Für Unternehmer: 7 Steuerspartipps zum Jahresende 2018

Für Unternehmer: 7 Steuerspartipps zum Jahresende 2018

Unternehmen, die noch vor Jahresende investieren, können die Steuern kräftig senken.

Kurz vor Jahresende gibt es für Betriebe noch zahlreiche Möglichkeiten, Steuern zu sparen. Die wichtigsten Tipps und Informationen im Überblick.

Vor Jahresende haben Unternehmen noch einige Möglichkeiten, um Steuern zu sparen. Die Experten von TPA informieren, welche ganz legalen Mittel es gibt, um die Steuerlast noch zu reduzieren.

1. Gewinnfreibetrag

  • Investitionen in Wirtschaftsgüter
  • Anschaffung von Wertpapieren

Alle betrieblichen Einkommensteuerpflichtigen mit Bilanzierung oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung können jährlich einen Gewinnfreibetrag geltend machen. Dieser dient als Abgeltung für die begünstigte Besteuerung des 13./14.Gehalts von Lohnsteuerpflichtigen. Der Gewinnfreibetrag beträgt bis zu 13 Prozent des Gewinns (ohne Veräußerungsgewinn), maximal jedoch 45.350 Euro pro Jahr.

Als begünstigte Investitionen gelten ungebrauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren. Auch bestimmte Wertpapiere können für den Freibetrag herangezogen werden. Darunter fallen all jene Anleihen sowie Anleihen- und Immobilienfonds, die für die Pensionsrückstellung zugelassen sind. Diese Wertpapiere und begünstigten Wirtschaftsgüter müssen zu diesem Zweck ab der Anschaffung mindestens vier Jahre gehalten werden.


2. Forschungsprämie

  • 14 Prozent Forschungsprämie

Die Forschungsprämie gilt sowohl für die Forschung im eigenen Betrieb als auch für die Auftragsforschung und beträgt seit Anfang des Jahres 14 Prozent.

TPA Steuerexperte Gottfried Sulz wanrt jedoch: „Dokumentieren Sie Ihre Forschung gut. Seien Sie bei der Erstellung des Antrags gründlich, denn die Finanz ist bei der Zuerkennung der Forschungsprämie strenger geworden."


3. Energieabgaben-Vergütung

  • Gilt für Energie-intensive Betriebe
  • Fünf Jahre rückwirkend

Betriebe, die viel Energie brauchen, werden vom Staat steuerlich entlastet. So wird bei der Energieabgabe eine obere Grenze eingezogen, die in Relation zum Nettoproduktionswert steht. Entscheidend ist, ob die Energie für die Produktion verwendet wird. Nicht nur Produktionsbetriebe, auch Dienstleistungsbetriebe, beispielsweise Wellnesshotels mit hohem Energiebedarf können nach umstrittener Ansicht die Energieabgaben-Vergütung verlangen. Das betreffende EuGH-Urteil wird in Kürze erwartet.

Ein entsprechender Antrag auf Rückvergütung kann fünf Jahre rückwirkend eingebracht werden. Für das Jahr 2013 und folgende kann ein Vergütungsantrag somit noch bis zum 31. Dezember 2018 gestellt werden. „Um keine Fristen zu versäumen, empfehlen wir allen Betrieben mit einem potentiellen Anspruch, vorsorglich einen Antrag für die Jahre ab 2013 einzubringen“, so Sulz.


4. Gruppenbesteuerung

  • Gewinne und Verluste innerhalb einer Firmengruppe ausgleichen

Die Gruppenbesteuerung ermöglicht, Verluste und Gewinne von Körperschaften innerhalb einer Unternehmensgruppe steuerlich optimal zu verwerten und auszugleichen.
Für das Jahr 2018 kann noch bis Jahresende ein Antrag auf Gruppenbesteuerung unterfertigt werden. Das gilt vor allem für Gesellschaften, die zum Regelbilanzstichtag bilanzieren und bei denen keine Veränderungen der Beteiligungsverhältnisse stattgefunden haben.

