Homeoffice: Diese Steuererleichterungen gibt es

Tausende Arbeitnehmer arbeiten seit Ausbruch der Pandemie von zu Hause aus. Welche Kosten Sie dafür während der Pandemie absetzen können, welche Vergünstigungen Arbeitgeber geltend machen können und welche Regelungen für jene, die von zu Hause aus arbeiten, zu jeder Zeit gelten.

Thema: Steuertipps
Homeoffice: Diese Steuererleichterungen gibt es

Für Hunde gibt es zwar nichs von der Steuer, aber für Ausgaben für Bürosessel und Schreibtisch sehr wohl - wenn die Voraussetzungen stimmen.

40 Prozent der Beschäftigten in Österreich erledigen seit Ausbruch der Corona-Pandemie ihre Jobs ganz oder teilweise von zu Hause aus. Dafür sind vom höheren Strom bis zum Bürosessel vielfach Mehrkosten angefallen. Doch was ist davon steuerlich absetzbar und was nicht? Die TPA Steuerberatung liefert die Antworten.

Eines schon mal vorweg: Für all jene Arbeitnehmer, die während der Pandemie von zu Hause aus arbeiten, gelten steuerliche Begünstigungen. Die Regelungen dafür sind voraussichtlich bis Ende 2023 befristet. In jenem Jahr soll dann evaluiert werden, wie die Regelungen für das Homeoffice über die Pandemie hinaus aussehen sollen.Aber für auch jene, die zu jeder Zeit von zu Hause aus arbeiten, gibt es vom Fiskus einen Steuernachlass, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Diese Fahrtkosten werden in Coronazeiten ersetzt
Pendler haben trotz coronabedingten Einschränkungen weiterhin den vollen Anspruch auf das Pendlerpauschale, "selbst wenn sie die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte wegen Kurzarbeit, Telearbeit oder Dienstverhinderung nicht oder weniger häufig zurücklegt wird", sagt Dieter Pock, Steuerberater der TPA.

Corona: Kein Sachbezug, wenn der Arbeitgeber Kosten für das Homeoffice übernimmt
Wer für die Firma von daheim aus arbeitet, dafür vom Arbeitgeber die Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt bekommt, wie Laptop, Handy oder Internet, muss dafür keinen steuerpflichtigen Sachbezug zahlen, wie das etwa beim Dienstwagen der Fall ist. Kommt der Arbeitgeber für Mehrkosten auf, die für das Homeoffice benötigt werden, sind bis zu 300 Euro pro Jahr steuerfrei.

Arbeitnehmer: Büro-Ausgaben bis zu 300 Euro absetzbar
Arbeitnehmer, die selbst ihre privaten Arbeitsmittel nutzen, um von zu Hause aus für die Firma arbeiten zu können, können Kosten von bis zu 300 Euro als Werbungskosten jährlich steuerfrei abziehen. Alle Ausgaben darüber hinaus sind steuerpflichtig. Nicht ausgeschöpfte Beträge können zusätzlich zum Werbungskostenpauschale in der Höhe von 132 Euro jährlich geltend gemacht werden.

Kosten für Bürosessel mindern die Steuern
Zu den Ausgaben, die absetzbar sind, zählt ergonomisch geeignetes Mobiliar der Arbeitnehmer. Jährlich kann dafür ein Betrag von 300 Euro als Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. Pock: "Die Ausgaben dafür sind mit Rechnungen zu belegen." Die Regelung soll bereits für die Arbeitnehmerveranlagung 2020 gelten, in diesem Fall gilt die 300-Euro-Grenze allerdings für das Jahr 2020 und 2021 zusammen.

Unter welchen Voraussetzungen Kosten für das Homeoffice absetzbar sind
Ausgaben für Einrichtungsgegenstände für den Arbeitsplatz zu Hause sind darüber hinaus jedoch nur steuerlich abzugsfähig, wenn es in der Wohnung ein steuerlich abzugsfähiges Arbeitszimmer gibt. Ein solcher Raum muss ausschließlich oder nahezu ausschließlich beruflich verwendet werden. Nur in diesem Fall können auch dafür nötige Einrichtungsgegenstände wie Schreibtisch und Schreibtischsessel abgesetzt werden. Vorausgesetzt, das Arbeitszimmer bildet den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit. Nur in diesem Fall sind auch anteilige (flächenaliquote), Miete, Betriebskosten, Energiekosten und etwa Versicherung für ein im Wohnungsverband liegendes Arbeitszimmer abzugsfähig. Gemischt genutzte Räume wie eine Büroecke im Wohnzimmer oder im Hauswirtschaftsraum, sind dagegen nicht als Arbeitszimmer absetzbar, – selbst wenn dieser Arbeitsplatz den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt.

Welche Ausgaben auch ohne eigenes Arbeitszimmer absetzbar sind
Wer zwar seine Wohnung auch als Büro nutzt, darf nur typische Arbeitsmittel wie EDV-Ausstattung inklusive Internetzugang – im Ausmaß der beruflichen Nutzung - als Arbeitsmittel steuerlich geltend machen. Aufwendungen für Computer und Zubehör wie Drucker oder Scanner gelten als Werbungskosten, sofern eine berufliche Verwendung vorliegt. Das Ausmaß der beruflichen Nutzung muss vom Arbeitnehmer nachgewiesen und glaubhaft gemacht werden.

Weitere Informationen zur Arbeitnehmerveranlagung finden Sie im Artikel Steuerausgleich: Die wichtigsten Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung

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