Ausgleichsbonus & Verlustersatz & Co: Die neuen Corona-Hilfen

Neuerlicher Lockdown - in welchen Fällen Unternehmen Anspruch auf den Ausfallsbonus III, Verlustersatz neu und Härtefallfonds neu haben. Unter welchen Umständen etwa 80 Prozent des Einkommens vom Staat ersetzt werden und ab welche Höhe des Verlustes staatliches Geld fließt. Welche bisher geltenden Förderungen wie lange gelten.

Ausgleichsbonus & Verlustersatz & Co: Die neuen Corona-Hilfen

Wenn Umsätze und eigene Einnahmen von Unternehmern aufgrund von Covid-Maßnahmen der Regierung zurückgehen, ist der Staat unter bestimmten Voraussetzungen bereit, Ausgleichshilfen zu zahlen.

Der neuerliche Lockdown reißt tiefe Löcher in die Kassen unzähliger Unternehmen. Doch die Regierung ist angesichts des neuerlichen Lockdowns Unternehmen, die dadurch hohe finanzielle Einbußen haben, wieder bereit unter die Arme zu greifen. Bestehende Covid-Maßnahmen werden verlängert und adaptiert. Die beiden Steuerexperten Michael Nester und Florian Petrikovics von der TPA Steuerberatung haben die wichtigsten Punkte zusammen gefasst.

Die neuen Covid-Maßnahmen

Die Regierung bringt für alle drei bisher eingesetzten Förderinstrumente Ausfallbonus, Verlustersatz und Härtefallfonds eine Neuauflage, hat jedoch bei allen drei Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen die Bedingungen verändert.

Ausfallsbonus III

Der Zeitraum für den ein Ausfallsbonus geltend gemacht werden kann, wurde verlängert. Bisher war nur für die Zeit zwischen Juli und September 2021 ein solcher Bonus vorgesehen. Nun wurde diese Form der staatlichen Unterstützung für November 2021 bis März 2022 ausgeweitet. Der Ausfallsbonus kann ab 16. Dezember beantragt werden. Voraussetzung ist diesmal ein Umsatzeinbruch von mindestens 40 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat 2019, also vor der Pandemie. 10 bis 40 Prozent des Umsatzrückgangs können erstattet werden. Bisher war ein Umsatzausfall von mindestens 50 Prozent die Grenze, ab der es einen staatlichen Zuschuss gab.

Verlustersatz neu

Der Verlustersatz wird ebenfalls verlängert. Bisher galt dieser bis Ende Dezember 2021 und einem Betrachtungszeitraum von bis zu sechs Monaten. Voraussetzung dafür ist, dass der Verlust mindestens 50 Prozent gegenüber demselben Zeitraum 2019 fallen ist. Der nun neuerlich verlängerte Verlustersatz gilt für die Zeit von Jänner bis März 2022. Diesmal muss der corana-bedingte Verlustersatz mindestens 40 Prozent gegenüber dem Zeitraum im Jahr vor Corona, also 2019, betragen. 70 bis 90 Prozent des Verlustes können ersetzt werden. Die Förderung kann ab Jänner 2022 beantragt werden.

KMUs erhalten 90 Prozent ihres Verlustes erstattet, größeren Betrieben werden 70 Prozent refundiert.

Härtefallfonds neu

Eine Neuauflage gibt es auch für den Härtefallfonds. Diesmal lauten die Vorgaben, um an diese staatliche Unterstützung zu gelangen, wie folgt: Sinkt das Einkommen durch die Corona-Maßnahmen um mindestens 40 Prozent oder können die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt werden, dann stehen den Betreffenden Mittel aus dem Härtefallfonds zu. Die Ersatzrate liegt bei 80 Prozent, zuzüglich 100 Euro des Nettoeinkommensentgangs. Die Beihilfe läuft bis März 2022, es gibt mindestens 600 und höchstens 2.000 Euro.

Wer zwischen November 2021 und März 2022 wegen Corona Einkommensverluste über 40 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 hinnehmen muss, erhält 80 Prozent des Nettoeinkommens vom Staat ersetzt, plus einer kleinen Draufgabe.

Die Möglichkeit der Steuerstundung und der Herabsetzung der zu zahlenden Beträge an den Fiskus wird es laut Finanzminister Gernot Blümel weiterhin geben.

Weitere Förderungen, die verlängert und aufgestockt wurden

Die Verlängerung bzw. Aufstockung bestehender Förderinstrumente wurden ebenfalls angekündigt:

- Garantien
- NPO-Fonds
- Künstler-SVS
- Ausdehnung Veranstalterschutzschirm

"Alle geförderten Unternehmen müssen die jeweils geltenden COVID-19-Bestimmungen jedoch einhalten, andernfalls droht eine Rückzahlung des erhaltenen Zuschusses", warnt Nester, Steuerberater bei der TPA. Die detaillierte Ausgestaltung dieser Bestimmung bleibt jedoch ebenso wie die konkrete Umsetzung der neuen COVID-19-Förderinstrumente noch abzuwarten.

Auch weitere Steuerstundungen und Herabsetzung wird es weiter geben.


Fristen für bestehende Förderungen

Um noch einen Fixkostenzuschuss 800.000 oder die zweite Tranche des Verlustersatzes zu erhalten, muss das unbedingt noch bis zum 31. März 2022 passieren, sonst ist es zu spät.

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