GmbH: Schummeln bei Gewinnausschüttungen nicht mehr möglich

GmbH: Schummeln bei Gewinnausschüttungen nicht mehr möglich

Eine Änderung des Kapitalertragsteuer(KESt)-Anmeldeformulars macht es möglich: Die Finanz übermittelt Gewinnausschüttungen an Gesellschafter-Geschäftsführer automatisch an die SVA. Was das für Gesellschafter bedeutet und wozu Wolfgang Höfle, Steuerberater der TPA Horwath rät.

Bei geschäftsführenden Gesellschaftern einer GmbH sind neben dem monatlichen Geschäftsführerbezug auch die Einkünfte als Gesellschafter beitragspflichtig, also auch Gewinnausschüttungen. Diese waren aufgrund des gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes schon bisher beitragspflichtig. Wolfgang Höfle, Steuerberater der TPA Horwath: Nur bisher war es der SVA kaum möglich, die Höhe der Gewinnausschüttungen ohne großen Verwaltungsaufwand zu erfragen und in die Bemessungsgrundlage mit einzubeziehen.“

Eine Änderung des Kapitalertragsteuer(KESt)-Anmeldeformulars erlaubt es nun aber der SVA, diese Regel seit 2016 einfach zu vollziehen. Die Finanz übermittelt nämlich seit Jahresanfang Gewinnausschüttungen an Gesellschafter-Geschäftsführer automatisch an die SVA. Höfle: „Diese berücksichtigt den Betrag bei der Feststellung der endgültigen Beitragsgrundlage für das Jahr, in dem die Ausschüttung jeweils erfolgt.“ Dies betrifft Ausschüttungen und KESt-Anmeldungen ab Jänner 2016.

Gewinnausschüttungen unterliegen, von missbräuchlichen Gestaltungen abgesehen, nicht den Lohnnebenkosten.

Wann keine Nachzahlung droht:

Für Gesellschafter-Geschäftsführer deren Gehaltsbezug bereits die jährliche Höchstbeitragsgrundlage (2016: 68.040 Euro) erreicht oder übersteigt, kommt es durch die Einbeziehung der Gewinnausschüttungen in die Bemessungsgrundlage zu keinen weiteren Nachzahlungen.

Gewinnausschüttungen unterliegen, von missbräuchlichen Gestaltungen abgesehen, nicht den Lohnnebenkosten. Im Gegensatz zu Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsgesetz, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und die Kommunalsteuer.

Strategie für Auszahlungen überlegen

Steuerexperte Höfle: „Gewinne, die in den einzelnen Jahren nicht ausgezahlt werden, gehören nicht in die Beitragsgrundlage. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, in Zukunft bei der Strategie, wann Ausschüttungen erfolgen sollen, auch die GSVG-Pflicht zu bedenken.“

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