4 Trends, die die Arbeitswelt und das Recruiting 2020 prägen

4 Trends, die die Arbeitswelt und das Recruiting 2020 prägen

Empoyees Experience: Die gute Erfahrung der Mitarbeiter wird für Unternehmen wichtiger.

Der Mitarbeiter, das wenig wertgeschätzte Arbeitstier, eingezwängt in kleinen, stickigen Büros? Die Zeiten sind vorbei. Heute geht es darum die Mitarbeiter zu halten und zu motivieren. Was Unternehmen dazu tun, wie sie überhaupt die richtigen Mitarbeiter finden und was sich bei der Zusammenarbeit von Jung und Alt verändert. LinkedIn hat in einer Umfrage unter 7.000 Personalchefs die wichtigsten Personaltrends herausgefiltert.

Die Arbeitswelt ist inmitten großer Veränderungen. Junge Menschen sind im Unternehmen langfristig immer schwerer zu halten, die Generation der Babyboomer geht in Pension oder arbeitet länger und das Recruiting der Personalchefs ändert sich durch neue Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz. Wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Recruiting- und Personalentwicklungstrends 2020 aus?

Die online Business-Netzwerk LinkedIn hat dazu in seinem Global Talent Trends Report vier Trends identifiziert, die die Arbeitswelt im Jahr 2020 weltweit prägen: Die Trends basieren auf einer Umfrage unter weltweit mehr als 7.000 Personalverantwortlichen und einer Auswertung der Datenpunkte von mehr als 660 Millionen LinkedIn Mitgliedern, darunter 14 Millionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese vier Trends haben sich dabei herauskristallisiert:

1. Employee Experience: Mitarbeiter sollen ein inspirierendes, positives Arbeitserlebnis erfahren
Die „Customer Experience“ wird von modernen Unternehmen schon länger gelebt. Der Kunde soll sich bei den Erfahrungen mit dem Unternehmen gut fühlen und dabei Interessantes erleben. Nun wird nicht nur den Kunden, sondern auch den Mitarbeitern mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sollen als Teil des Unternehmens, bei dem was er tut und erleben wohl fühlen, inspiriert oder womit sie interagieren. 77 Prozent der Unternehmen arbeiten aktuell an einer Verbesserung der Employee Experience. Und die Zahl der Stellen, die „Employee Experience“ in der Bezeichnung tragen, ist heute 24-mal so groß wie noch vor fünf Jahren. „Es geht nicht nur um altruistische Motive, sondern auch um eine erfolgreiche Personalpolitik“, erläutert LinkedIn in einer Publikation dazu. Denn ein Investment in die Employee Experience stärkt die Mitarbeiterbindung (77 Prozent) und die Produktivität (71 Prozent), sagen die befragten Personaler. Neun von zehn (96 Prozent) glauben folgerichtig, dass das Thema weiter an Bedeutung gewinnen wird.

2. Bewerbungsprofile einfacher screenen: Datengetriebene Entscheidungen im Personalwesen
Experten diskutieren bereits seit Jahren darüber, dass Datenanalysen das Personalwesen verändern werden. Doch lange konnten sich fast ausschließlich Großkonzerne die dafür benötigte Infrastruktur leisten. Das ändert sich jetzt, da mehr Anbieter Tools zur Verfügung stehen, die einfach zu bedienen sind und vielfältige Anwendungsfälle abdecken. Parallel dazu hat sich die Zahl der HR-Fachleute, die angeben, sich mit Datenanalysen auszukennen, zwischen 2014 und 2019 um 242 Prozent erhöht. Die Zukunft könnte weiteres Wachstum bringen. 73 Prozent der befragten Personaler erwarten, dass People Analytics in den kommenden fünf Jahren in ihrem Unternehmen hohe Priorität genießen wird. Datengetriebene Entscheidungen im Personalwesen werden damit immer mehr zum Standard.

3. Firmeninternes Recruiting: Stellen werden häufiger intern besetzt
In der eigenen Belegschaft finden sich viele unentdeckte Talente, doch die wenigsten Unternehmen zapfen diesen Pool systematisch an. Wenn Stellen in der Vergangenheit intern neu besetzt wurden, dann in der Regel deshalb, weil sich die wechselwilligen Mitarbeiter aus eigenem Antrieb darum bemühten. Das ändert sich gegenwärtig, denn die interne Personalbeschaffung rückt zunehmend in den Fokus von Personalern. 73 Prozent sagen, dass diese Form des Recruitings in ihrem Unternehmen aktuell an Bedeutung gewinnt. Mit gutem Grund: Unternehmen, die viele Stellen intern besetzen, stärken die Personalbindung. Mitarbeiter bleiben ihnen im Schnitt 41 Prozent länger treu als Unternehmen, in denen die interne Personalbeschaffung eine geringere Rolle spielt.

4. Multigenerationen Arbeiten: Babyboomer und Generation Z arbeiten zusammen
Weil Menschen später in Pension gehen und Nachwuchskräfte früher ins Arbeitsleben einsteigen, wird das Altersspektrum in Unternehmen immer breiter. Unternehmen müssen deshalb jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dieser Umstand nicht zum Hindernis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wird – sondern zur Chance. Erfahrenere Mitarbeiter können ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben, Berufseinsteiger neue Ideen einbringen. 89 Prozent der befragten Personaler glauben, dass eine multi-generationale Belegschaft das Unternehmen erfolgreicher macht.


Talenten muss heute mehr geboten werden als nur gutes Gehalt

„Die Trends des Jahres 2020 sind Folgen des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels. Arbeitgeber rücken zunehmend die Employee Experience in den Fokus, weil sie begehrten Talenten heute mehr bieten müssen als nur ein gutes Gehalt.“, kommentiert Barbara Wittmann, Country Managerin DACH bei LinkedIn. Dazu gehören auch Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die sich in höherer Zahl eröffnen, wenn Unternehmen einen neuen Fokus auf internes Recruiting setzen und Stellen häufiger intern besetzen. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass Arbeitgeber vermehrt versuchen, Mitarbeiter aus unterschiedlichen Generationen zu integrieren und die Stärken jedes Einzelnen zum Vorschein zu bringen. Das verschafft ihnen nicht nur einen wirtschaftlichen Vorteil, sondern macht auch die Arbeitswelt ein Stück weit fairer und inklusiver. Wittmann: "Wir sehen darin deshalb eine überaus positive Entwicklung."

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