AK und WKÖ: Streit wegen geplanter KÖSt-Senkung

AK und WKÖ: Streit wegen geplanter KÖSt-Senkung

Die Wirtschaftskammer erwartet durch eine niedrigere Firmenbesteuerung mehr Investitionen und steigende Mitarbeiterzahlen. Die AK glaubt daran nicht und äußert Bedenken.

Die Körperschaftsteuer (KÖSt) soll laut Plänen von Finanzminister Hartwig Löger von derzeit 25 Prozent auf 20 Prozent sinken. Die Interessensvertreter der Arbeitnehmer sind dagegen, Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, erklärt, was es bringen soll.


Entlastung bei der Körperschaftsteuer bedeutet eine Stärkung der Eigenkapitalbasis der Betriebe, fördert notwendige Investitionen und sichert Zehntausende Jobs

und schafft langfristig Tausende neue Arbeitsplätze sowohl bei großen als auch bei kleinen Unternehmen", argumentierte Kopf.

Investitionen könnten um 1,5 Prozent steigen

Bei einer Reduktion des Steuersatzes von aktuell 25 auf 20 Prozent würden die Investitionen um 1,5 Prozent steigen, beruft sich Kopf auf "aktuelle Modellrechnungen". Die Körperschaftsteuersenkung im Jahr 2004/05 von 34 auf 25 Prozent habe "signifikant positiven Auswirkungen" auf Steueraufkommen und Beschäftigung gehabt.

Mehr Geld in den Kassen kurbelt laut AK Investitionen nicht an

Die Arbeiterkammer (AK) hingegen argumentiert, dass die durchschnittliche Körperschaftsteuer bei 1,2 Prozent des Umsatzes liege. "Positive Effekte auf Investitionen sind nur dann zu erwarten, wenn das Unternehmen kreditbeschränkt ist - was, wenn überhaupt, nur bei kleineren Unternehmen ein Thema ist", so AK-Steuerexperte Dominik Bernhofer. Genau diese Unternehmen profitierten aber kaum von der Steuersenkung.

KÖSt im internationalen Vergleich hoch oder niedrig?

Streitpunkt zwischen den Interessenvertretern ist auch, ob der Steuersatz in Österreich nun im internationalen Vergleich hoch oder niedrig ist. Österreich liege klar über dem EU-Durchschnitt, meint die Wirtschaftskammer. Im Mittel hätten die EU-15-Staaten die durchschnittliche effektive Körperschaftsteuerbelastung zuletzt um 3 Prozentpunkte gesenkt. Die Arbeiterkammer wiederum verweist auf den wichtigsten Handelspartner Deutschland, wo die Gewinnbesteuerung mit über 30 Prozent (inklusive Gewerbesteuer) deutlich höher sei als in Österreich. Der Durchschnitt der Gewinnsteuersätze der EU-15 liege bei 25,5 Prozent.

Mehr Cash hätte laut AK nur bei großen Firmen einen Effekt

Während die Arbeiterkammer lediglich die gewinnstärksten fünf Prozent der Betriebe als Profiteure der Steuersenkung sieht, profitieren laut Wirtschaftskammer Einzelunternehmen, Klein- und Mittelbetriebe sowie größere Unternehmen und würden deutlich entlastet. Die "populistische Pauschalkritik der Arbeiterkammer" lehnt Generalsekretär Kopf ab.

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