Was es kostet, den Urlaub zu stornieren und in welchen Fallen Sie nichts zahlen müssen

Was es kostet, den Urlaub zu stornieren und in welchen Fallen Sie nichts zahlen müssen

Wenn man eine Reise abgesagen muss, kann das teuer werden. Doch das muss nicht sein.

Lesen Sie, wie Sie richtig stornieren, wann das Hotel Ihnen nichts verrechnen darf und was es etwas bringt, einen Stellvertreter auf Reisen zu schicken. Die Rechtsschutz-Experten der D.A.S. geben Auskunft.

Starker Regen, ungemütliche Temperaturen, an Aktivitäten im Freien ist nicht zu denken und die Wettervorhersage katastrophal – kein optimaler Zustand für einen Urlaub. Also gar nicht erst losfahren? Wer sein Hotelzimmer oder sein Appartement schon vor ein paar Wochen gebucht hat, sollte sich allerdings gründlich überlegen, ob er daheim bleibt. Denn gebucht ist gebucht. Stornierung kostet meist richtig Geld. Dabei ist es gleichgültig, aus welchem Grund abgesagt wird, ob wegen Krankheit, Unfall oder ob ein Wasserrohrbruch die Wohnung verwüstet hat. Denn die von Höchstgerichten angewandte Sphärentheorie besagt, dass es dem Reiseunternehmen nicht zumutbar ist, das wirtschaftliche Risiko der sich in der Sphäre (Einfluss) des Kunden ereignenden Zufälle zu tragen.

Wer sein Hotelzimmer nicht bezieht, muss daher laut Gesetz trotzdem zahlen – oder auf Kulanz hoffen. Denn grundsätzlich ist eine Hotelbuchung ein rechtlich bindender Vertrag. Und zwar ganz gleich, ob die Buchung telefonisch, per Mail oder Fax erfolgt ist.

Auf jeden Fall ist es unbedingt notwendig, das Zimmer zu stornieren - am besten schriftlich. Falls es über das Reisebüro gebucht worden ist, ist auch dieses zu informieren. Falls eine Stornoversicherung abgeschlossen wurde, auch die jeweilige Versicherung. Denn je früher die Stornierung eintrifft, desto geringer ist die Gebühr.

Bis zu 85 Prozent der Reisekosten können Stornogebühren fressen

Laut den Allgemeinen Reisebedingungen gelten folgende Stornosätze:

- Wer bis zu 30 Tage vor dem Reisetermin storniert, zahlt 10 Prozent des Gesamtpreises.
- Wer zwischen dem 29. bis 20. Tag storniert, zahlt 25 Prozent.
- Zwischen dem 19. bis 10. Tag: 50 Prozent.
- Zwischen dem 9. bis 4. Tag: 65 Prozent.
- Ab dem dritten Tag vor Reiseantritt: 85 Prozent.

Beim Abschluss einer Reise sollte man unbedingt darauf achten, welche Stornosätze das Hotel oder der Reiseveranstalter tatsächlich gewählt hat. Denn im Prinzip kann jeder Veranstalter, jedes Hotel, jede Pension oder jede Hotelkette die Stornogebühren selbst bestimmen. Die oben angegeben Stornosätze sind nur Richtlinien, an die sich zwar die meisten halten. Wenn Sie Glück haben und Ihr Zimmervermieter kulant ist, müssen Sie vielleicht gar nichts zahlen. Trotzdem sollte man auf Nummer sicher gehen und unbedingt das Kleingedruckte lesen oder bei einer Reservierung per Mail oder Telefon vorher Infos über Stornoregelungen einholen!

Keine Stornogebühr, wenn Zimmer weitervermietet wird

Es gibt Ausnahmen, wann keine Stornogebühr verlangt werden darf: Das gilt etwa, wenn das Zimmer in der gleichen Preiskategorie weitervermietet wird.

Wer jemanden findet, der für ihn die Reise antritt, braucht kein Storno zahlen

Wer die Reise nicht antreten kann, hat noch eine weiter Möglichkeit, die Kosten abzuwälzen. Laut Konsumentenschutzgesetz (KSchG) kann bei Krankheit, Unfall, Todesfall oder Geschäftstermin die Reise auf eine Ersatzperson übertragen werden. Diese muss die Teilnahmevoraussetzungen (gültige Reisedokumente, notwendige Impfungen, Fähigkeiten, Alter, Gesundheitszustand; gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnungen dürfen nicht entgegenstehen) erfüllen. Die Übertragung muss dem Veranstalter innerhalb einer angemessenen Frist vor dem Abreisetermin mitgeteilt werden. Der Reisende und die Ersatzperson haften solidarisch für den noch ausständigen Reisepreis und die durch die Übertragung entstehenden Mehrkosten.

Bei höherer Gewalt fallen keine Stornokosten an

Bei Fällen von höherer Gewalt, kann sich der Kunde auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage berufen. Beispielsweise wenn die Anreise zum Hotel nicht möglich ist, da die einzige Zufahrtsstraße wegen Vermurung gesperrt ist. Fallen Voraussetzung, die jeder mit einem solchen Rechtsgeschäft verbindet weg, kann der Kunde kostenlos zurücktreten. Dazu zählen unter anderem ein Tankerunfall, ein verseuchter Küstenabschnitt, weshalb ein Badeurlaub nicht möglich ist.

Recht auf gute Wetterbedingungen?

Doch haben Urlauber einen Anspruch auf weiße Pisten, ruhige See oder einfach nur Sonnenschein? Leider nein. Die einzige Möglichkeit, schlechtes Wetter im Urlaub zu meiden, ist den Wetterbericht frühzeitig zu beobachten zu beginnen und notfalls die Reise ehestmöglich stornieren. Dadurch entstehende Kosten muss der Reisende jedoch selbst übernehmen.

Onlinebuchungsportale locken mit besonderem Entgegenkommen

Wer das Buchungsrisiko so gut wie möglich reduzieren will, sollte auf den großen Online-Buchungsportalen auf Zimmersuche gehen. Denn so manche Hotels gewähren Gästen, die auf Seiten wie tripadvisor.de, hotel.com oder trivago.at buchen, immer wieder die Gelegenheit einer kostenfreien Stornierung, sogar teilweise bis zum Anreisetag.

Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der D.A.S. Rechtsschutz AG.

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:
Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und beispielgebende RechtsService-Leistungen wie die D.A.S. Direkthilfe® und D.A.S. Rechtsberatung an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in ganz Österreich in regionalen D.A.S. Standorten mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. Die D.A.S. Rechtsschutz AG agiert als Muttergesellschaft der D.A.S. Tschechien (seit 2014). In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre starke Marktposition als Rechtsschutzspezialist gefestigt.

Seit 1928 steht die D.A.S., das Original für Rechtsschutz, für Kompetenz und Leistungsstärke im Rechtsschutz. Heute agieren D.A.S. Gesellschaften in knapp 20 Ländern weltweit. Sie sind die Spezialisten für Rechtsschutz der ERGO Group AG, einer der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

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