Ab Oktober sind alle Kontodaten für die Finanz abrufbar

Achtung, das Finanz schaut mit! Wer, wann, welche Kontobuchungen vornimmt - der Fiskus hat auf diese Daten Zugriff.

Achtung, die Finanz schaut mit! Wer wann welche Kontobuchungen vornimmt - der Fiskus hat auf diese Daten künftig Zugriff.

Mit 1. Oktober 2016 tritt das zentrale Kontenregister in Kraft. Banken müssen ab dann alle Kontoverbindungen an das Finanzamt melden. Steuerhinterziehung durch Konten im Ausland werden dann fast unmöglich.

Das Bankgeheimnis ist ab 1. Oktober 2016 endgültig Geschichte. Ab diesem Zeitpunkt werden die letzten großen Geheimnisse der Steueroasen sukzessive gelüftet. Dann müssen österreichische Banken und Lebensversicherungen zunächst bei jedem neuen Konto und Vertrag prüfen, ob ihre Kunden auch in einem anderen Land steuerlich ansässig sind.

Ab 2017 tritt dann der weltweite Austausch von Kontodaten ausländischer Kunden über die nationalen Steuerbehörden in Kraft. 140 Staaten haben sich verpflichtet, die Kontodaten ihrer ausländischen Bankkunden offenzulegen und zu melden. Steuerbetrüger dieser Welt geht es damit ernsthaft an den Kragen. Die Staaten erhoffen sich dadurch einen reichen Geldsegen. In Österreich erwartet sich die Finanz dadurch im ersten Jahr rund 700 Millionen Euro Mehreinnahmen. Nach der ersten großen Welle, in der Steuerhinterzieher durch Auslandskonten aufgedeckt werden sollen, dürften die Einnahmen jedoch sinken.

"Der weltweite Austausch von Kontendaten wird die Steueroasen weltweit austrocknen“, prognostiziert Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank. Steuerflüchtlinge hätten so keine Chance mehr und würden durch die Offenlegung ihrer Konten im Ausland im Heimatstaat auffliegen. Ein zentrales Kontenregister soll garantieren, dass im weltweit kein Steuerflüchtling mehr dem Fiskus durch die Lappen geht. Das Register wird laufend mit den Daten der Banken aktualisiert, für die laufende Registrierung ist das Bundesrechenzentrum zuständig.


Fakten

Zentrales Kontoregister

Mit 1. Oktober 2016 tritt das zentrale Kontenregister in Kraft. Darin sind alle in Österreich geführten Konten und Depots gelistet, vom Girokonto über Bausparkonten bis zum klassischen Sparbuch. In Summe sind das 33 Millionen Konten.

Zugang zum Kontoregister

Zugang zum elektronischen Kontenregister und damit zu Bankinformationen von Steuerzahlern haben künftig Gerichte, Staatsanwälte, Finanzstrafbehörden, Abgabenbehörden und das Bundesfinanzgericht. Für sie ist ersichtlich, über welche Bankkonten und Depots jemand verfügt und wer Zugriff auf welche Konten hat.

Kontrolle für Steuerzahler

Jeder der Einsicht hält, wird elektronisch protokolliert. Die Protokolle werden zehn Jahren aufbewahrt und dann gelöscht. Auch die Steuerzahler erfahren, wer Einschau hält und können über den elektronischen Finanzzugang FinanzOnline abfragen, welche ihrer Daten im Kontenregister enthalten sind.

Einsicht der Behörden ohne Strafverfahren

Bis 2016 wurde bei der Verfolgung von Steuersündern das Bankgeheimnis nur dann durchbrochen, wenn ein Strafverfahren eingeleitet war. Seither können die Behörden bereits im "abgabenbehördlichen Verfahren" an die von ihnen gewünschten Bank-Infos kommen.

Rückwirkende Meldepflicht

Personenbezogene Daten, die bisher von den Banken geheim gehalten wurden, sind damit nicht mehr im selben Umfang gegenüber der Übermittlung an Abgabenbehörden, Staatsanwaltschaft oder Gerichte geschützt. Die Meldepflicht für aufrechte Konten und Depots gilt bereits rückwirkend seit 1. März 2015. Durch das sogenannten Zuflussgesetz ist geregelt, dass Summen, die von Juli 2011 bis Ende 2012 aus der Schweiz und von Anfang 2012 bis Ende 2013 aus Liechtenstein nach Österreich gelangten, bis Ende 2016 zu melden sind. Für Österreicher gilt ein Kapital-Abflussgesetz: Wer mehr als über 50.000 Euro behebt, muss das dem Finanzministerium melden.

Geheimkonten

Durch die rückwirkende Erfassung per März 2015 sind "Geheimkonten" praktisch schon jetzt Vergangenheit. Auf internationalen Druck hin hat Österreich schon vor 15 Jahren einen ersten Schlag gegen die geheimen Bankkonten geführt. Damals wurde die Sparbuchanonymität aufgehoben. Seit 1. November 2000 dürfen keine anonymen Sparbücher mehr eröffnet werden, auch Bareinzahlungen und Überweisungen auf anonyme Konten sind seither verboten.

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