„Lassen Sie noch vor Jahresende von einem Steuerexperten prüfen, ob die derzeitige Konzernstruktur steuerlich optimal ist. Eventuell kann durch Änderung oder Erweiterung einer bestehenden Unternehmensgruppe das steuerliche Ergebnis 2018 noch optimiert werden“, erläutert Sulz.


5. Ruling-Antrag

  • Vorab mit der Finanz abstimmen

Durch die Einführung des Auskunftsbescheids (Advance Ruling) ist es seit 2011 möglich, geplante Gestaltungen bzw. Umstrukturierungen vorab mit der Finanz abzuklären. So kann die steuerliche Anerkennung - etwa einer Verschmelzung, die Erweiterung der Unternehmensgruppe oder die Ermittlung eines fremdüblichen Verrechnungspreises - vorab sichergestellt werden. Der Antrag ist über FinanzOnline möglich.

Ab 2019 kann in folgenden Rechtsgebieten ein Ruling-Antrag gestellt werden:

  • Internationales Steuerrecht
  • Umgründungen
  • Gruppenbesteuerung
  • Missbrauch

Ein Antrag für einen Auskunftsbescheid für die Umsatzsteuer ist allerdings erst ab 2020 möglich.

Liegt ein positiver Auskunftsbescheid vor, erhält der Antragsteller damit einen verbindlichen Rechtsanspruch auf die darin vorgenommene abgabenrechtliche Beurteilung. Der Fiskus darf sich für die Beurteilung aber nicht lange Zeit lassen, damit die Unternehmer nicht unnötig aufgehalten werden. So wurde eine Frist von zwei Monaten eingeführt, innerhalb der das Finanzamt den Auskunftsbescheid „tunlichst“ zu erlassen hat.

Sulz: „Da ein Ruling-Verfahren nur für nicht bereits verwirklichte Sachverhalte möglich ist, ist gerade bei Umgründungen rasches Agieren notwendig, damit der Bescheid innerhalb der neunmonatigen Rückwirkungsfrist ausgestellt werden kann.“


6. Steuern sparen durch spenden

  • Spenden bis zu zehn Prozent des Betriebsgewinns

Firmen, die spenden, können den steuerpflichtigen Gewinn senken. Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Institutionen sind bis höchstens zehn Prozent des Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Als Obergrenze gilt der Gewinn vor Berücksichtigung des Gewinnfreibetrags. Damit derartige Spenden (bei einem Regelbilanzstichtag 31.12.2018) noch im Jahr 2018 steuerlich wirksam werden, müssen diese bis spätestens zum 31. Dezember 2018 getätigt werden.


7. Privatstiftung: investierte Gewinne steuerfrei

  • Steuerbegünstigte Investitionen
  • Steuerbegünstigte Kapitalerhöhungen

Privatstiftungen können die durch Verkäufe oder Liquidationen aufgedeckten stillen Reserven aus Beteiligungen auf die Anschaffungskosten einer Beteiligung an einer Körperschaft (Ersatzinvestition) übertragen. Voraussetzung ist, dass die Privatstiftung an der verkauften Beteiligung oder liquidierten Körperschaft innerhalb der letzten fünf Jahre zu mindestens einem Prozent beteiligt war. Damit können Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei gestellt werden (durch Stundung). Eine derartige Ersatzanschaffung muss jedoch mehr als zehn Prozent betragen und innerhalb eines Jahres erfolgen. Ausgenommen sind bestimmte bestehende Beteiligungen an Körperschaften.

„Auch eine Kapitalerhöhung von mehr als zehn Prozent bei einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft bewirkt den Erwerb von neuen Anteilen und ist daher steuerbegünstigt. Reine Zuschüsse sind es nach Ansicht der Finanz nicht“, ergänzt Sulz.

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