Wifo: Digitalisierung erfordert nicht nur Höherqualifzierung

Wifo: Digitalisierung erfordert nicht nur Höherqualifzierung

Die Digitalisierung bietet mehr Chancen als Risiken für Arbeitnehmer, wenn auf Weiterbildung gesetzt wird. Immigranten müssen auf heimische Standards gehoben werden - nicht nur sprachlich.

Industrie 4.0 oder auch Internet of Things (IoT) und die damit verbundene Digitalisierung der Wirtschaft erfordern neue Qualifikationen. Vor allem im Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich gibt es Bedarf nach Quailifizierung. Die Zuwanderung weniger qualifizierter Arbeitskräfte sowie "markante Aufwärtsmobilität der Österreicher" wird zur Herausforderung.

Wien. Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft wird zwar eine höhere Qualifizierung der Arbeitnehmer erfordern, es wäre aber falsch, nur darauf zu setzen, sagt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Es gebe darüber hinaus auch einen Bedarf an Umschulungen im mittleren Qualifikationsbereich und Anpassungen der beruflichen Qualifikation von Immigranten an österreichische Standards.

Tendenzen zu einer Polarisierung wie in den USA zu einer höheren Nachfrage nach niedrigen und hohen Qualifikationen gebe es in Europa nicht, sagen die Wifo-Ökonomen. Es wird aber wohl zu einer Ausdünnung der Mitte kommen.

In Österreich hingegen gebe es einen klaren Trend zu höheren Qualifikationen und innerhalb der Mitte eine Verschiebung von Routine- zu kognitiven Tätigkeiten. Gleichzeitig schrumpfe in Österreich der Anteil der niedrigen Qualifikationen, weil diese zur Mitte und mittlere nach oben aufsteigen. Das Ausfransen der Mitte nach unten konnte in Österreich bisher verhindert werden.

Umschulungen, Sprache und Qualifzierung

Die Zunahme anspruchsvoller Tätigkeiten bei zugleich starker Zuwanderung weniger qualifizierter Arbeitskräfte deute auf eine "markante Aufwärtsmobilität der Österreicher", so die Wifo-Ökonomen.

Die Gefahr, dass es zu massiven Arbeitsplatzverlusten infolge der Digitlaisierung kommen wird, vor allem im mittleren Bereich, sieht das Wifo kaum. Negative Effekte für den Arbeitsmarkt seien vor allem in Österreich seien "vielfach überschätztt".

Bei Immigranten wird es alleine nicht ausreichen, die Sprachkenntnisse zu verbessern, sowohl im Alltagsgebrauch als auch in beruflicher Hinsicht. Hier müsse laut Wifo auch eine Anpassung ihrer im Ausland erworbenen beruflichen Kenntnisse an die österreichischen Standards erfolgen.

Der hohe Anteil der Überqualifikation im Bereich geringqualifizierter Tätigkeiten, dass ein Bedarf an Schulungen besteht, die die Nutzung der jeweils latenten Qualifikationen ermöglicht..

Allerdings gebe es in Österreich einen gewissen Rückstand bei der Registrierung, Automatisierung und Digitalisierung, was dazu führen könnte, dass in Zukunft doch Arbeitsplätze mit mittleren Qualifikationen verloren gehen könnten.

Vor allem in der öffentlichen und betrieblichen Verwaltung und im Dienstleistungsbereich - etwa Banken und Versicherungen - werden nach Ansicht der Wifo-Experten Umqualifizierungen von manuellen zu kognitiven Tätigkeiten notwendig sein.

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