40 Prozent der ausländischen Baufirmen betreiben Lohndumping

40 Prozent der ausländischen Baufirmen betreiben Lohndumping

Österreich bekommt das Lohn- und Sozialdumping durch ausländische Baufirmen nicht in den Griff, wenn die Quote auch rückläufig ist. Die Branche selbst boomt und die Zahl der Mitarbeiter explodiert.

Während sich die Konjunktur insgesamt abkühlt, floriert die Bauwirtschaft in Österreich: Die Beschäftigung steigt, Lohn- und Sozialdumping werden weniger und die Insolvenzen sind auch rückläufig, geht aus Daten der betrieblichen Bauarbeiter-Urlaubs-und Abfertigungskasse (BUAK) hervor. Probleme sieht die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) noch beim Lohn- und Sozialdumping durch ausländische Baufirmen.

4.000 Beschäftigte mehr als vor einem Jahr
Laut BUAK waren Ende Juni mehr als 144.000 Leute in der Baubranche beschäftigt, um 4.000 mehr als vor einem Jahr. Die Teilzeitbeschäftigung sei innerhalb von drei Jahren von knapp über 9.000 auf rund 5.400 gesunken, berichtete GBH-Vorsitzender Josef Muchitsch. Diese Entwicklung sei auf neue gesetzliche Meldebestimmungen zurückzuführen, die seit Jänner 2018 in Kraft seien. "Unser Ziel war es, die tatsächlichen Teilzeitbeschäftigungen konkreter zu erfassen und möglichen Missbrauch einzudämmen. Das ist uns gelungen", so Muchitsch am Mittwoch laut Aussendung. Die Anzahl der Insolvenzen sei im ersten Halbjahr von 458 auf 422 gesunken.

Rund 1.000 ausländische Baufirmen geprüft
Wie groß das Problem ist, lässt sich schon an der Menge der geprüften ausländischen Baufirmen erahnen. Die BUAK hat im ersten Halbjahr rund tausend Entsendeunternehmen aus dem Ausland überprüft, bei rund 40 Prozent ergab sich ein Verdacht auf Unterentlohnung. Vor einem Jahr lag diese Quote noch bei 49 Prozent.

Praktisch keine Unterentlohnung bei österreichischen Firmen
Von den rund 6.650 kontrollierten inländischen Baufirmen habe vermutlich nicht einmal jedes hundertste seinen Arbeitern zu wenig bezahlt (0,77 Prozent). "Die Lohn- und Sozialdumpingquote bei Entsendeunternehmen aus dem Ausland ist mit 40 Prozent noch immer zu hoch", sagte Muchitsch.

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