Kinder auf der Piste: Warum der Vertrauensgrundsatz nicht immer gilt

Kinder auf der Piste: Warum der Vertrauensgrundsatz nicht immer gilt

Im zweiten Teil der Serie über OGH-Urteile zum Thema Wintersport erläutert die D.A.S. Rechtsschutz AG, warum eine Snowboardfahrerin, die auf der Piste mit einem Kind zusammenstößt, nicht verurteilt wird.

Frau R., eine geübte Snowboardfahrerin, verbringt einen Tag im Schigebiet Werfenweng. Während sie auf einem Schiweg langgezogene Schwünge zieht, sieht sie daneben, auf einem flachen Schiweg, zwei Kinder stehen. Plötzlich fährt der 7-jährige in den Schiweg ein. Doch das konnte Frau R. nicht ahnen, da sie zu diesem Zeitpunkt aufgrund ihrer Schwünge den Kindern den Rücken zuwendet. Die Snowboard-Fahrerin und das Kind kollidieren. Ein Schienbeinbruch des Kindes ist die Folge.


Daraufhin klagt der Verletzte die Snowboard-Fahrerin auf Schmerzensgeld sowie auf Haftung für mögliche Folgeschäden durch den Unfall. Die Frau dagegen beharrt auf Alleinverschulden des Klägers.


So hat der OGH entschieden:
Auch beim Schifahren gilt grundsätzlich der Vertrauensgrundsatz. Dieser besagt unter anderem, dass man bei Kindern nur beschränkt auf ein verkehrsgerechtes Verhalten vertrauen kann. Doch die Snowboard-Fahrerin hatte in ihrem Fall keine Möglichkeit, auf das Verhalten des Kindes, als es in den Schiweg unerwartet einfuhr, zu reagieren. So das Erkenntnis des Obersten Gerichtshofs. Denn um den flachen Schiweg befahren zu können, musste Frau R., laut dem Urteil des OGH, Schwünge machen und hatte daher keine andere Möglichkeit als den Kindern den Rücken zuzuwenden. Der OGH (8 Ob 90/15s) sah in der Klage deshalb eine Überspannung der Sorgfaltspflichten und wies deshalb die Revision des Klägers zurück.

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Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und ein breites Dienstleistungsangebot inklusive 24h-Notruf-Hotline an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in regionalen D.A.S. Niederlassungen verteilt in ganz Österreich mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre solide Marktposition gefestigt. 2014 erwirtschaftete sie im inländischen Direktgeschäft ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 65,4 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe.

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