COVID: Das ändert sich bei Einkommen- und Körperschaftsteuer

Die TPA Steuerberatung gibt einen kurzen Überblick über die neuesten steuerlichen Änderungen zum COVID-19-Steuermaßnahmengesetz , das Mitte Dezember im Nationalrat beschlossen wurde.

Thema: Steuertipps
COVID: Das ändert sich bei Einkommen- und Körperschaftsteuer

1. Änderungen im Einkommensteuergesetz

Abzugsfähigkeit von Spenden: Deckelung gelockert

Bei Spenden wird die 10-prozentige-Deckelung bezogen auf das jeweils laufende Jahr in den Veranlagungen 2020 und 2021 gelockert, da in diesen Jahren der Gewinn gegenüber 2019 eher gesunken sein wird. Heuer können bis zu zehn Prozent des Gewinnes des Jahres 2019 oder 2020 (der jeweils höhere Betrag) steuerlich abgezogen werden.

Degressive Abschreibung bis Ende 2021

Für bis zum 31. Dezember 2021 angeschaffte und hergestellte Wirtschaftsgüter kann die degressive Absetzung für Abnutzung unabhängig vom Unternehmensrecht in Anspruch genommen werden. „Wird 2020 und 2021 die lineare AfA gewählt, kann ein höherer steuerlicher Betrag aus der degressiven Absetzung für Abnutzung – degressiven AfA über die Mehr-Weniger-Rechnung abgesetzt werden“, so TPA Steuerberater Gottfried Sulz.

Verbesserung der Kleinunternehmerpauschalierung

Die erst 2020 eingeführte Kleinunternehmerpauschalierung von 20 Prozent Betriebsausgabenpauschale für Dienstleistungsbetriebe und 45 Prozent für andere Betriebe (nicht jedoch etwa für Land- und Forstwirtschaftsbetriebe) soll ab 2021 in einigen Punkten modifiziert und hinsichtlich ihres Anwendungsbereiches mit der umsatzsteuerrechtlichen Kleinunternehmerregelung weitestgehend harmonisiert werden.

Das Betriebsausgabenpauschale wird ab 2021 mit 18.900 Euro (45%iges Pauschale) bzw. 8.400 Euro (20%iges Pauschale) gedeckelt.

Pauschale Wertberichtigung von Forderungen und pauschale Rückstellungen

Ab 2021 sollen die Bewertungsvorschriften in der Einkommensteuer stärker an das UGB angepasst werden. Pauschale Wertberichtigungen von Forderungen und pauschale Rückstellungen sind laut UGB möglich: „Ist die Bestimmung eines Wertes nur auf Basis von Schätzungen möglich, so müssen diese auf einer umsichtigen Beurteilung beruhen. Liegen statistisch ermittelbare Erfahrungswerte aus gleich gelagerten Sachverhalten vor, sind diese zu berücksichtigen.“

  • Steuerbegünstiging für pensionierte Ärzte, die wegen Corona arbeiten. Die Begünstigungsvorschrift für Ärzte soll vor dem Hintergrund der andauernden COVID-19-Pandemie verlängert werden: Werden Ärzte trotz Pensionierung coronabedingt wieder erwerbstätig, verlieren sie weder die Hauptwohnsitzbefreiung bei Betriebsaufgabe noch den Hälftesteuersatz.
  • Zuwendungen an Stiftungen noch steuerbegünstigt. Die Abzugsfähigkeit von Zuwendungen an eine gemeinnützige privatrechtliche Stiftung wird um ein Jahr verlängert werden.

2. Änderungen im Körperschaftsteuergesetz

Bilanzierungspflicht für Betriebe gewerblicher Art

Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften öffentlichen Rechts müssen erstmals ab 2021 steuerlich nach den Vorschriften des § 5 EStG 1988 bilanzieren und eine Steuererklärung abgeben, wenn sie in den Jahren 2018 und 2019 die Umsatzschwelle von 700.000 Euro überschritten haben. Bedarfszuweisungen der Länder an Gemeinden gelten jedoch für die 700.000-Grenze nicht als Umsätze.

Verschärfung der Maßnahmen gegen Steueroasen

Österreich ist zu mindestens einer der empfohlenen steuerlichen Abwehrmaßnahmen gegenüber den auf der EU-Liste geführten nicht kooperativen Ländern und Gebieten verpflichtet. Österreich kommt dieser Verpflichtung durch Ausweitung der Hinzurechnungsbesteuerung und des Methodenwechsels nach. Folgende Länder fallen derzeit darunter: Amerikanisch-Samoa, Kaimaninseln, Fidschi, Guam, Oman, Palau, Panama, Samoa, Seychellen, Trinidad und Tobago, Amerikanische Jungferninseln, Vanuatu.

Einführung einer Zinsschranke für Konzerne

2021 wird erstmals eine generelle Zinsschranken-Regelung in Österreich eingeführt Bereits bestehenden Zinsenabzugsverbote bleiben zusätzlich aufrecht. Ein „Zinsüberhang“ (= Überhang von abzugsfähigen Zinsaufwendungen gegenüber steuerpflichtigen Zinserträgen) kann nur im Ausmaß von höchstens 30 Prozent des steuerlichen EBITDA abgezogen werden.

Voller Zinsenabzug steht unter folgenden Voraussetzungen zu:

  • Für den Zinsüberhang ist ein Freibetrag von bis zu drei Millionen Euro pro Veranlagungszeitraum vorgesehen; Zinsen bis drei Millionen Euro können daher voll abgezogen werden. Bei einem Zinsüberhang von vier Millionen Euro können eine Million Euro nicht abgezogen werden, außer die 30 Prozent Grenze oder eine andere Ausnahme lässt einen Abzug zu.
  • Für „stand alone“-Unternehmen, also insbesondere solche, die nicht vollständig in einen Konzernabschluss einbezogen werden und kein verbundenes Unternehmen haben und keine ausländische Betriebsstätte unterhalten. Für Zinsen aus „Altverträgen“, das sind vor dem 17. Juni 2016 abgeschlossene Verträge, bis Ende 2025.
  • Wenn die Eigenkapitalquote der Körperschaft gleich oder höher als die Eigenkapitalquote des Konzerns ist, wobei eine Unterschreitung um bis zu 2 Prozent (Toleranzregel) unschädlich ist – sog „Eigenkapital-Escape-Klausel“
  • Auch in der KöSt-Unternehmensgruppe besteht die Möglichkeit, einen „fiktiven“ Teilkonzernabschluss für die Gruppe zu erstellen,um gegebenenfalls die „Eigenkapital-Escape-Klausel“ zu nutzen.

3. Änderungen zum Gebührengesetz

  • Absage von Veranstaltungen. Veranstaltungen, die wegen der COVID-19-Krisensituation nicht stattfinden, werden von der Bestandvertragsgebühr befreit.
  • COVID-19-Gebührenbefreiung. Die Befreiung von Gebühren, die im Zusammenhang mit der Bewältigung der COVID-19-Krise entstehen, wird bis 31. März 2021 verlängert.
  • Brexit. In Umsetzung des Abkommens über den Austritt des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union und der Europäischen Atomgemeinschaft wird im Gebührengesetz 1957 eine betragsmäßige Beschränkung für den neuen Aufenthaltstitel „Artikel 50 EUV“ geschaffen.

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