Aus für Bestpreisklauseln bei Hotelbuchungen

Aus für Bestpreisklauseln bei Hotelbuchungen

Bislang ist es so: Wenn Hotels bei Internetplattformen wie booking.com vorkommen wollen, dürfen sie ihre Zimmer woanders nicht billiger anbieten. Doch diesem Diktat der Online-Portale hat der Gesetzgeber nun in Österreich einen Riegel vorgeschoben.

Die von der heimischen Hotellobby jahrelang bekämpfte Bestpreisklausel auf Hotel-Buchungsplattformen ist passe. Am Dienstag hat der Ministerrat eine entsprechende Gesetzesnovelle auf den Weg gebracht, im Herbst soll sie im Parlament beschlossen werden und bis Ende des Jahres in Kraft treten. Hoteliers dürfen künftig ihre Preise selbst gestalten und auf der eigenen Homepage billiger anbieten.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sieht damit die "unternehmerische Freiheit" der Hoteliers gestärkt, wie er in einer Aussendung mitteilte. "Derzeit sind Plattformbetreiber bevorteilt, die weitreichende Forderungen gegenüber Hotelbetreibern stellen konnten. Die Buchungsplattformen verlangen nicht nur hohe Provisionen, sondern stellen für die Auflistung auch umfangreiche weitere Bedingungen wie zum Beispiel Bestpreisklauseln", so der Minister.

Wirtschaftskammer (WKÖ) und Hoteliervereinigung (ÖHV) begrüßen die geplanten Änderungen; die Plattform Booking.com hat zuletzt vergangene Woche Kritik an zu hohen Provisionen zurückgewiesen und die Novelle kritisiert.
Jede vierte Unterkunft wird in Österreich über Plattformen wie Booking.com, HRS oder Expedia gebucht.

In Deutschland sind Bestpreisklauseln bereits seit dem Vorjahr verboten.

Kommentar
Thomas Haberer - Rechtsanwalt bei KWR Karasek Wietrzyk

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