WdF-Umfrage: Managergagen 2018 kräftig gestiegen

WdF-Umfrage: Managergagen 2018 kräftig gestiegen

Die Durchschnittseinkommen der ersten Führungsebene liegen bei 225.700 Euro brutto pro Jahr. Variable Gehaltsbestandteile sind im Jahr 2018 stärker gestiegen als Grundgehälter. Frauen in Top-Positionen verdienten im Durchschnitt weit weniger als Männer.

Wien. Die Einkommen in den Chefetagen der heimischen Unternehmen sind im Zuge der guten Wirtschaftslage im Vorjahr gestiegen. Dabei legten variable Bestandteile wie Boni und Erfolgsprämien stärker zu als die Grundgehälter. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) unter 612 Managern hervor.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren habe sich 2018 erstmals seit längerem auch in der Remuneration der Führungskräfte niedergeschlagen, so der neue WdF-Bundesvorsitzende, VBV-Chef Andreas Zakostelsky, der Gerhard Zeiner nachfolgte. Der Großteil der Gehaltssteigerungen sei im variablen Bereich angesiedelt. Bei der ersten Führungsebene hätten sich rund zwei Drittel der Gehaltssteigerung im variablen Bereich niedergeschlagen, bei der zweiten/dritten Ebene sogar zu rund drei Viertel.

In der ersten Führungsebene betrug das Gesamteinkommen 2018 der Studie zufolge durchschnittlich 225.700 Euro, nach 207.600 Euro im Jahr davor. Das bedeutet eine Steigung von über 8,71 Prozent. Davon entfielen 166.400 Euro (plus 6.800 Euro) auf das Grundgehalt, und 59.300 (plus 11.300 Euro) auf variable Gehaltsbestandteile.

Führungskräfte auf der Ebene zwei/drei kamen im vergangenen Jahr durchschnittlich auf 142.200 Euro Jahreseinkommen, nach 128.200 Euro im Jahr 2017. Die bedeutet eine Steigerung von 10,92 Prozent. In der zweiten/dritten Ebene stieg das Grundgehalt um 3.600 auf 109.400 Euro, der variable Teil um 10.600 Euro auf rund 32.900 Euro.

Die Unternehmen seien vorsichtig, so Studienautor und Triconsult-Geschäftsführer Felix Josef. Variable Bestandteile können auch wieder zurückgefahren werden. Basis für die Boni und Prämien sind vor allem Gewinn und Zielerreichung.

Die Einkommen in Unternehmen mit österreichischen Eigentümern seien um rund 10.000 Euro gestiegen und das fast ausschließlich über Bonifikationen, so Andreas Prenner von der Industriellenvereinigung. Internationale Unternehmen hätten auch die Grundgehälter erhöht.

Von den Steigerungen im Bruttobereich sei ein relativ bescheidenes Ausmaß netto angekommen und damit in der Kaufkraft, so Zakostelsky unter Verweis auf die kalte Progression bei der Steuer. In der ersten Führungsebene seien bei einem Zuwachs um durchschnittlich brutto mehr als 18.000 Euro netto gerade einmal 5.000 Euro übriggeblieben, in der zweiten/dritten Ebene von 14.000 Euro brutto nur 4.600 netto.

Zakostelsky, Chef der VBV-Pensions- und Vorsorgekassen, betonte, man sehe Führungskräfte, genauso wie auf der anderen Seite gute Facharbeiter, als Schlüsselkräfte für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich. Man könne sagen, wer die besten Köpfe habe, habe die Nase vorne, meinte er.

Der große Unterschied bei den Chefs

Die Unterschiede der Chefgagen etwa zwischen großen und kleinen Unternehmen, Wirtschaftszweigen oder Höhe der Gewinne sind teilweise hoch. So liegen etwa die durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen in der ersten Führungsebene bei Unternehmen mit bis zu 5 Mio. Euro Jahresumsatz bei rund 125.000 Euro, bei Unternehmen mit Umsätzen von 50 bis 100 Mio. Euro sind es bereits rund 243.000 Euro. In Unternehmen mit mehr als 500 Mio. Euro Umsatz verdienen die obersten Chefs durchschnittlich 379.500 Euro im Jahr, wie aus der Studie hervorgeht.

Frauen, die stabil einen Anteil von 10 Prozent der 612 befragten Führungskräfte ausmachten, verdienten im Durchschnitt weniger als Männer. Weibliche Chefs kamen im Vorjahr auf durchschnittlich rund 178.000 Euro im Jahr, Männer auf rund 231.000 Euro.

Beim wichtigsten "Fringe Benefit", dem Dienstfahrzeug, hat BMW in der ersten Führungsebene Audi überholt. In der zweiten und dritten Ebene konnte VW/Audi seine Position halten.

Die Manager haben im Vorjahr mehr Überstunden gemacht. In der ersten Ebene waren es laut Umfrage 17,2 (nach 15,8) Stunden pro Woche. In den Ebenen zwei/drei 12,8 (10,7) Überstunden pro Woche. Die zweite Ebene sei ausgedünnt und mit sehr viel Verantwortung belastet, so Josef.

Die Studie werde noch immer nicht digital durchgeführt, und das wahrscheinlich aus gutem Grund, so Josef zur Methodik. Einkommen einer doch eher gut verdienenden Führungsschicht im Web bekanntzugeben, sei wahrscheinlich keine brillante Idee. Die Antworten wurden an einen Notar übergeben und dem Studienautor anonym übermittelt.

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