Sommerhitze im Büro: Das sind Ihre Rechte

Sommerhitze im Büro: Das sind Ihre Rechte

Bei hohen Temperaturen muss der Arbeitgeber für Sonnenschutz und Trinkwasser sorgen.

Für Arbeitnehmer im Büro gibt es kein Hitzefrei, auch bei hochsommerlichen Temperaturen muss gearbeitet werden. Der Arbeitgeber ist allerdings zum Schutz und der Förderung der Gesundheit seiner Arbeitnehmer verpflichtet. Ein Recht auf eine Klimaanlage gibt es hingegen nicht.

Der Schweiß rinnt, die Kehle ist trocken und die Sonne blendet. Arbeiten bei dieser hochsommerlichen Hitze beeinträchtigt die Arbeitsleistung und kann in Extremfällen die Gesundheit gefährden. Welche Rechte Arbeitnehmer bei Hitze haben, hat trend.at bei der Arbeiterkammer Wien erfragt.

Handlungsbedarf ab 26 Grad Celsius

Bau- und Lagerarbeiter und Arbeitnehmer in Wäschereien leiden besonders unter den hohen Temperaturen. Aber auch im Büro gibt es Bestimmungen zu Maßnahmen bei Hitze. Der Arbeitgeber muss für eine geringe körperliche Belastung bei der Arbeit sorgen, die Temperatur sollte 19 bis 25 Grad Celsius betragen. Steigt die Temperatur über 26 Grad, müssen sämtliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Temperatur zu senken. Die Abschattung vor Sonnenstrahlung sollte unbedingt mit Rollos oder Markisen erfolgen. Kein Arbeitnehmer sollte der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Die Frage der Bekleidung gilt es mit dem Chef auszuhandeln. Gerade wenn es keinen Kundenkontakt gibt, kann nach Absprache bei Hitze auf Krawatte, lange Ärmel und Strumpfhose verzichtet werden.

Kein Recht auf Klimaanlage

Zusätzliche Geräte, wie Ventilatoren oder Luftbefeuchter sind keine Pflicht, können aber bei hohen Temperaturen beim Arbeitgeber erfragt werden. Die Mitnahme eigener Geräte ist nicht ratsam, Ventilatoren oder sonstige elektrische oder elektronische Geräte dürfen nicht ohne Erlaubnis in der Arbeit betrieben werden. Hier geht die technische Sicherheit vor. Auch eine Klimaanlage ist kein Muss beim Arbeitsplatz, ist das Büro aber klimatisiert, so sollte der Richtwert von mindestens 19 und maximal 25 Grad eingehalten werden. Darüber hinaus gibt es auch Richtwerte für die Luftfeuchtigkeit, hier sollte das Raumklima 40 bis 70 Prozent Luftfeuchte betragen. Man sollte darauf achten, dass die Klimaanlage nicht zu stark bläst. Bei höheren Werten als 0,1 m/s kann das zu einer Verkühlung der Muskulatur führen. Die Folge sind beispielsweise Nackenschmerzen.

Durst!

1,5 bis 3 Liter Wasser soll ein Mensch pro Tag zu sich nehmen. Gerade bei Hitze und Belastung braucht der Körper aber mehr Flüssigkeit. "Der Arbeitgeber hat nicht-alkoholisches und hygienisch einwandfreies Trinkwasser, sowie saubere Trinkgefäße bei der Arbeit zur Verfügung zu stellen", klärt die Expertin. In Österreich ist die Pflicht mit dem Zugang zu Leitungswasser allerdings erledigt. Ein Recht auf eisgekühlte Softdrinks und abgefülltes Mineralwasser gibt es demnach nicht. Wichtig ist, zu trinken, noch bevor man Durst verspürt, in kleinen Schlucken und über den ganzen Tag verteilt.

Kein Hitzefrei bei der Arbeit

Auch wenn die Hitze noch so groß ist darf die Arbeit nicht einfach niedergelegt werden. Gesetzlich ist diesbezüglich keine Maximaltemperatur festgelegt. Es gibt allerdings die Empfehlung an Arbeitgeber, die Arbeitszeiten so zu legen, dass kein Arbeitnehmer in der prallen Sonne arbeiten muss. Der Arbeitgeber muss sich auch an die Empfehlungen der Behörden bezüglich Ozonwerte und Sommersmog halten, dies gilt jedoch nur für Arbeit im Freien - Büromenschen müssen auch bei erhöhten Ozonwerten fleißig sein. Es gibt auch keine Ausnahmen bei der Pausenregelungen. Einem Arbeitnehmer stehen nach sechs Stunden Arbeit 30 Minuten Pause zu, ganz unabhängig von der Temperatur.

Wer mehr als drei Stunden täglich bei der Arbeit vor dem Bildschirm verbringt, sollte alle 50 Minuten für 10 Minuten unterbrechen und einer anderen Tätigkeit nachgehen. Auch diese Regel gilt bei jeder Temperatur.

Rechtstipps

Wer bei der Attacke einer Kuh haftet

Recht

OGH-Urteil gegen Untervermietung über Online-Plattformen

Lambert Gneisz

DSGVO - Datenschutz-Verordnung 2018

DSGVO-Performer: Onlinelehrgang zum Datenschutz