EU-Verordnung bringt Nummernschilder für Drohnen

EU-Verordnung bringt Nummernschilder für Drohnen

Ab einer gewissen Größe müssen Drohnen künftig Nummernschilder tragen.

Ab Juli 2020 gelten neue Bestimmungen für Drohnenbesitzer. Die Flugobjekte müssen registriert werden und benötigen abhängig von ihrer Kategorie eine Betreibernummer ähnlich eines Autonummernschilds.

Seit 2014 sind in Österreich Drohnen über 250 Gramm genehmigungspflichtig. Seither wurden mehr als 10.000 Anträge von der zuständigen Austro Control bewilligt, Schätzungen zufolge sind gar bis zu 100.000 unbemannte Fluggeräte in Österreich im Umlauf und die Zahl der jährlich neu zugelassenen Drohnen steigt weiter.

Von Vermessung über Logistik und Umweltmanagement bis hin zu Rehkitzrettungsflügen vor Mäharbeiten - die Einsatzgebiete der Drohnen sind vielfältig. Mit der Verbreitung steigen aber auch die Gefahren, die von Drohnen ausgehen.

Eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zum Thema Drohnen durchgeführte Befragung ergab, dass die Österreicher klare Regeln zum sicheren Betrieb der unbemannten Fluggeräte begrüßen. 62 Prozent befürworten starke Regulierungen seitens des Staates. "Mehr als die Hälfte der Befragten interessiert sich für Drohnen", erläutert Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KfV. Ängste bestehen vor allem hinsichtlich des Eindringens von Drohnen in die Privatsphäre sowie möglicher Abstürze.

Selbst wenn es in Österreich bisher kaum Unfälle oder gefährliche Vorfälle gab stellten Drohnen auch bisher immer wieder Probleme dar. So gingen etwa im Vorjahr bei der Austro Control 36 Berichte ein - diese reichten vom verärgerten Nachbar, über dessen Garten eine Drohne flog bis hin zum Linienpiloten, der ein Flugobjekt gesichtet hat.

EU-Verordnung ab Juli 2020

Mit der neuen EU-Drohnen-Verordnung, die per 1. Juli 2020 in Kraft tritt, entscheidet die Höhe des Risikos über Auflagen. "Wo es nicht so gefährlich ist, gibt es künftig Erleichterungen, wo der Betrieb der Drohne gefährlich ist, gelten künftig Verschärfungen" erklärt Kaltenegger.

Bis dahin gilt hierzulande das österreichische Luftfahrtgesetz, das, so Philipp Piber, Leiter des Drone Competence Center bei der Austro Control, auch ein Vorbild für das neue EU-Regulativ war. "Den Ansatz, dass die Höhe des Risikos die Auflagen definiert, haben wir in Österreich entwickelt und der wurde von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) übernommen", sagt Piber.

Eckpunkte der Verordnung

  • Kategorien. Abhängig von Gewicht und Einsatzbereich werden Drohnen künftig in drei Kategorien unterteilt: "Offen", "Spezifisch" und "Zertifiziert". Die erste Kategorie umfasst Drohnen mit einem Gewicht bis zu 25 Kilogramm. In diese fallen rund 80 Prozent der in Österreich bewilligten Drohnen.
  • Größere Drohnen. Bei Drohnen der Kategorie "Spezifisch" liegt bereits ein mittleres Betriebsrisiko vor. Diese Drohnen können auch außerhalb einer Sichtverbindung vom dem Piloten bewegt werden. Der Betreiber muss für die Genehmigung eine Risikobewertung vorlegen. Als höchste Risiko-Kategorie gilt künftig "Zertifiziert". Das Regulativ ist noch in Ausarbeitung, das Risiko ist in dieser Kategorie ähnlich wie in der bemannten Luftfahrt einzustufen. Als "zertifizierte" Drohnen wären etwa Flugtaxis einzustufen.
  • Genehmigung. Für Drohnen der offenen Kategorie entfällt die Genehmigungspflicht, alle anderen sind genehmigungspflichtig.
  • Registrierung. Alle Drohnen, auch die bereits bewilligten, müssen registriert werden. Die Gebühr dafür beträgt 25 Euro. Die einzige Ausnahme sind "Spielzeuge". Als solche gelten Drohnen, die nur bis zu 250 Gramm wiegen und maximal 30 Meter hoch fliegen - sofern sie über keine Kamera verfügen. Mit Aufnahmegerät müssen auch sie ab dem kommenden Sommer angemeldet werden.
  • Online-Test. Die Nutzer müssen ab dem nächsten Sommer vor der ersten Inbetriebnahme einer Drohne einen Online-Test bei der Austro Control absolvieren. Der Test ist noch in Ausarbeitung und soll die Kompetenz des Piloten nachweisen.
  • Betreibernummer. Die Nutzer erhalten dann nach dem Test eine eindeutige Betreibernummer, die auch auf der Drohne vermerkt werden muss. Diese Nummer ist vergleichbar mit einem Autokennzeichen und ermöglicht eine bessere Nachvollziehbarkeit bei Verstößen.
  • Haftpflichtversicherung. Für Drohnen muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
  • Flughöhe. Die maximale Flughöhe beträgt ab dem nächsten Jahr 120 Meter, aktuell sind es in Österreich noch 150 Meter.
  • Strafen und Flugverbote. Wer ohne Bewilligung in Österreich eine Drohne fliegt, begeht eine Verwaltungsübertretung. Die Strafe beträgt bis zu 22.000 Euro. Das Luftfahrtgesetz sieht unter anderem ein absolutes Drohnen-Verbot über und im Umfeld von Flughäfen vor, also dort, wo Maschinen landen oder starten. Weitere Beschränkungen richten sich nach Gewicht des Flugkörpers und Einsatzgebiet.


Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in der trend.at Story "Drohnen: Neue EU-Regeln für Private und Unternehmen."
Informationen darüber welche gesetzlichen Regelung bis Juli 2020 gelten, erhalten Sie in dem Artikel "Drohnen-Einsatz: Welche gesetzlichen Regeln gelten"

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