Digitale Vignette: Vorsicht bei Kennzeichenwechsel

Digitale Vignette: Vorsicht bei Kennzeichenwechsel

Wer sein Auto während eines Jahres wechselt, muss bei einer digitalen Vignette verschiedenes beachten, um nicht Strafe zu zahlen.

Wer die Vignette nicht auf die Autoscheibe geklebt, sondern diese online bestellt und nur noch digitale ist, kann beim Wechseln des Fahrzeugs Probleme bekommen. Die D.A.S. Rechtsschutz AG sagt, was zu tun ist, um hohe Zahlung, die auch mehrfach verhängt werden können, zu verhindern.

Spätestens am 1. Februar muss die neue Vignette gekauft sein, damit Mautstraßen straffrei befahren werden können. Seit 2017 können sich Autofahrer auch für die digitale Version der Vignette entscheiden. Dadurch ersparen sie sich z. B. das Entfernen sowie das Kleben der Vignette und beim Bruch der Windschutzscheibe muss kein Ersatz besorgt werden. „Im Falle eines Kennzeichenwechsels verleitet die digitale Vignette aber dazu, auf die Meldung der neuen Nummerntafel zu vergessen“, informiert Ingo Kaufmann, Vorstandsmitglied der D.A.S. Rechtsschutzversicherung. „Das kann zu hohen Geldforderungen führen. Genau die gleichen Konsequenzen hat im Übrigen ein Fehler bei der Beantragung der Vignette oder bei der Registrierung des Kennzeichens“´, so der D.A.S. Jurist.

Nachforderung der Ersatzmaut kann teuer werden
Denn je länger der unregistrierte Zeitraum des neuen Kennzeichens andauert, desto teurer wird es. Die Asfinag kann die Ersatzmaut sogar mehrfach einfordern. „Nicht selten werden dann bei zwei Monaten fehlender Vignette nachträglich bis zu fünf Forderungen über je 120 Euro Ersatzmaut ausgestellt“, weiß Kaufmann.

Ummeldung gesetzlich vorgeschrieben
Für viele Betroffene ist es oftmals nicht verständlich, warum ein einzelner Fehler, nämlich das Vergessen der Ummeldung, zu einer mehrmaligen Strafe führen kann. Laut Bundesstraßen-Mautgesetz passiert das aber völlig zu Recht. „Das Gesetz sieht vor, dass der Zulassungsbesitzer bei Kennzeichenwechsel eine Ummeldung zu beantragen hat“, erklärt Kaufmann. „Und zwar noch bevor die Mautstrecke das nächste Mal benützt wird.“

Zahlungsfrist unbedingt beachten, sonst droht Verwaltungsstrafverfahren
Weil die Asfinag darauf kein standardisiertes Beschwerde- und Kulanzsystem eingerichtet hat muss jeder Betroffene für sich selbst vorgehen und eine Herabsetzung des Betrags erwirken.

Dabei ist es wichtig, die auf der Zahlungsaufforderung angegebene Zahlungsfrist zu beachten, die je nach Situation zwei bis vier Wochen betragen kann. Wenn nicht innerhalb dieser Frist nachweislich Kontakt mit der Asfinag aufgenommen und die Angelegenheit geregelt wurde oder der Betrag bezahlt wird, droht ein teures Verwaltungsstrafverfahren.

Sofort schriftlich Einspruch gegen Zahlung erheben
„Wir empfehlen, sofort bei der Asfinang eine schriftlich Einwendung gegen die Zahlungsaufforderung zu machen. Fragen Sie auch gleich, wie viele Ersatzmautforderungen noch offen sind", rät der D.A.S. Jurist. Sind noch offenen Forderungen kann ein Kulanzansuchen gestellt werden. Als Grund für die Kulanz kann beispielsweise angegeben werden, dass die Zahlungsaufforderung erst jetzt zugestellt wurde, sodass bis dahin nicht reagiert werden konnte. „Dass die Asfinag gänzlich von der Zahlung absieht, ist aber leider unwahrscheinlich“, schränkt Kaufmann ein.

Einwendung hat keine aufschiebende Wirkung
Unbedingt zu beachten ist aber, dass die Einwendung keine aufschiebende Wirkung für die Zahlungsfrist hat. Die Angelegenheit muss daher innerhalb der Frist geregelt werden, sonst droht ein Verwaltungsstrafverfahren.

Verschiedene Gründe können zu neuem Kennzeichen führen
Warum die Ummeldung auf ein neues Kennzeichen nötig wird, kann viele Ursachen haben. Dazu zählen etwa der Diebstahl des Autos oder der Kennzeichentafel und das Erlöschen des Wunschkennzeichens. „Aber auch ein Umzug in den Zuständigkeitsbereich einer anderen Behörde kann eine neue Nummerntafel nötig machen“, so das D.A.S. Vorstandsmitglied.

Digitale Vignette erst 18 Tage nach Online-Kauf gültig
Beim Online-Kauf der digitalen Vignette ist außerdem zu beachten, dass diese erst nach 18 Tagen gültig ist. „Grund dafür sind die Rücktrittsrechte der Konsumenten“, weiß Kaufmann. Wer mit einer ungültigen Vignette Mautstraßen befährt, muss ebenfalls mit Zahlungsaufforderungen rechnen. Auf der Website der ASFINAG gibt es die Möglichkeit, eine Gültigkeitsabfrage für ein bestimmtes Kennzeichen durchzuführen.

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