Wochenendzwang: Credit Suisse verbannt Workaholics aus Büro

Die Investment-Branche ist in Verruf, 2013 hatte der Tod eines deutschen Praktikanten in der Londoner City für Schlagzeilen gesorgt: Tod wegen Erschöpfung. Nun wurden erste Schritte gesetzt, solchen Verausgabungen einen Riegel vorzuschieben.

Wochenendzwang: Credit Suisse verbannt Workaholics aus Büro

Zu wenig Schlaf, zu viele Überstunden - Erschöpfung am Arbeitsplatz ist nicht nur im Bankensektor ein Problem.

Zwischen sieben Uhr am Freitagabend und 12 Uhr am Sonntagmittag haben Credit-Suisse-Investmentbanker im Büro nichts verloren. So will die Bank vom Workaholic-Image in diesem Geschäftszweig wegkommen. Zudem soll die Maßnahme den Personalabfluss dämpfen.

Wochenend-Erlass: "Protecting Friday Night"

Der "Protecting Friday Night" genannte Erlass wurde den Angestellten der Abteilung Investmentbanking und Kapitalmärkte Europa, Naher Osten und Asien am 23. Mai per E-Mail zugestellt. Ausnahmen vom Büroverbot gebe es nur, wenn ein wichtiger Deal anstehe oder vorbereitet werde, sagte ein Angestellter der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Auch bei anderen Instituten laufen entsprechende Bestrebungen.

Für Beschäftigte anderer Branchen mag der Wochenend-Erlass seltsam klingen. Sie machen gewöhnlich am Freitagabend Feierabend und läuten das Wochenende bei einem Bier mit den Kollegen oder zuhause am Familientisch ein.

Nicht so die Banker. Sie bleiben oft bis weit in die Freitagnacht hinein im Büro und suchen es auch am Wochenende auf. Besonders jüngere Mitarbeiter weisen lange Arbeitszeiten aus. Ihnen soll das Freizeit-Diktat von oben Erleichterung bringen.

2013 hatte der Tod eines deutschen Praktikanten in der Londoner City für Schlagzeilen gesorgt. Er arbeitete in der Niederlassung der Bank of America drei Tage in Folge bis sechs Uhr früh. Damaligen Informationen zufolge starb er an Erschöpfung. Er wurde als sehr ehrgeizig beschrieben.

"Wir haben viel darüber nachgedacht, wie wir für unsere Banker etwas Freizeit bieten können", sagte Marisa Drew, Co-Chefin der Abteilung in London.

Credit Suisse habe dazu die Mitarbeitenden über Wochenenden und über das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben befragt, besonders die Jüngeren. Mit der jetzt gefunden Lösung könnten die Beschäftigten fixe Pläne mit ihren Familien und Freunden machen.

Mehr Freizeit statt Boni

Die Großbank CS ist nicht die einzige, die ihre Banker etwas entschleunigen will und das Augenmerk weg von Boni und Löhnen lenkt. UBS-Angestellte etwa können sich pro Woche zwei Stunden persönliche Auszeit nehmen. Die US-Großbank JPMorgan verordnete ihren Leuten ebenfalls freie Wochenenden. Auch bei ihr gehen aber wichtige Geschäfte vor.

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