Das Top-Gun-Prinzip: Strategie-Tipps aus dem Kampfjet

Das Top-Gun-Prinzip: Strategie-Tipps aus dem Kampfjet

Kampfjetpilot Christian Rode

Unternehmen, die Projekte planen oder vor Problemen stehen, können sich von Top-Gun-Piloten einiges abschauen. Strategie- und Management-Tipps vom bei der US-Airforce ausgebildeten Kampfjetpiloten Christian Rode.

Top-Gun-Piloten fürchten nicht nur weder Tod noch Teufel. Sie sind ausgebildet für die härtesten Kampfeinsätze und auf höchste Präzision trainiert. Fehler bei Einsätzen sind tabu. Auch aus purem Selbstschutz.

Eine solche Haltung ist auch für vergleichsweise normale Karrieren vorteilhaft. Von erfahrenen Piloten, die für schwierige Missionen trainiert werden, kann man daher auch einiges lernen. Christian Rode, Kampfjetpilot, ausgebildet bei der Elite-Einheit der US-Airforce in Kalifornien, hielt dazu auf Einladung des digitalen Markt- und Meiniungsforschungsunternehmens marketagent.com einen Vortrag über sein sogenanntes „Top-Gun-Prinzip“.


Das Top-Gun-Prinzip

Kampfjetpilot Christian Rode

Kampfjetpilot Christian Rode

Kampfjetpiloten müssen in der Luft für alle Eventualitäten gewappnet sein, Einsätze perfekt planen und durchführen. Vier Strategie- und Management-Tipps aus dem Top-Gun-Cockpit.

1. Analysieren, planen, umsetzten

Eines kann man sich auch als Laie ausmalen: Lange zögern und zaudern und ein Problem ewig vor sich herschieben und zig Meinungen einholen, gibt es bei den Helden der Luft nicht. „Wir setzen uns mit Problemen einen Tag auseinander, am nächsten Tag wird geflogen und das Problem in Angriff genommen“, erzählt Rode. Die Lösung muss auf einen Zettel passen. In der Luft kann schließlich nicht in Unterlagen zu blättern beginnen, sonst ist man im Ernstfall schon von feindlichen Geschwadern ins Jenseits befördert.

Bei der Planung einer Mission gilt es, Antworten auf vier Fragen zu finden:

  1. Was ist die Aufgabe?
  2. Was das Ziel?
  3. Was kann verhindern, dass das Ziel erreicht wird?
  4. Wie setzt man das Ziel um?

„Stehen diese Tasks fest, rennen wir nicht gleich los und setzen die Aufgabe um. Vorher kommt das Briefing“, so der Kampfjetpilot mit 30 Jahren Berufserfahrung. „Darin wird besprochen, wie wir die Aufgabe im Detail umsetzen.“ Und die Teilnehmer erhalten das „Big Picture“. Nicht jeder kennt alle Details. Es wird besprochen, was schiefgehen kann.

Einen Plan B gibt es dabei nicht. „Sonst können wir Plan A gleich aufgeben. Es geht darum alles zu tun, damit Plan A funktioniert“, betont Rode.

2. Ohne zögern handeln

Um die Aufgaben exakt und blitzschnell umzusetzen, greifen die Kampfpiloten auf jahrzehntelang bewährte Methoden zurück und halten dabei fünf goldene Regeln ein:

  1. Nie die Basics vergessen.
  2. Die Dinge so einfach wie möglich machen.
  3. Auf Details achten. Jeder noch so kleine Baustein zählt.
  4. Jede Aufgabe im Team ist gleich wichtig.
  5. Aus jeder Mission/Flug etwas Lernen bzw. für sich mitnehmen.

Wichtig dabei: Man muss ständig vorausdenken. Der Leitspruch der Kampfjet-Piloten lautet: "Fliege nie wo hin, wo du mit dem Kopf nicht schon drei Minuten vorher gewesen bist."

3. Das Individuum und das Team

„Jeder von uns will der Beste sein. Der Wunsch nur gut zu sein, reicht keinem von uns. Deshalb stehen wir auch in ständigem Wettbewerb zu einander.“, so Rode. Ellbogentechnik und ein Schuss Aggressivität sei auch dabei, aber nie so, dass es ins Negative kippt. Die Regel dabei: Im Training zählt nur das Individuum. Im Einsatz aber das Team. Rode: „Wir fliegen Einsätze bei denen das Geschwader in einem Meter Abstand zueinander fliegt. Präzise Flüge und gute Abstimmung und das Vertrauen zueinander sind da lebensnotwendig." Dabei zählen unbedingt:

  • Der Wille zu Höchstleistungen.
  • Das Vertrauen in den anderen.
  • Der Wille Verantwortung zu übernehmen.
  • Gegenseitige Unterstützung. „Einer ist nie alleine unterwegs. Mindestens zwei halten dem anderen den Rücken frei. Feindliche Angriffe kommen meistens von hinten. In der präzisen Militärsprache: Von sechs Uhr.
  • Und man sollte sich immer vor Augen führen: Wie kann es laufen, wenn es schlecht läuft. Rode: "Das ist der Gradmesser wie gut ein Team ist."

4. Mission analysieren

Heißt es dann: Mission accomplished, gibt es stets noch eine Manöver-Besprechung in einem Debriefing.

Vor dem Meeting nehmen alle Piloten ihre Rang-Abzeichen ab. Jeder ist gleich. Es geht nicht um Schuldzuweisungen von Ranghöheren, sondern einzig darum, die Fehler, die gemacht wurden, anzusprechen und daraus für das nächste Mal zu lernen.

Die goldene Regel dabei: Kritik muss klar, präzise und begründet sein. Und So hart sie auch mitunter auch sein mag, sie muss so ausfallen, dass sich die Piloten nach dem Debriefing noch in die Augen sehen und miteinander ein Bier trinken können. Denn der nächste Einsatz kommt bestimmt. Und dann müssen sie wieder als ein eingeschweißtes Team agieren.

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