Studie: Interkulturelle Erfahrungen machen erfinderisch

Studie: Interkulturelle Erfahrungen machen erfinderisch

Interkulturelle Erfahrungen steigern die Fähigkeiten, unternehmerische Gelegenheiten zu finden. Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsuni Wien bestätigt die Annahme, dass Migrationshintergrund und Auslandserfahrung den Innovationsgeist und unternehmerisches Denken fördern.

Google-Entwickler Sergey Brin, Chefredakteurin Arianna Huffington (Huffington Post) oder Gastro-Gründer Attila Doğudan (Do&Co) sind nur einige Beispiele erfolgreicher Innovatoren und Entrepreneure mit einem Migrationshintergrund. Aktuelle Forschungsergebnisse zu diesem Thema führen ihren außergewöhnlichen Erfolg vor allem auf Selektionseffekte zurück. Wer emigriert und sich auf ein neues Leben einlässt, der ist auch sonst eher bereit, unternehmerische Risiken einzugehen.

Über den Tellerrand schauen

Nikolaus Franke, Leiter des Instituts für Entrepreneurship & Innovation und Peter Vandor vom Social Entrepreneurship Center der WU untersuchen mit ihrem aktuellen Forschungsprojekt die Folgen des Wechsels aus einem kulturellen Kontext in einen anderen und beleuchten erstmals eine andere Erklärung:
Sie vermuteten, dass die interkulturelle Erfahrung selbst eine Wirkung hat. Wer mehr unterschiedliche Kontexte erlebt, reichert auf diese Weise seinen Wissens- und Erfahrungspool an. Dieser wiederum ist die wichtigste Basis für die Fähigkeit, unternehmerische Gelegenheiten zu finden.

Steigerung der unternehmerischen Fähigkeiten

Um ihre Hypothese zu prüfen, entwickelten die WU-Forscher ein eigenes Testverfahren und maßen die unternehmerischen Fähigkeiten von WU-Studierenden vor und nach einem Auslandssemester. Mehr als die Hälfte der WU-Studierenden verbringt im Rahmen ihres Studiums ein Semester im Ausland. Vandor und Franke verglichen die Veränderung mit einer Stichprobe, die im gleichen Zeitraum daheim geblieben war. Der Unterschied ist eindeutig: die erste Gruppe steigerte ihre Unternehmerischen Fähigkeiten um 17 Prozent. Die Vergleichsgruppe veränderte sich sogar leicht negativ.

Migrationshintergrund pusht Unternehmergeist

Um mehr über die Gründe des Zuwachses zu erfahren, führten sie eine sogenannte Priming-Studie mit Entrepreneuren durch, die aus Familien mit Migrationshintergrund stammten. Dabei riefen sie in der Experimentalgruppe die Erinnerung an ihren interkulturellen Hintergrund durch eine kleine Aufgabe aktiv ins Gedächtnis zurück. Bei der Kontrollgruppe wurde dies unterlassen. Der Unterschied war mit 26 Prozent sogar noch größer als in der ersten Studie.

„Zwei Effekte erklären die Wirkung von interkultureller Erfahrung: Man verfügt erstens über mehr „Erfahrungsbausteine“, die man für kreative Neukombinationen nutzen kann; und kann zweitens bestehende, aber daheim noch nicht genutzte Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle aus dem Ausland übertragen“, erläutert Franke, der auch wissenschaftlicher Leiter des Professional MBA Entrepreneurship & Innovation der WU Executive Academy ist.

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