Reallöhne in Österreich steigen unter Europa-Durchschnitt

Reallöhne in Österreich steigen unter Europa-Durchschnitt

Heuer kommt es in Österreich nur zu leichten Gehaltszuwächsen. Einbußen gibt es in Frankreich, eine Stagnation in Italien. Stärkere Zuwächse gibt es in Osteuropa von tieferem Niveau aus.

Die Arbeitnehmer in den europäischen Staaten sollten Ende des Jahres mehr Geld in der Tasche haben als 2018. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung in Düsseldorf hervor.

Demnach wachsen in den EU-Staaten die Bruttolöhne in der Jahresfrist um 2,6 Prozent, nach Abzug der Inflation bleiben noch 1,0 Prozent Reallohnsteigerung. Im Jahr zuvor hatten die Löhne um 2,8 Prozent zugelegt, von denen preisbereinigt 0,9 Prozent übrig blieben.

In Österreich werde der Zuwachs nominal bei 2,6 Prozent und real bei 0,7 Prozent liegen. Das ist unter dem europäischen Durchschnitt.

Deutschland werde mit einem nominalen Plus von 3,2 Prozent und real 1,7 Prozent jeweils über dem europäischen Schnitt liegen, während französische Arbeitnehmer als einzige in Europa voraussichtlich Reallohneinbußen (-1,3 Prozent) hinnehmen müssten.

In Osteuropa fallen die Lohnsteigerungen höher aus als in den westlichen Volkswirtschaften, allerdings von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau. So steigen die Löhne in den österreichischen Nachbarländern Slowakei real um 4,3 Prozent (nominal: 6,8 Prozent), Ungarn 3,3 Prozent (nominal: 6,6 Prozent), Slowenien 3 Prozent (4,8) und Tschechien 2,5 Prozent (5,0). Italien hingegen hinkt weit hinterher und die Menschen dort müssen mit stagnierenden Reallöhnen rechnen (0,0 Prozent), nominal liegt der Anstieg bei 0,9 Prozent.

Die Unterschiede der Einkünfte nach Ländern sind noch sehr stark. So verdienen Luxemburger einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialkassen im Schnitt 70.000 Euro pro Jahr, während es in Bulgarien nur 9.100 Euro sind. Österreich ist mit 46.700 Euro achter. Deutschland liegt mit einem Jahreseinkommen von 43.000 Euro auf Platz 10 unter den 28 EU-Staaten, deren Durchschnitt bei 38.400 Euro liegt. Unter den neuen EU-Ländern ist Slowenien mit 27.600 Euro "reichstes" Nachbarland.

Die WSI-Forscher sehen Spielraum für weitere Lohnerhöhungen, die volkswirtschaftlich die Binnennachfrage stützten. Bei gesunkener Arbeitslosigkeit seien die Volkswirtschaften mit einem prognostizierten Plus von 1,4 Prozent weiterhin auf Wachstumskurs. Wichtig sei eine starke Tarifbindung.


Österreicher verdienen im Schnitt 49.069 Euro brutto im Jahr

In Wien werden österreichweit die höchsten Gehälter bezahlt, Schlusslicht ist Niederösterreich. Großbetriebe zahlen am besten, die Gage in Kleinbetrieben ist hingegen unterdurchschnittlich.


Arbeitnehmer in Österreich verdienen im Schnitt 49.069 Euro brutto im Jahr. Dabei liegt Wien mit durchschnittlich 53.948 Euro an der Spitze, Schlusslicht ist Niederösterreich mit 44.985 Euro, geht aus dem neuen Gehaltsreport des Online-Stellenportals StepStone Österreich hervor. Führungskräfte mit Personalverantwortung bringen es auf rund 8.600 Euro mehr im Jahr, Akademiker auf 14.000 Euro mehr.

An zweiter Stelle der Bundesländer - nach Wien - liegt bei den Durchschnittsgehältern Vorarlberg mit 50.816 Euro brutto pro Jahr, gefolgt von Oberösterreich mit 47.383 Euro und Salzburg mit 47.176 Euro. In Kärnten sind es 45.818 Euro, in der Steiermark 45.789 Euro, im Burgenland 45.138 Euro und in Tirol 45.408 Euro.

Im Städtevergleich steigen Arbeitnehmer in industrie- und tourismusstarken (Groß-) Städten wie Linz (51.800 Euro) und Innsbruck (50.200 Euro) finanziell gut aus, erklärte StepStone am Donnerstag in einer Aussendung. In Salzburg und Graz liegt der Gehaltsschnitt demnach immerhin noch bei rund 49.000 Euro. Am unteren Ende der Skala verdient man dagegen in Klagenfurt und St. Pölten nur etwa rund 46.000 bzw. 45.000 Euro im Jahr.

Große Betriebe bezahlen überdurchschnittlich gut: Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern zahlen im Schnitt 53.800 Euro, um rund zehn Prozent über dem Durchschnittsgehalt. Bei Mittelständlern mit 500 bis 1.000 Arbeitnehmern sind es 50.800 Euro, bei Kleinbetrieben bis zu 500 Leuten 46.000 Euro, um gut sechs Prozent weniger als das Durchschnittseinkommen.

StepStone Österreich analysierte für den Bericht im Frühjahr die Gehälter von rund 12.000 Fach- und Führungskräften und befragte weitere 1.200 Fach- und Führungskräfte online.


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