GmbH: Wann Gesellschafter mit dem Privatvermögen haften

GmbH: Wann Gesellschafter mit dem Privatvermögen haften

Gesellschafter von GmbHs haften im Normalfall nur mit der Stammeinlage. Bei einem Konkurs in bestimmten Fällen aber auch mit dem Privatvermögen.

Wenn die Finanz das Haus und das Auto einkassiert, ist es zu spät. Schlittert eine GmbH in die Pleite, kann nämlich auch Privateigentum weg sein, auch wenn Gesellschafter im Normalfall nur mit dem Stammkapital haften.
Grundsätzlich gilt: Sobald das Stammkapital voll einbezahlt ist, können die Gläubiger der Gesellschaft grundsätzlich nicht mehr auf das Privatvermögen der Gesellschafter zugreifen. Die gesetzliche erforderliche Stammeinlage beträgt dazu mindestens 35.000 Euro.

Haftung in den ersten zehn Jahren begrenzt
Doch es gibt auch eine Ausnahme. Bei neu gegründeten GmbHs ist sowohl die Stammeinlage als auch die Haftung begrenzt. Neue GmbHs müssen zwar das Stammkapital mit mindestens 35.000 Euro erreichen, können aber im Gesellschaftsvertrag für die ersten zehn Jahr eine Mindesteinlage von 10.000 Euro festlegen, wovon nur die Hälfte sofort einzuzahlen ist. Innerhalb von zehn Jahren muss die Stammeinlage dann auf mindestens 35.000 Euro erhöht werden.

Gründungsprivileg: Bei Konkurs keine Nachschusspflicht
Das Gründungsprivileg schützt die Gesellschafter bei einer Insolvenz während der ersten zehn Jahre vor der Nachschusspflicht auf das volle Stammkapital. Bei einer normalen GmbH kann bei einem Konkurs jeder Gesellschafter von einer Nachschusspflicht auf das volle Stammkapital getroffen werden.
„Man kann jedoch auch auf der Gründungsprivileg verzichten“, so Steuerberater Christian Oberkleiner von TPA. Damit ist die Gesellschaft von Beginn an besser kapitalisiert und Gründer ersparen sich die Kosten für den Notar einer später erforderlichen Erhöhung der Stammeinlage auf 35.000 Euro.

Bei der Mindestkörperschaftsteuer sind alle gleich
Ob Gründerprivileg oder nicht: Die Mindestkörperschaftsteuer ist nach einer Gesetzesänderung seit dem Jahr 2014 mit oder ohne Privileg in gleicher Höhe zu zahlen. Diese Steuer beträgt für die ersten fünf Jahre 500 Euro pro Kalenderjahr oder 125 Euro pro Quartal.

Banken wollen private Haftung
Dennoch können Gesellschafter von GmbHs unter bestimmten Umständen über das Stammkapital hinaus haftbar gemacht werden. So fordern Banken für Kredite an die GmbH meist, dass Gesellschafter privat haften. „Über diesen Umweg wird die Haftung auf das Privatvermögen der Gesellschafter ausgedehnt“, warnt der Steuer- und Rechtsformexperte.

Geschäftsführer haftet persönlich
Wesentlich schärfer ist die Haftung, wenn der Gesellschafter auch Geschäftsführer ist. Dann haftet er wie jeder andere Geschäftsführer für schuldhafte Pflichtverletzungen. Eine persönliche Haftung des Geschäftsführers kann beispielsweise schlagend werden, wenn eine Gesellschaft in die Insolvenz rutscht und vom Insolvenzverwalter, vom Finanzamt und von der Sozialversicherung noch Nachforderungen kommen können.

Auch Gesellschafter können haftbar gemacht werden
Auch faktische Geschäftsführer, also jene, die es nicht sind, aber so agieren, können haftbar gemacht werden.“Mischen Sie sich also nicht zu viel in die Geschäftsführung ein, wenn Sie nur Gesellschafter sind“, rät Oberkleiner.

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