie gilt für einen Mischbetrieb?
In diesem Fall ist die Aufteilung bestmöglich zu schätzen und im Antrag anzugeben und auch zu dokumentieren.

Wer erhält keinen Lockdown-Umsatzersatz?
• Land- und Forstwirte
• Privatzimmervermieter
Diese betroffenen Unternehmen erhalten eine Förderung vom Ministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Muss der Umsatzersatz zurückbezahlt werden?
Der Umsatzersatz muss nicht zurückbezahlt werden. Dieser kann allerdings zurückgefordert werden, wenn sich bei einer nachträglichen Überprüfung herausstellt, dass eine Schätzung nicht mit der erforderlichen Sorgfalt vorgenommen wurde und der Umsatzersatz aufgrund dessen mindestens 20 Prozent zu hoch ist.

Ist der Betrag des Umsatzersatzes im Antrag anzugeben?
Der Umsatzersatz wird von der Verwaltung selbst ermittelt und muss im Antrag nicht angegeben werden.

Kann die automatische Ermittlung des Umsatzersatzes nachträglich korrigiert werden?
Eine Korrektur der Berechnungsgrundlagen für die Höhe des Umsatzersatzes kann nach Auszahlung mit einer schriftlichen Bestätigung eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder Bilanzbuchhalters beantragt werden. Die Ergebnisse der Verwaltung müssen erheblich von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen.

Weitere Informationen zu dem Thema erhalten Sie von der COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes unter umsatzersatz.at.

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